Euro-Express-Geschäftsführer Stefan David (Mitte) realisiert den neuen Firmensitz komplett in Holzbauweise mit der Firma Brüggemann. Geschäftsführer Tobias Brüggemann (r.) und Dieter Schewetzky (l.) von der Wirtschaftsförderung machten sich bei der Baustellenbegehung ein Bild vom zügigen Fortschritt der Arbeiten im Hansa-BusinessPark II. Foto: WFM Münster/Martin Rühle

Euro-Express nimmt 2021 im Hansa-BusinessPark Fahrt auf

Es muss nicht immer der „Sonderzug nach Pankow“ sein. In den Wagen von Stefan David geben vielfältige Anlässe den Takt vor. Ob Betriebsausflug oder Incentive-Tour, ob Klassenfahrt oder Pilgerreise, ob Fan-Trip oder Urlaubstransfer: „Wir setzen alle Gäste mit ihren individuellen Wünschen auf das richtige Gleis“, erklärt der Geschäftsführer der Euro-Express Sonderzüge GmbH & Co. KG aus Münster. Mit einem Neubau im Hansa-BusinessPark II nimmt der 44-Jährige nun eine wichtige Weichenstellung für sein Unternehmen und die angekoppelten Gesellschaften mit insgesamt 40 Beschäftigten vor. Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH hatte David bei der Standortsuche unterstützt und auch das Grundstück an der Stockholmer Straße verkauft.

„Bislang sind die Büros und Lager unserer Firmengruppe über die Stadt verteilt. Das ist auf Dauer nicht wirtschaftlich und effektiv. Am neuen Standort führen wir die für den Zugbetrieb notwendigen Leistungen zusammen“, freut sich der Firmenlenker über die Verlagerung in den münsterischen Süden. „Die Lage und die infrastrukturellen Bedingungen sind prima.“
Der zweite Teil des Hansa-BusinessParks nördlich der Wiedaustraße, in dem nach Abzug von Verkäufen und Reservierungen noch 4,4 von elf Hektar zur Verfügung stehen (40 Prozent), ist für Unternehmen kleiner und mittlerer Größe prädestiniert. Zusätzlich kann die WFM im Hansa-BusinessPark I aufgrund der hohen Nachfrage von hauptsächlich flächenintensiveren Nutzern aktuell noch neun von ursprünglich 47 Hektar Nettobauland anbieten (19 Prozent). „Für wachstumsorientierte Betriebe steht in beiden Gebieten noch Platz zur Verfügung“, erklären die WFM-Geschäftsführer Christine Zeller und Robin Denstorff. Diesen Spielraum hat Euro-Express genutzt.

Stefan David hatte das Unternehmen im September 2019 in Form eines Management-Buyouts übernommen. Bis dahin gehörte es zur Müller-Touristik GmbH & Co. KG, für die der 44-Jährige insgesamt 15 Jahre lang tätig war. In dieser Zeit entwickelte er auch seine Leidenschaft für das Bahngeschäft und knüpfte daran seine langfristige berufliche Perspektive. Heute profitiert er von der eingespielten Mannschaft in der Verwaltung sowie Zug-Bewirtschaftung und -Instandhaltung. In der Betriebsstätte am Industrieweg, zwischen Titus und der Agravis Raiffeisen AG, unterhält Euro-Express einen Fuhrpark mit 50 Wagen und Lokomotiven.

In dem künftigen Bürogebäude bei Amelsbüren sitzen die Euro-Express Sonderzüge GmbH & Co. KG, der Reinigungsbetrieb FMD GmbH und die DEELS-Trainservice GmbH & Co. KG, zuständig für das Catering sowie die Schlaf- und Liegewagenbetreuung. Zusätzlich wird hier die David Gastro GmbH, Betreiberin der 2020 renovierten Hiltruper Stuben am Sternkamp 1, einziehen. Vier Unternehmen unter einem Dach? „Ja, es ist vergangenes Jahr viel passiert“, sagt David. Die Gründung der Reinigungsfirma erfolgte im Zuge der Euro-Express-Übernahme. Die Fortführung des Gastronomiebetriebs in Hiltrup resultierte aus der Neuaufstellung des Sonderzug-Caterings. „Herausgekommen ist ein gut aufeinander abgestimmtes Firmengeflecht mit Wachstumspotenzial“, sagt er und betont: „Inzwischen bieten wir die ursprünglich auf das Bahngeschäft bezogenen Leistungen auch auf dem freien Markt an.“ FMD reinigt neben den Zugwagen auch Gastronomien sowie Hallen und Bürogebäude. Die DEELS-Trainservice kann für Firmenevents und Hochzeitsfeiern gebucht werden. „Mit Fantasie und Kreativität lassen sich weitere Potenziale erschließen.“

Diese Herangehensweise kommt auch beim neuen Firmensitz zum Tragen. Er soll Mitte Dezember – nach einer nur dreimonatigen Bauphase – in Betrieb genommen werden. „Das Bürogebäude und die zehn Meter hohe Lagerhalle realisieren wir komplett in Holzbauweise. „Das ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll.“ Alle Außen- und Stützelemente hat die Firma Brüggemann aus Neunkirchen vorproduziert. Das gewährleistet eine Montage im Eiltempo. „Damit können wir mit Beginn des Jahres 2021 wieder kräftig Fahrt aufnehmen“, sagt David angesichts der guten Buchungslage. Corona? „Wir haben uns auf verschiedene Szenarien eingestellt. Wir fahren wie in diesem Jahr mehrgleisig.“

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