Automatisierte Reinigung von PKW-Abgaspartikelfiltern ohne Filterabtrennung und Spülvorgänge

Bielefeld. Die Verteuerung beim Autofahren und der Logistik auf der Straße steigt langsam aber sicher. Zunehmend werden daher Möglichkeiten gesucht, die es ermöglichen Geld zu sparen. Die Reinigung von verstopften Dieselrußpartikelfiltern (DPF) statt Austausch der Filter erspart hier einige hundert bis zu einigen tausend Euro. mycon GmbH und die Schwesterfirma Kipp Umwelttechnik GmbH haben ihr neues Produkt, die Filterreinigungsanlage „FilterMaster for cars“ nunmehr zur Serienreife gebracht und das Verfahren geht in die Vermarktung. Das Verfahren ist bereits national und international patentiert.

Die Preise für die Neubeschaffung eines Abgaspartikelfilters für PKW liegen zwischen 1.000 und 4.500 €. Eine DPF-Reinigung mit dem Verfahren „FilterMaster for cars“ garantiert für einen niedrigen dreistelligen Betrag ein Reinigungsergebnis, dass bei zuvor nicht schadhaften Filtern nahezu den Neuzustand des Filters wieder herstellt. Der Reinigungsvorgang dauert lediglich 5 – 10 Minuten pro Filter. Danach schließt sich ein kurzer Trocknungsprozess bei niedriger Temperatur an. Da das übliche Ausbrennen des Filters bei hohen Temperaturen entfällt, kann es auch nicht zu Beschädigungen am Filter (Versinterungen) kommen.

Oliver Kipp, Geschäftsführer der mycon GmbH sagt dazu: „Qualität und Wirtschaftlichkeit unseres Reinigungsverfahrens sind überzeugend. Da keine Trennarbeiten und Schweißarbeiten erforderlich sind, bleibt das gesamte Gehäuse einschließlich der Rohrleitungen ungeschwächt. Bisherige Reinigungsverfahren für PKW-Abgaspartikelfilter sind damit aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß und unter Einbeziehung der  Werterhaltung nicht  mehr wettbewerbsfähig“.  Auch das Abstrahlen der Gehäuse fällt weg, das durch die nach der Gehäusetrennung erforderlichen Schweißnähte bei der bisher gebräuchlichen Filterreinigung unabdingbar ist. Die Schweißnähte würden ansonsten rosten. Die Trennung der Gehäuse und die Strahlarbeiten bewirken zudem eine Schwächung des Gehäuses. Die dadurch bedingte Aufrauhung der Gehäuseoberflächen durch die aggressiven Strahlmittel macht die Gehäuse zusätzlich anfällig für Verschmutzung und Korrosion.

Diese Probleme entfallen bei Einsatz von „FilterMaster for cars“ komplett. Das Verfahren unterscheidet sich zudem deutlich von Reinigungsanlagen, die Filter mittels Wasserspülung bzw. mit wasserbasierten oder sonstigen Chemikalien durchspülen. „FilterMaster for cars“ arbeitet mit gereinigter Druckluft, welcher für kurze Zeit eine Wirkstoffkomponente im Promillebereich als Aerosol zugegeben wird. Die Wirkstoffkomponente ist ungiftig und abgesehen vom unangenehmen Geschmack sogar trinkbar. Eine Schädigung der Katalyseflächen durch die Wirkstoffkomponente ist damit nach allen Erkenntnissen und Erfahrungen ausgeschlossen. Das Verfahren ist als Prototyp bereits seit Anfang des Jahres auf dem Markt und hat eine große Anzahl von Filtern voll automatisiert gereinigt. Der Unschädlichkeitsnachweis des Verfahrens auf Abgaspartikelfilter wurde u.a. durch einen Verfahrenstest der Universität Paderborn gezeigt.

Oliver Kipp: „Anlagen aus der ersten Serie wurden bereits von mehreren Kunden geordert. „FilterMaster for cars“ wird in Kürze von 3 Unternehmen in Deutschland, Holland und Belgien zum gleichen Qualitätsstandard und Preis für die Filterreinigung eingesetzt. Für die Beratung rund um die Filterreinigung stehen bei Bedarf zwei geschulte, kompetente KFZ-Meister zur Verfügung.“

Die Vorgeschichte begann 2011 im Rahmen eines zweijährigen Förderprojektes, an dem neben der Kipp Umwelttechnik auch die Universität Paderborn beteiligt war, die Entwicklung eines Verfahrens zur Reinigung von Abgaspartikelfiltern ohne Ausbau bzw. ohne Trennung der Zu-/ Ableitungen zum Filter. Dieses Förderprojekt legte die Grundlage für die nachfolgende erfolgreiche gemeinsame Entwicklung, die zusammen mit der Schwesterfirma mycon durchgeführt wurde. Kipp Umwelttechnik wird in einigen Wochen selbst mit der Filterreinigung in den westlichen Bundesländern beginnen in enger Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen.

Kipp Umwelttechnik GmbH ist seit 1991 national und international tätig in den Bereichen Abwassertechnik, Industriedienstleistungen und Rohrleitungssanierungen. Kunden sind in erster Linie Industrie- und Gewerbebetriebe und Kommunen. mycon und die Schwesterfirma Kipp Umwelttechnik haben seit längerer Zeit Erfahrung in der Reinigung von industriell eingesetzten Filtern. Ab 2010 beschäftigte sich mycon GmbH mit der Reinigung von Abgaspartikelfiltern mittels der Reinigungsanlage „FilterMaster for trucks and more“, zunächst für den Bereich LKW, Baumaschinen, Schiffe, Lokomotiven und Sonderfilter. Mit diesen Geräten wurden auch PKW-Abgaspartikelfilter gereinigt. Allerdings war für PKW-Filter vor der Reinigung eine Trennung des Filtergehäuses erforderlich, um die Filter reinigen zu können. Nach der Reinigung mussten die Filter wieder verschweißt werden, was die Werthaltigkeit des Abgassystems reduziert.

Die IROsoft-Cleantech GmbH hat bereits jahrelange Erfahrung in der Reinigung von Abgaspartikelfiltern. Der Geschäftsführer Rogge ist selbst KFZ-Meister. Er ist nicht nur Spezialist in der Filterreinigung sondern kennt auch die Gesamtzusammenhänge und kann Kunden bei Problemen im Gesamtbereich Abgassysteme beratend unterstützen.

IROsoft betreibt neben der neuen mycon-Anlage „FilterMaster for cars“ mittlerweile eine mycon-Anlage „FilterMaster for trucks and more“. Diese arbeitet mit aus flüssigem CO2 erzeugtem Trockenschnee. Dieses Verfahren ist bereits jahrelang bewährt und national sowie international erfolgreich. Diese Anlage reinigt Filter und Katalysatoren aller Typen, Bauarten und Materialien von kleinen Filtern für Spezialanwendungen über LKW –Filter bis zum Großfilter für z.B. Lokomotiven und Schiffen. IROsoft setzt mittlerweile auch im Sonderbereich industrielle Reinigung erfolgreich Verfahrenstechnik der mycon und der Kipp Umwelttechnik ein.

www.mycon.info

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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