Bearbeitungsstau bei Einsicht in die Stasi-Akten

Bearbeitungsstau bei Einsicht in die Stasi-Akten Berlin (dapd). Die Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde wird für viele Antragsteller zunehmend zur Geduldsprobe. Mehr als zweieinhalb Jahre kann es mittlerweile bei umfangreichem Material zu einer Person dauern, räumte Behördenleiter Roland Jahn am Dienstag in Berlin bei Vorlage seines Tätigkeitsberichtes ein. Einem ungebrochenen Interesse der Bürger an den Unterlagen steht eine sinkende Zahl von Mitarbeitern gegenüber. Jahn ist seit dem 15. März 2011 im Amt. Der mittlerweile 11. Tätigkeitsbericht der Stasi-Unterlagenbehörde ist der erste, den der frühere DDR-Regimekritiker verantwortet. Erste Zahlen zum vergangenen Jahr hatte die Behörde schon im Januar vorgelegt. Demnach gingen 88.231 Anträge auf persönliche Akteneinsicht ein, das waren 7.620 mehr als im Jahr zuvor. Zwei Drittel wurden in den zwölf Außenstellen der Behörde gestellt. Die gestiegene Zahl von Anträgen begründete Jahn unter anderem mit zwei Entwicklungen. So können seit Anfang 2012 nahe Angehörige von Verstorbenen leichter Einblick in Akten erhalten. Bei zehn Prozent der Erstanträge ging es 2012 um die Frage nach verstorbenen und vermissten Personen. Zudem berichtete Jahn von einer wachsenden Zahl von jungen Menschen, die kritische Fragen an ihre Eltern stellten. „Es gibt eine neue Generation, die frische Fragen stellt“, sagte Jahn. Die Kinder wollten wissen, warum Eltern mitgemacht und sich angepasst hätten. Zugleich mahnte Jahn eine differenzierte Sicht auf die Tätigkeit inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi an. „IM ist nicht gleich IM“, sagte der Behördenleiter und mahnte, nachzufragen, warum und in welcher Form sich jemand mit der Stasi eingelassen habe. Jahn warnt vor noch längeren Wartezeiten Jahn warnte vor einem weiteren Stellenabbau in seiner Behörde. So sei der Personalbestand der Abteilung Auskunft in den vergangenen zwei Jahren um elf Prozent gesunken. Die Zahl der Anträge pro Mitarbeiter sei seit 2010 um 13 Prozent gestiegen. „Ohne eine Nachbesetzung von frei werdenden Stellen ist deshalb mit einer weiteren Verlängerung der Wartezeiten zu rechnen“, schreibt Jahn in seinem Bericht. Arbeiteten Ende 2010 noch 1.825 Beschäftigte in der Behörde, so waren es Ende 2012 nur noch 1.708 Beschäftigte, wie aus dem Bericht hervorgeht. Tatsächlich tätig waren aber Ende vergangenen Jahres nur 1.579 Menschen. Die Differenz erklärt sich aus der Inanspruchnahme von Altersteilzeit. (Der Tätigkeitsbericht unter http://url.dapd.de/EsQygZ ) dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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