Keine Warteschleife für junge Leute

Kreis Lippe. Schulabschluss in der Tasche und keinen Ausbildungsplatz gefunden: Was tun? Statt arbeitslos zu Hause zu sitzen, plädiert Klaus Januszewski, Leiter des Arbeitgeberservice des Jobcenters Lippe dafür, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. „Eine Einstiegsqualifizierung bei einem Arbeitgeber ist die beste Möglichkeit, den gewünschten Ausbildungsberuf kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Januszewski.

Mindestens sechs Monate bis zu einem Jahr dauert eine Einstiegsqualifizierung. Die jungen Teilnehmer arbeiten in einem Betrieb und besuchen gleichzeitig die Berufsschule. So bekommen sie ein realistisches Bild von den Anforderungen der Ausbildung und des Berufs. Auch für den Arbeitgeber bieten Einstiegsqualifizierungen nur Vorteile, ist der Zahnarzt Dr. Mohammad Reza Shams Esfand Abady aus Lage überzeugt: „Es ist eine Win-Win-Situation für alle. Ich kann testen, ob die Person in unser Team passt und sich vielleicht für eine freie Ausbildungsstelle im nächsten Jahr eignet, und die jungen Leute stehen nicht auf der Straße.“

Dr. Shams machte so gute Erfahrungen mit seiner Langzeitpraktikantin, dass er Agila Arumugam am Ende der Einstiegsqualifizierung als Auszubildende übernahm. Dabei zeigte sich ein weiterer Vorteil der Einstiegsqualifizierung: „Die Zeit des Praktikums kann beim Beginn der eigentlichen Ausbildung von den Kammern anerkannt werden und da der Teilnehmer auch die Berufsschule besucht hat, ist er auch dort auf dem gleichen Ausbildungsstand“, erläutert Januszewski.

„Ich fühlte mich anfangs schon unsicher“, erzählt die jetzt 17-jährige Agila von ihrer Entscheidung vor einem Jahr, eine Einstiegsqualifikation zu beginnen. „Was wäre, wenn ich am Ende der Qualifikation nicht übernommen würde?“ Aber letztendlich zählte nach ihrem Hauptschulabschluss für sie am meisten, dass sie nicht ein Jahr untätig blieb und Erfahrungen in ihrem Traumberuf sammeln konnte – als Zahnmedizinische Fachangestellte. „Ich finde es toll, so viel mit Menschen in dem Beruf zu tun zu haben, und auch das Assistieren bei den Behandlungen macht mir Spaß“, strahlt sie.

Während der Einstiegsqualifizierung beziehen die Teilnehmer neben dem Arbeitslosengeld II auch eine kleine Vergütung, die dem Arbeitgeber zusammen mit einer Sozialversicherungspauschale vom Jobcenter Lippe erstattet wird. Dem Arbeitgeber entstehen lediglich Verwaltungskosten. Das Jobcenter springt auch ein, wenn die Teilnehmer beispielsweise Nachhilfe für die Berufsschule brauchen.

Arbeitgeber, die das nächste Jahr einen Ausbildungsplatz anbieten möchten und einem jungen Menschen eine Chance zur vorherigen Erprobung geben wollen, können sich beim Arbeitgeberservice des Jobcenters Lippe melden. Auskünfte erteilen die Ausbildungsberater Katja Buschmann (Tel.: 05231/4599-141) und Cevat Kilic (Tel.: 05231/4599-185).

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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