Open for Innovation: Mittelstand meets Israel – Vernetzung angelaufen

Am vergangenen Donnerstag, dem 20. August 2020, fand die Online-Veranstaltung „Open for Innovation – Mittelstand meets Israel“ statt. Knapp 70 Teilnehmer schalteten sich in das Online-Event ein und erhielten so Einblicke in das israelische Ökosystem. Die Veranstaltung stellte den Teilnehmern wichtige Partner für die deutsche Wirtschaft in Israel vor. Darüber hinaus berichteten zwei Unternehmen aus OWL und NRW von ihren Erfahrungen mit Israel und gaben wertvolle Hinweise für ein Engagement vor Ort.

Nach einer Begrüßung und Einleitung durch den wissenschaftlichen Projektleiter von Open Innovation City, Prof. Dr. Ingo Ballschmieter, übernahm Dr. Gil Yaron, Leiter des Büros von Nordrhein-Westfalen in Tel Aviv, als erster das Wort. Er ging insbesondere auf die Frage ein: „Warum Israel?“ und stellte neben den wirtschaftlichen Faktoren vor allem auch die offene und freundliche Kultur der Israelis dar. „Im Rahmen des israelischen Ökosystems trägt die ganze Persönlichkeit der Menschen vor Ort maßgeblich zu diesem innovativen Standort bei.“ Außerdem erklärte er den Teilnehmern seine Tätigkeit für das Land NRW vor Ort, in der er als „Türenöffner“ für Unternehmen aus NRW aktiv sei: „Es ist wichtig, die derzeit teilweise noch stark vorhandenen Hemmschwellen abzubauen und ein Netzwerk aufzubauen, damit der Weg für Unternehmen nach Israel leichter wird.“, sagt er.

Charme Rykower, Senior Executive der Auslandhandelskammer Israel, stellte als zweite Rednerin die Möglichkeiten und Unterstützungsangebote ihrer Institution vor Ort für Unternehmen vor. „Unsere Aufgabe ist die Beratung und Betreuung nordrhein-westfälischer Unternehmen bei ihren Geschäftsvorhaben vor Ort sowie die Bewerbung des Wirtschaftsstandortes NRW. Vor allem die Delegationsreisen nach Israel, die im Rahmen dieses Abkommens mehrmals jährlich durchgeführt werden, sind ein sehr geeignetes und effizientes Mittel zur Herstellung von Technologiepartnerschaften und zur Markterschließung.“, berichtete sie. Neben dem Mindset, das Israel präge, wies sie vor allem auf die 15 aktuellen Tech-Trends 2020 hin und warb für eine Vernetzung in diesen Technologien, wie zum Beispiel bei Agritech, Energie oder auch Cybersecurity.

Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einem deutschen Unternehmen und Israel mit Hilfe der Auslandshandelskammer aussehen kann, konnte im folgenden Interview Wolfgang Straßer, Geschäftsführer der @-yet GmbH, aufzeigen: „Wir haben vor knapp vier Jahren den Weg nach Israel gewagt und sind begeistert. Nicht nur die Hilfe der Auslandshandelskammer war dabei ein wichtiger Faktor, auch die angesprochene Mentalität und Offenheit der Israelis trägt für uns bis heute maßgeblich zum Erfolg dieses Weges bei.“ Als nächsten Schritt, nach Corona, plane er zur Vereinfachung der Kommunikationswege und Maßnahmensteuerung einen Mitarbeiter in Israel direkt einzusetzen – denn eine gute Perspektive hierfür sehe er in Israel wie in kaum einem anderen Land.

Im letzten Programmpunkt der Online-Veranstaltung interviewte Henning Duderstadt, Leiter des Innovation Office, einen Unternehmensvertreter aus OWL: Marcus Böker, Geschäftsführer der Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH, war zuletzt kurz vor dem Start der Corona-Pandemie in Israel. Auch er teilte die Begeisterung für das Land und die Leute wie seine Vorredner. „Aber natürlich ist Israel für unser Unternehmen gerade in den Bereichen Industrie 4.0 oder auch Cybersecurity ein riesiger Markt. Wir haben im Vorfeld an vielen Stellen schon Berührungspunkte mit dem Land gehabt, beispielsweise in als Konkurrenztechnologie von unseren bestehenden Start-ups.“, sagte er. Vor knapp einem Jahr begann sein Unternehmen mit der konkreten Analyse des israelischen Marktes und hat vor kurzem erfolgreich ein Investment vor Ort tätigen können – ein wichtiger Schritt, der seinen Startpunkt auch durch die Hinterland of Things in Bielefeld finden konnte.

Henning Duderstadt resümierte nach diesen beiden Interviews zum Abschluss des Events, dass vor allem die Proaktivität beider Unternehmen besonders sei und dankte allen Speakern wie auch den Teilnehmern für die „lebendige und spannende Veranstaltung“.

„Wir als Organisatoren sind begeistert, dass von 87 angemeldeten Teilnehmern 70 Personen dabei gewesen sind und uns nicht nur mit ihren Fragen an die Redner, sondern auch mit ihrem Feedback während und nach der Veranstaltung gezeigt haben, dass OWL Formate wie dieses braucht. Jetzt hoffen wir natürlich, dass aus diesem Event auch die ein oder andere Vernetzung von Unternehmen aus unserer Region nach Israel entsteht.“, sagte Projektleiter Prof. Dr. Ingo Ballschmieter nach der Veranstaltung.

Das Projekt wird geführt von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), der Founders Foundation, dem Pioneers Club und owl maschinenbau sowie gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

In einer Zeit des schnellen, technologischen Wandels und gesellschaftlicher Entwicklungen wird Innovation zur Maßgabe für die Zukunftsfähigkeit deutscher Städte und Regionen. Das noch junge wissenschaftliche Prinzip der Open Innovation steht dabei für Offenheit, für das Vernetzen der gesellschaftlichen Akteure und für die Verbindung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. In einem einzigartigen Projekt wird das Prinzip der Open Innovation nun erstmals auf eine Stadt übertragen: Bielefeld ist die erste Open Innovation City Deutschlands. Das Projekt wird geführt von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), der Founders Foundation, dem Pioneers Club und owl maschinenbau sowie gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.