Leitzins auf null Prozent

(Foto: matttilda - Fotolia.com)
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Wie in der vergangenen Woche verkündet wurde, hat die EZB (Europäische Zentralbank) den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt und im gleichen Zug die Strafzinsen auf Einlagen erhöht. Diese doch sehr aggressive Politik soll den Finanzmarkt kräftig ankurbeln, wird von vielen Experten allerdings kritisiert. Wir blicken mit Ihnen auf Gründe, Auswirkungen und darauf was Finanzexperten in Deutschland zu dieser Entwicklung meinen.Geschäftsbanken haben seit dieser Woche erstmals die Möglich, Geld bei der EZB zu einem Zinssatz von null Prozent zu erhalten. Im Volksmund bedeutet das: Geschäftsbanken kommen kostenlos an frisches Geld. Bislang lang der Leitzins noch bei 0,05 Prozent, was auch schon als historisches Tief angesehen werden durfte. Die zweite Veränderung am Finanzmarkt betrifft den Einlagesatz, dieser wurde von 0,3 Prozent auf 0,4 Prozent heruntergesetzt. Zur Erklärung: Für die Geschäftsbanken entstehen sogar Kosten, wenn Geld bei der EZB geparkt wird. Dadurch verspricht sich die EZB eine verstärkte Vergabe von Krediten an Unternehmen und Privatpersonen, die dann zu einem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung frühen soll. Zusätzlich werden die Anleihekäufe von bisher 60 Milliarden/ Monat auf 80 Milliarden erhöht.

Senkung des Leitzinses kommt überraschend

Nachdem im Februar die Preise in der EU um satte 0,2 Prozent gefallen waren, haben Finanzexperten mit einer Reaktion der EZB gerechnet. Angepeilt für einen gesunden Wachstum war nämlich eine Preissteigerung in der EU-Zone um bis zu 2 Prozent. Heinz Völler vom Finanzportal www.guenstigerkreditvergleich.com erklärt dazu: „Mit der Anhebung der Strafzinsen und der Erhöhung der Anleihen hatte die Finanzwelt gerechnet, die Senkung des Leitzinses dagegen kommt sehr überraschend.“

Die Risiken die in dieser Verzweiflungstat liegen, trägt letztendlich überall in der EU der kleine Bürger. Das Resultat aus dem aktuellen Leitzins schlägt sich in Minizinsen bei Sparanlagen und extremen Risiken bei der Altersvorsorge nieder.

Falsche Signalwirkung befürchtet!

Freuen dürfen sich speziell die Börsianer und alle Schuldenländer im Süden. Abgestraft werden hierdurch alle solide wirtschaftenden Länder in der EU. Letztendlich besteht vorallem auch die Gefahr, dass langfristig keine echte Besserung in den Schuldenländern entsteht. Experten befürchten, dass durch die günstigen Zinsen notwendige Reformen eher blockiert werden.

Wolfgang Steiger (Generalsekretär im CDU Wirtschaftsrat) sieht in den Handlungen eine gefährliche Signalwirkung: „Es gibt keine Abwärtsspirale fallender Preise, Löhne und Gehälter. Bei einer falschen Medizin hilft es nicht, die Dosis weiter zu erhöhen. Die gefährlichen Nebenwirkungen lassen sich längst nicht mehr schönreden.“

Weiterführende Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Leitzins
http://www.spiegel.de/thema/leitzins/

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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