Es ist vollbracht!

Espelkamp/Lübbecke. Nach nicht einmal drei Jahren sind Sanierung, Renovierung und Umbau des neuen „Schulungszentrums Schloss Benkhausen“ nunmehr weitgehend abgeschlossen. Am 14. Oktober fiel der offizielle Startschuss für den Gesamtkomplex inklusive Parkanlage und Automatenmuseum.

Rund 50 Handwerks- und Industriebetriebe – soweit möglich hauptsächlich aus der Region – waren insgesamt am Umbau des kulturhistorischen Kleinods im Espelkamper Ortsteil Gestringen beteiligt. Ihnen allen dankten Paul und Armin Gauselmann gemeinsam mit den verantwortlichen Bauprojektleitern, allen voran Richard Grobecker sowie Joachim Theissen als führenden Architekten vom gleichnamigen Architekturbüro in Dortmund.

Bevor sich Paul Gauselmann beim Wintervergnügen 2009 in das seinerzeit zum Verkauf angebotene Objekt Schloss Benkhausen „verliebte“, diente es fast fünf Jahrzehnte lang der Diakonischen Stiftung Wittekindshof als Arbeits- und Wohnstätte für Menschen mit Behinderung. Aus Sicherheitsgründen stand das Anwesen in den letzten Jahren leer. 1962 hatte der letzte Gutsherr, Alhard Bertold von dem Bussche Münch, das Anwesen an die Stiftung verkauft. Er selbst starb im November 1971.
„So eine Kaufentscheidung für ein Schloss trifft man natürlich nicht alleine, da hat die ganze Familie mitentschieden!“, so Paul Gauselmann. Es dauerte allerdings nicht lange, bis auch die übrigen Mitglieder der Unternehmerfamilie dem Charme der Gutsanlage erlegen waren.

„Auf der einen Seite war es eine emotionale Entscheidung“, resümiert Paul Gauselmann heute, „denn der Erhalt eines solchen Kulturschatzes für unsere Region lag uns sehr am Herzen. Nicht ohne Grund haben wir alles Machbare unternommen, um den ursprünglichen Charakter des Schlosses zu erhalten und vereinzelt sogar gezielt wiederherzustellen.“

Zum anderen hätten ganz rationale Gründe zur Kaufentscheidung geführt, denn die Gauselmann Gruppe mit weltweit 8.000 Beschäftigten war längst mit Plänen befasst, für den Ausbau ihrer internationalen Schulungskompetenz, ein eigenes Beherbergungs- und Seminarzentrum neu zu bauen. „Nach einem objektiven Abgleich von Ist und Soll hat sich Schloss Benkhausen zwar als viel teureres aber nahezu ideales Objekt für unsere Zwecke erwiesen!“

Nach einer ersten „Inspirationsphase“, in der so markante Ideen wie der moderne Glastrakt mit dem einladenden Ambiente entstanden, aber auch Details zur Ausgestaltung des Gästehauses sowie der neuen Parkanlage im Kontext mit dem Schlosshof, und nachdem der Kauf mit allen seinen Besonderheiten im Herbst 2010 vollzogen wurde, begannen im Frühjahr 2011 die ersten Sanierungs- und Umbauarbeiten.

Der Gesamtumbau zum Schulungszentrum mit Beherbergungsmöglichkeit war in drei Etappen aufgeteilt:

Zunächst wurde das Herrenhaus total vom Keller bis zum Boden saniert und umgestaltet. Hier wurden hochmoderne Schulungsräume in verschiedenen Größen geschaffen, darüber hinaus der Küchentrakt neugestaltet und eingerichtet. Auch das beliebte und öffentlich nutzbare Trauzimmer wurde renoviert und weithin original erhalten, erste Feierlichkeiten fanden bereits im Sommer 2011 statt.

Das Kellergewölbe wurde komplett saniert und mit einer gemütlichen Wein- bzw. Bierstube für die Gäste interner Schulungen deutlich aufgewertet.

In einem zweiten Bauabschnitt wurde der gläserne Verbindungsbau zwischen Herrenhaus und einstigem „Maidenheim“ realisiert. Hier befinden sich nunmehr auch Rezeption, Speiseraum und im Obergeschoss ein mit PC-Arbeitsplätzen ausgestatteter Schulungsraum. Ein Fahrstuhl konnte hier ebenfalls gelungen integriert werden.

Als dritte Etappe stand die bauliche Neugestaltung und Einrichtung der Beherbergungsräume auf der Agenda. Darüber hinaus die umfassende Sanierung der Scheune und angrenzender Gebäude. Die Herrenhaus-typische Neupflasterung des Innenhofes, die Neugestaltung und Aufforstung des Schlossparks sowie weitere Maßnahmen im Außenbereich wurden ebenfalls in den letzten Wochen mit Hochdruck realisiert.

Ein besonderes Highlight stellt zukünftig mit Sicherheit die Präsentation des Deutschen Automatenmuseums „Sammlung Gauselmann“ in der einstigen Scheune dar. Was 1986 mit einer alten Jukebox aus dem Jahr 1948 begann, zählt heute mit über 1.800 historischen Exponaten zu der größten Münzautomatensammlung weltweit. Unter dem Dach des Deutschen Automatenmuseums finden sich aber nicht nur Raritäten beeindruckender Handwerkskunst, sondern ebenfalls eine umfangreiche Sammlung von Musikboxen namhafter Hersteller, mit der – zumindest symbolisch – Bezug auf die eigene Anfangsgeschichte der Gauselmann Gruppe und die ihres Gründers, Paul Gauselmann, genommen wird.

Neben dem Museum ist auch der Schlosspark, der in Form eines englischen Gartens mit einem stattlichen Pavillon in seiner Mitte, gestaltet ist, fortan öffentlich zugänglich. Darüber hinaus sind standesamtliche Trauungen sowie Traditionsveranstaltungen wie das Winterliche Schlossvergnügen oder die Benkhausener Kunstwoche und weit mehr jederzeit willkommene Aktivitäten, die die Unternehmerfamilie als Eigentümer ausdrücklich begrüßt und unterstützt.

Das Winterliche Schlossvergnügen findet übrigens – nach einmaliger Pause in 2012 – in diesem Jahr wie gewohnt am 4. Adventswochenende, 21.-22. Dezember, statt und steht unter dem Motto Märchenhaftes Schloss Benkhausen. „Darauf freuen wir uns schon sehr!“, so Paul Gauselmann. Nicht zuletzt hierfür sind über 300 Parkplätze neu geschaffen worden.

Insgesamt soll Schloss Benkhausen der Weiterbildung von Fach- und Führungskräften der Gauselmann Gruppe dienen. Aber auch für Firmen-Freunde sollen freie Räume immer zur Verfügung stehen.

Vom IT-Tochterunternehmen BEIT Systemhaus sowie von der PC-Schule Angelika Gauselmann finden seit 2012 überdies regelmäßig offene Seminare zu unterschiedlichen Themen statt.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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