Platzeck ist neuer Chefaufseher des Hauptstadtflughafens

Platzeck ist neuer Chefaufseher des Hauptstadtflughafens Berlin/Schönefeld (dapd). Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ist neuer Chefaufseher des Hauptstadtflughafens. Die Wahl fiel einstimmig aus, wie ein Sprecher am Mittwoch in Schönefeld mitteilte. Platzeck übernahm den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der Personalwechsel stand bereits vor der Gremiumssitzung fest. Wowereit hatte seinen Rückzug angekündigt, nachdem vergangene Woche angekündigt worden war, dass die Eröffnung des neuen Airports zum vierten Mal verschoben werden muss. Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) kam am Mittag in Schönefeld zu einer mehrstündigen Sondersitzung zusammen, um über Konsequenzen aus dem erneuten Debakel beim Bau des Hauptstadtflughafens zu beraten. Vor allem Probleme beim Brandschutz und massive Baumängel im Terminal sind Ursache für den erneuten Aufschub. Platzeck soll nun in führender Funktion einen Neubeginn organisieren. Der Ministerpräsident hatte seine politische Zukunft mit dem Gelingen des Milliardenprojekts verknüpft. Der Sitzung vorausgegangen war ein Treffen der drei Eigner Berlin, Brandenburg und Bund am Ort. Gestört wurde die Runde in der Feuerwache Ost von etwa 50 Demonstranten, die sich an einem Zaun des Geländes postiert hatten. Der Protest war eine Aktion unter Federführung der „Lärmwehr Berlin Brandenburg“, sagte Initiator André Organiska. „Wir haben Musik und Fluglärmgeräusche abgespielt. Die Polizei sagte uns, dass der Krach bis in das Sitzungszimmer zu hören war, weshalb die Fenster geschlossen werden mussten.“ Unterstützt wurden die Aktivisten von Demonstranten aus Berlin-Friedrichshagen und aus dem brandenburgischen Großbeeren. Sie hielten Transparente und Plakate in die Höhe. Nachfolge von Schwarz weiter unklar Bei der Sondersitzung in Schönefeld sollte auch die Absetzung von Flughafenchef Rainer Schwarz beschlossen werden. Unklar ist bislang, wer sein Amt übernimmt. Potenzielle Nachfolger in anderen Flughafenunternehmen sollen bereits angesprochen worden sein. Darüber hinaus sollte der Weg für einen Finanzvorstand freigemacht werden, den es bislang als Einzelposten nicht gibt. Der Aufsichtsrat befasste sich darüber hinaus mit den weiteren notwendigen Kosten für den Weiterbau. Auch Schadenersatzforderungen für von der Verschiebung betroffene Gewerbetreibende kamen zur Sprache. Über Details sollte am Nachmittag berichtet werden. Linke fordert mehr Transparenz Der Linken-Fraktionsvize im Bundestag, Dietmar Bartsch, erhofft sich vom Wechsel an der Aufsichtsratsspitze „frischen Wind“. Im TV-Sender Phoenix forderte er zudem, das Projekt nicht zu einem politischen Spiel ausarten zu lassen: „Hier ist Parteipolitik ein Stück weit fehl am Platze“. Auch die Berliner Linke verlangte mehr „Transparenz, Verbindlichkeit, Berechenbarkeit und Bürgernähe“. Dafür brachte die Fraktion einen Antrag in das Abgeordnetenhaus ein. Erneute Angriffe gegen Wowereit kamen aus der CDU. „Herr Wowereit sollte sich die Frage stellen, wie groß sein Anteil an dem Debakel ist, statt nur mit dem Finger auf andere zu zeigen“, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe dem Berliner „Tagesspiegel“ (Donnerstagsausgabe). Zuvor hatte Wowereit den Bund in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wegen angeblicher Indiskretionen attackiert. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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