Da ist noch mehr drin: Energie aus Abfall

Bielefeld. Jedes Jahr fallen in pro Haushalt und Person rund 300 – 500 Kilogramm Abfall an. Dass hinter diesem Abfall ein wertvoller Rohstoff steckt, wurde den Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen (WJO) bewusst, als sie jüngst das Bielefelder Unternehmen besichtigten: Die MVA Bielefeld wandelt die Energie des verbrannten Abfalls umweltfreundlich in Strom und Fernwärme um, die in die Verteilnetze der Stadtwerke Bielefeld GmbH eingespeist werden. Die MVA Bielefeld leistet somit einen erheblichen Beitrag zur Entsorgungssicherheit und zur Energieversorgung der Stadt und seiner näheren Umgebung.

Die Zahlen der Anlage sind rekordverdächtig: Um die Kapazität von rund 400.000 Tonnen Abfall pro Jahr nutzen zu können, werden täglich rd. 1.500 Tonnen Abfall angeliefert und bei bis zu 1.300°C im Ofen verbrannt. Mit der Hitze wird Wasserdampf erzeugt, der über die Turbine geleitet Strom erzeugt. Insgesamt können so 50.000 Haushalte mit Strom sowie 30.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. In jeder Tonne Abfall stecken rd. 600 kWh Energie. Nach der Verbrennung hat sich der Abfall um ca. 75% im Gewicht und das um rd. 90% im Volumen reduziert, was bleibt ist die Schlacke – ca. 250kg pro Tonne Abfall. Verwendung findet diese nach einer Aufbereitung und Rückgewinnung der enthaltenen Metalle z.B. im Straßenbau. Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in der 8-stufigen Rauchgasreinigung der MVA Bielefeld so behandelt, so dass am Ende nur noch kaum messbare Emissionen zurückbleiben. Diese liegen dann sogar 90-99% unter den gesetzlichen Grenzwerten.
Nach der Vorstellung des Unternehmens durch Frau Bollrath, Mitarbeiterin in der Unternehmensorganisation der MVA Bielefeld, ging es für die Mitglieder der Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen auf einen ausführlichen Besichtigungsrundgang, bei dem die Gruppe junger Unternehmer und Führungskräfte sich unter anderem ein Bild von dem großen Müllbunker machen konnte, in dem die LKWs abkippen, der Müll zwischengelagert wird und von dem aus die Öfen durch riesige Greifkräne und Mülltrichter beschickt werden.
Als Abschluss des informativen Rundgangs wurde den Besuchern die Gelegenheit gegeben, über einen Fahrstuhl auf den 35 Meter hohen Katalysator zu fahren, von dem aus man einen schönen Blick auf die MVA hat und das Panorama der Stadt Bielefeld genießen kann. Margaretha Runksmeier, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der WJO: „Das Thema Abfallentsorgung beschäftigt uns alle, jedoch haben sich bisher sicherlich die wenigsten von uns Gedanken darüber gemacht, was mit dem Müll passiert, wenn dieser bei uns vor der Tür durch den LKW abgeholt wird. Dass dahinter Höchstleistungen stecken, haben wir heute anhand der Bielefelder Müllverbrennungsanlage erfahren – eine interessante Führung mit spannenden Einblick in das Unternehmen MVA Bielefeld!“

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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Ein Gedanke zu „Da ist noch mehr drin: Energie aus Abfall“

  1. Welche Firma hat die ganze Technik geliefert und wieviel hat das Ganze gekostet? Kann man einen Richtwert angeben, z.B. EURO pro Kwhelektrisch + EURO pro Kwhthermisch und wann, nach wievielen Jahren ammortisiert sich das Ganze?

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