Zusammenfassung der Ergebnisse

Zusammenfassung der Ergebnisse, Titelthema:

Der Mittelstand erwartet massive politische Folgen der Eurokrise
Viele mittelständische Unternehmen machen sich Sorgen um den weiteren Bestand des Euroraums. Sie rechnen mittelfristig mit der Insolvenz einzelner Euro-Staaten und mit dem Auseinanderbrechen der Eurozone. Deutsche Ökonomen teilen diese Befürchtungen zwar, sind aber insgesamt optimistischer und rechnen weniger mit ordnungspolitischen Szenarien.

Grenzen des Wachstums werden zum Thema für den Mittelstand
Der Mittelstand sieht Grenzen des volkswirtschaftlichen Wachstums: 88 Prozent der Befragten stellen sich auf Wachstumsgrenzen ein. Die Zeichen stehen trotzdem weiter auf Export. Ein Zurückfahren der deutschen Überschüsse ist für die Unternehmen keine Option. Ein moderates Lohnniveau soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Deutsche Unternehmen rechnen weltweit mit schwacher Konjunktur
Mittelstand und Wissenschaft erwarten in den nächsten Jahren eine anhaltend schwache Konjunktur. Zwei Drittel der befragten Unternehmen fürchten Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Hinzu kommen Sorgen in Hinblick auf Inflation, schwankende Nachfrage und Zahlungsausfälle. Ökonomen blicken optimistischer in die Zukunft als Unternehmer.

Der Mittelstand ist gespalten: Dynamik bei erfolgreich international tätigen Unternehmen
Wie 2007 setzt gut die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Ausland ab. Es zeichnet sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft ab: auf der einen Seite Unternehmen mit rein nationalem Geschäftsmodell, die Internationalisierung ausschließen oder zurückstellen, auf der anderen Seite international tätige Unternehmen, die mit Erfolg ihre Aktivitäten im Ausland ausweiten.

Global Sourcing wird zum Regelfall
Knapp die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen erwirbt Produkte oder Dienstleistungen im Ausland. Häufig wird nicht nur in europäischen Ländern, sondern auch in den BRIC-Staaten und anderen weit entfernten Märkten eingekauft. Jeder fünfte deutsche Mittelständler produziert selbst im Ausland.

Unternehmen mit Potenzial für Auslandsgeschäfte stellen Pläne zurück
Mittelständler ohne Auslandsabsatz sind mit ihrem Geschäftsmodell mehrheitlich zufrieden. Im Verzicht auf Auslandsgeschäfte sehen diese Unternehmen meist keine Gefahr. Knapp jedes zehnte Unternehmen erkennt für die eigene Branche Potenzial im Ausland. Die Rahmenbedingungen halten viele allerdings für schwierig. Das europäische Ausland ist als Absatzmarkt derzeit wenig attraktiv. Das behindert den Eintritt ins internationale Geschäft insgesamt.

International tätige Unternehmen auf Wachstumskurs: Der Mittelstand erobert zunehmend Märkte jenseits von Europa und verstärkt seine Auslandspräsenz
Europa bleibt ein zentraler Markt, der Handel mit den BRIC-Staaten ist aber heute häufig schon die Regel. Zwei Drittel aller international tätigen deutschen Mittelständler nutzen Wachstumschancen jenseits von Europa, Nordamerika und Japan. Die Unternehmen sind vor Ort stärker vernetzt als noch 2007. Es gibt deutlich mehr langfristige Kooperationen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften im Ausland.

Wettbewerbsvorteile durch „Made in Germany“ und „Managed in Germany“
Wer im Ausland einkauft oder produziert, nutzt Vorteile für die Preis- und Angebotsgestaltung. Internationale Kunden legen aus Sicht der deutschen Mittelständler vor allem Wert darauf, dass ein deutsches Unternehmen die Qualität garantiert und den Produktionsprozess steuert.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen nimmt weiter zu
Die deutsche Wirtschaft wird in der Welt als Qualitäts- und Innovationsführer geschätzt – mehr noch als 2007. Verbessert hat sie sich aus ihrer Sicht bei Service und Beratung. Lediglich bei der Vermarktung deutscher Produkte und Dienstleistungen im Ausland sehen viele Mittelständler noch Nachholbedarf. Insgesamt sind international tätige Unternehmen deutlich selbstbewusster geworden. Die Geschäftskonzepte haben sich bewährt, Marktorientierung bleibt oberstes Gebot. International tätige Unternehmen spüren zunehmend Schwierigkeiten im Auslandsgeschäft, die sie selbst wenig beeinflussen können. Sie nennen Handelsbarrieren, Währungsrisiken und Probleme beim Schutz geistigen Eigentums. Finanzierungsprobleme sind eher die Ausnahme.

Die strategischen  Potenziale von Auslandsstandorten: mehr als nur der Markt
Jedes vierte mittelständische Unternehmen hat mindestens einen Auslandsstandort, der primär der Markterschließung dient. Qualifikation der Mitarbeiter und interkulturelle Verständigung gelten dort als Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Investitionsentscheidungen und die strategische Marktbearbeitung vor Ort bergen das höchste Konfliktpotenzial zwischen Zentrale und Auslandsstandort.

Kritik an Banken und Sparkassen ist rückläufig, der Mittelstand fordert aber mehr Engagement für kleinere Unternehmen
Im Vergleich zu 2007 geht die Kritik an Banken und Sparkassen zurück. Ein Drittel der Unternehmen hält das deutsche Bankensystem allerdings immer noch für zu schwach aufgestellt, um das Auslandsengagement deutscher Unternehmen zu unterstützen. Die befragten Ökonomen teilen diese Einschätzung nicht. Einig sind sie sich mit dem Mittelstand darin, dass sich Banken und Sparkassen zu wenig für die Internationalisierung kleiner Unternehmen engagieren. Verbesserungsbedarf sehen die Unternehmen vor allem in der strategischen Beratung.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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