Doppelter Ministerbesuch bei Stahlbau Wurst

Bersenbrück. Die deutsche Wirtschaft mit qualifizierten Arbeitskräften zu versorgen, ist ihr Anliegen: Bei einem Besuch im Osnabrücker Land zeigten sich der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, und sein Ressortkollege in Niedersachsen, Jörg Bode, beeindruckt vom Konzept des Landkreises Osnabrück zur Fachkräftesicherung.

Gleichzeitig nutzten die Minister die Gelegenheit, das Unternehmen Stahlbau Wurst in Bersenbrück kennenzulernen: „Sie gehören zu den Spitzenunternehmen in Deutschland und zeigen mit einer Ausbildungsquote von über zehn Prozent, dass sie aktiv gegen den drohenden Fachkräftemangel wirken“, bescheinigte Rösler den Geschäftsführern Christian und Michael Wurst.

Rösler sprach ebenso wie der niedersächsische Wirtschaftsminister Bode die drängenden Probleme an: „Weil das Osnabrücker Land schon frühzeitig eine aktive Beschäftigungspolitik und gute Wirtschaftsförderung betrieben hat, herrscht hier fast Vollbeschäftigung.“ Das führe jedoch auf der anderen Seite zu einem Fachkräftemangel. „Gerade in Wachstumsregionen ist die Versorgung mit Fachkräften enorm wichtig: Wenn ein Unternehmen Aufträge absagen muss, weil sie personell nicht zu stemmen sind, ist es schnell vom Markt verschwunden“, skizzierte Bode. Allein in Niedersachsen fehlten jedoch je nach Prognose bis 2030 rund 600.000 Fachkräfte in den Betrieben.

Jetzt gehe es darum, die vorhandenen Arbeitsmarktpotentiale aktiv zu heben, waren sich Rösler und Bode einig. Sie nahmen dabei verschiedenen Zielgruppen in den Blick: die älteren Arbeitnehmer, Frauen, junge Erwachsene und Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Gruppen spielen auch beim Konzept zur Fachkräftesicherung des Landkreises Osnabrück eine besondere Rolle, betonte Landrat Dr. Michael Lübbersmann. Beginnend mit der Präventionsarbeit in den Schulen, der Begleitung des Übergangs von der Schule in den Beruf bis hin zur Ausbildung und Qualifizierung gebe es für jede Zielgruppe maßgeschneiderte Unterstützungsangebote. „Der Schlüssel unseres Konzepts ist jedoch die Zusammenlegung der Wirtschaftsförderung WIGOS und der Arbeitsvermittlung MaßArbeit zum Geschäftsbereich Wirtschaft und Arbeit“, betonte Lübbersmann.

Der Leiter des Geschäftsbereiches Wirtschaft und Arbeit, Siegfried Averhage, machte das an konkreten Beispielen deutlich. Bei der Ansiedlung des Konzerns adidas im Niedersachsenpark in Rieste seien die klassischen Leistungen der Wirtschaftsförderung wie die Begleitung der Bauplanung oder der Verkehrsanbindung ebenso wichtig gewesen, wie die Arbeitsvermittlung oder die zielgerichtete Qualifizierung von Arbeitskräften. „Im Wettbewerb der Region müssen wir in der Lage sein, hervorragenden Service aus einer Hand zu liefern – und zwar mit Blick auf die Unternehmen und mit Blick auf den Arbeitsmarkt“, erklärte Averhage. Ein Konzept, das aus Sicht der beiden Minister auch bundesweit Schule machen sollte.

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien. Sie erreichen Peer-Michael Preß unter: m.press@press-medien.de www.press-medien.de

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