NRW-Wirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart eröffnete gemeinsam mit Fraunhofer Lemgo und weiteren Partnern aus Unternehmen und Kommunen das IoT-Realabor LEMGO DIGITAL. (Foto: Fraunhofer IOSB-INA)
NRW-Wirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart eröffnete gemeinsam mit Fraunhofer Lemgo und weiteren Partnern aus Unternehmen und Kommunen das IoT-Realabor LEMGO DIGITAL. (Foto: Fraunhofer IOSB-INA)

Lemgo Digital: Die Referenz für Mittelstädte

Lemgo/Düsseldorf. Am 05. April 2018 ist es soweit: Das Fraunhofer IOSB-INA wird im Rahmen der Initiative LEMGO DIGITAL die Innenstadt der Alten Hansestadt zu einem offenen Test- und Mitmach-Labor (Living Lab) ausbauen. Ziel sind Digitale Innovationen für den Alltag auf Basis des Internet der Dinge (IoT). Dadurch wird Lemgo zur IoT-Referenzplattform für Mittelstädte, die von Forschung, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger genutzt wird.

Die Randbedingungen in Lemgo und die vor Ort vorhandene Fraunhofer- Kompetenz im Bereich des industriellen Internet der Dinge bieten die idealen Rahmenbedingungen für das Vorhaben.

Mittelstädte: Mit einer Größe zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern sind sie Heimat für die Hälfte aller Einwohner in NRW. Lemgo fällt mitten in dieses Raster. Aufgrund der überschaubaren Größe und den kurzen Entscheidungswegen ist Lemgo prädestiniert dafür, das Thema Digitalisierung in der Stadt umfassend anzugehen.

Im Projekt sollen die Nutzer technischer Produkte und Lösungen, wie beispielweise Bürgerinnen und Bürger, im Rahmen des neuen IoT-Reallabors nicht auf die Rolle als Testpersonen beschränkt bleiben, sondern als Alltagsexperten direkt in die Ideenfindung und damit die aktive Gestaltung von Innovationen eingebunden werden. Das Land NRW wird die vor einem Jahr von Fraunhofer gestartete Initiative LEMGO DIGITAL fördern, genauer, das notwendige Netzwerkmanagement- und Partizipationsinfrastruktur für das offene Test- und Mitmach-Labor.

Neben der richtigen Größe der Stadt, der großen Zustimmung von Politik und Verwaltung für das Vorhaben und den damit verbundenen kurzen Entscheidungswegen, ist es in Lemgo die Forschungsinfrastruktur, die den Standort prädestiniert: Die Fraunhofer- Gesellschaft unterhält mit dem Fraunhofer IOSB-INA einen Standort, der seit fast zehn Jahren auf den Gebieten der Informations- und Kommunikationstechnik im industriellen Umfeld sowie der Intelligenten Automation forscht. Diese Gebiete sind Schwerpunkte des Fraunhofer-Instituts in Lemgo, das derzeit mit der SmartFactoryOWL auf Lösungen in der Industrie 4.0 fokussiert ist. Mit LEMGO DIGITAL sollen diese Kompetenzen (Sensorik, Vernetzung, Datenanalyse, Mensch-Technik-Interaktion) auf Lösungen für Alltagsprobleme in der Stadt ausgeweitet werden. Unterstützt werden die Lemgoer Fraunhofer-Wissenschaftler dabei durch das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL und weiteren Partnern sowie durch das Land NRW.

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart sieht sich in der Entscheidung bestätigt, die Mittelstadt Lemgo mit Fraunhofer in der Region Ostwestfalen-Lippe zur IoT-Referenzplattform zu machen: „Lemgo Digital macht das Internet der Dinge für die Bürgerinnen und Bürger praktisch erfahrbar und zeigt, wie die Digitalisierung Alltagsprobleme lösen kann. Die Rahmenbedingungen hier passen ebenso gut zu diesem Projektvorhaben wie das fachliche Profil der Lemgoer Fraunhofer-Wissenschaftler. Und mit intelligenten technischen Systemen kennt man sich in Ostwestfalen Lippe ja sehr gut aus.“

Vor diesem Hintergrund setzte sich Minister Pinkwart für eine Finanzierung durch das Land NRW ein, um diese Innovationsplattform aufzubauen. Hierzu gehören zum einen die Realisierung der technischen Infrastruktur mit einer großen Anzahl von unterschiedlichsten Sensoren, einer entsprechenden leistungsfähigen Vernetzung und Datenverarbeitung sowie Apps als Schnittstelle zum Nutzer. Der Plan von Fraunhofer in Lemgo: Erste Impulsprojekte werden in den Handlungsfeldern Mobilität, Handel und Umwelt aufgesetzt, ebenso wie ein professionelles Projektmanagement. Künftig soll diese Infrastruktur dann von Unternehmen, IoT-Startups, Kommunen und Forschungseinrichtungen genutzt werden, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern neue Produkte und datenbasierte Dienste zu entwickeln und zu erproben.

Potential von LEMGO DIGITAL überzeugt

Das Ziel ist es, dieses System auch über die Förderphase hinaus dauerhaft zu etablieren, denn dieser Innovationsansatz ist für Unternehmen von großem Interesse. Weitere Mittelstädte werden einbezogen: Von Beginn an werden weitere interessierte Kommunen in eine Nutzergruppe eingeladen, um diesen Prozess aktiv mitzugestalten und die Ergebnisse schnell adaptieren zu können. Professor Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA und Initiator von LEMGO DIGITAL, ist vom Potential überzeugt: „Die Alte Hansestadt Lemgo steht modellhaft für die über 180 Mittelstädte in NRW, in denen die Hälfte aller Menschen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes leben. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mit Lemgo Digital zeigen können, dass jahrhundertelange Tradition in unseren Mittelstädten und Innovation kein Widerspruch sind.“

www.fraunhofer-owl.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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