Der digitale Marktplatz von CloudiFacturing verknüpft die vorhandenen Betriebsdaten von Unternehmen über die Cloud mit Hochleistungssimulations-Tools. (Foto: Mimi Potter- Fotolia, Fraunhofer IGD)
Der digitale Marktplatz von CloudiFacturing verknüpft die vorhandenen Betriebsdaten von Unternehmen über die Cloud mit Hochleistungssimulations-Tools. (Foto: Mimi Potter- Fotolia, Fraunhofer IGD)

CloudiFacturing – Hochtechnologie aus der Cloud

Darmstadt. Die Zielsetzung des EU-Projekts CloudiFacturing ist, Produktionsprozesse über einen digitalen Marktplatz zu optimieren. Das Projekt richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs). Diesen wird hochmoderne und komplexe Modellierungs- und Simulationssoftware über die »Cloud« zur Verfügung gestellt.

»Angesichts der Tatsache, dass weniger als 25 Prozent der KMUs in Europa moderne Informations- und Kommunikationstechnologie einsetzen, hat das aktuelle Projekt ein klares politisches Ziel. ›Cloudification Dienste‹ werden zum Wegbereiter für die Digitalisierung der Fertigungsindustrie«, so Prof. Dr.-Ing. André Stork, Abteilungsleiter Interaktive Engineering Technologien vom Fraunhofer–Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, das die Führung und Koordination des Projekts innehat.

Das EU-Projekt CloudiFacturing

Der bezahlbare Zugang zu komplexen Tools auf Hochleistungsrechnern soll es auch kleineren Betrieben möglich machen, die eigenen Produktionsprozesse zu digitalisieren. Es wird nun möglich, eine Fülle von Daten aus dem laufenden Fertigungsbetrieb über die Cloud als Stimulus für Hochleistungs-Analyse-Werkzeuge zu verwenden. Das Resultat sind wesentlich präzisere Simulationsergebnisse des Fertigungsprozesses. Ausgangspunkt für die Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen zu verbessern.

CloudiFacturing ist offen für Unternehmen aus der gesamten EU. Der Projektträger sucht über den aktuellen »Open Call« seit dem 1. Juli Vorschläge für sogenannte »Anwendungsexperimente«. Diese sind auf ein Jahr begrenzte Teilprojekte, die zur Zielsetzung von CloudiFacturing passen. Bevorzugt sind dies: die Simulation von Produktionsprozessen, das Heranziehen von Betriebsdaten als Optimierungsgrundlage und Projekte, welche die Verbesserung der Prozesse und/oder die Produzierbarkeit von Produkten zum Ziel haben.

Teilnehmen können produzierende KMUs, unabhängige Softwareanbieter, Beratungsunternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Anbieter von Hochleistungsrechendiensten sein. Ein Experiment sollte von zwei bis fünf Partnern unterschiedlicher Ausrichtung und aus verschiedenen Ländern eingereicht werden. Pro Experiment werden bis zu 100 000 Euro Fördermittel ausgegeben. Die Annahme und Bewertung der Vorschläge übernehmen sogenannte »Digital Innovation Hubs«.

Der Projektträger hat einiges zu bieten: Das Wesentliche ist die bereits bestehende herstellerneutrale Cloud-Infrastruktur. Auf dieser können die Experimente aufsetzen. Gewünschter Nebeneffekt: Jedes neue Experiment hinterlässt in der Regel eine weitere, nützliche Facette im Service-Angebot. Alternativ kann auf Wunsch das geistige Eigentum durch Einzelvereinbarungen geschützt werden. Projektunterstützung kommt von den Digital Innovation Hubs mit der Erfahrung von bereits über 30 durchgeführten Experimenten.

Den teilnehmenden Unternehmen bietet sich die Chance, über ihr Experiment wertvolle Erfahrungen mit Hochleistungsrechnern und Cloud Computing zu sammeln. Sie können ihre Herstellungsprozesse durch realitätsnähere Simulationsergebnisse optimieren. Das Experiment eröffnet neue Sichten auf cloudbasierte Geschäftsmodelle. Auch bietet sich der digitale Marktplatz von CloudiFacturing als aussichtsreicher Vertriebskanal an.

CloudiFacturing ist eine aktuelle »European Innovation Action IA« im Rahmen der Public Private Partnership »Factories of the Future FoF«. Das Verbundprojekt mit insgesamt 34 Partnern aus verschiedenen europäischen Staaten folgt auf die erfolgreichen EU Projekte »CloudFlow« und »cloudSME« und wird geführt vom Fraunhofer IGD in Darmstadt.

www.igd.fraunhofer.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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