Mehr Chancen als Risiken für Rathäuser

Paderborn. Dass bis zu 80 Kommunen gemeinsam Eigentümer von Strom- und Gasnetzen werden, kommt nicht so häufig vor. Da der Energieversorger E.ON jedoch seine Anteile am Netzbetreiber E.ON Westfalen Weser AG verkaufen möchte, könnten schon bald bis zu 80 Kommunen aus Ostwestfalen-Lippe und dem südlichen Niedersachsen das Unternehmen mit seinem rund 40.000 Kilometer langen Netzen übernehmen.

Über die Chancen und Risiken dieses Themas diskutierten die Wirtschaftsjunioren jetzt beim Dinner-Club im Paderborner Galerie-Hotel. Im Vorfeld informierte Michael Wippermann, Unternehmens-sprecher der E.ON Westfalen Weser AG, die Teilnehmer über das Unternehmen und den Energiemarkt.

Anteilig zur Länge des Netzes vor Ort können sich die Kommunen an dem Unternehmen beteiligen. Sie alle werden nach dem Kauf gemeinsamer Eigentümer der Gesellschaft, diese soll in der Rechtsform einer GmbH und Co. KG auftreten. Die Vertriebsaktivitäten sollen weiterhin bei E.ON verbleiben.

Zehn Prozent ihres Anteils müssen die Kommunen als Eigenkapital aufbringen. Der Rest wird von dem Unternehmen als Kredit bereitgestellt. Die jährliche Rendite beträgt zwischen fünf und sechs Prozent. Beteiligen können sich alle Kommunen in denen das Unternehmen Netze betreibt, sollte der Netzbetrieb enden, so würde die Beteiligung ebenfalls beendet.

Die bisherige Resonanz ist sehr groß. Entsprechend gehen die kommunalen Verhandlungspartner und deren Berater von einer hohen Umsetzungswahrscheinlichkeit aus. Zurzeit gibt es bereits viele Absichtserklärungen von den Stadt- und Gemeinderäten. Diese müssen in einem zweiten Schritt jedoch noch abschließend im Detail darüber entscheiden. Die Kommunen setzen vor allem auf Wertstabilität und wollen die Wertschöpfung vor Ort behalten. Geplant ist in einem weiteren Schritt auch die Bürger in Form von Genossenschaften zu beteiligen.

Die rund 1.000 Mitarbeiter starke E.ON Westfalen Weser AG ist im Kern als Netzbetreiber in einem von der Bundesnetzagentur überwachten Markt tätig. Die Bundesnetzagentur bescheinigt dem Unternehmen eine hervorragende Netzqualität mit einer maximalen Effizienz von hundert Prozent. So dauert ein Stromausfall statistisch weniger zehn Minuten im Jahr. Bundesweit gehen die Lichter im Schnitt 33 Minuten im Jahr aus. Sorgen machten sich die Wirtschaftsjunioren um den Zustand des Netzes nach 20 Jahren, weil die Kommunen möglicherweise nur auf die Rendite schielen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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