Stadt Bielefeld: der Arbeitsmarkt im Februar 2020

Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld, kommentiert die Daten zum Arbeitsmarkt wie folgt: „Der Arbeitsmarkt in der Stadt Bielefeld erweist sich im Februar gegenüber dem Vormonat zwar als etwas stabiler, doch ist der Bestand an Arbeitslosen leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt dabei unverändert 7,8 Prozent“. Das spricht dafür, dass nicht allein temporär wirkende, saisontypische Effekte  –  wie das Auslaufen von Arbeitsverträgen  –  die deutlicheren Spuren am Arbeitsmarkt im Januar hinterlassen haben. Diese sind wohl auch Folge der schwächeren Konjunktur.

Nachdem der Anstieg der Arbeitslosenzahl insbesondere im SGB-III-Bereich im Januar signifikant ausgefallen war, ist der Bestand der Arbeitslosen in diesem im Februar zwar gesunken, allerdings mit 0,9 Prozent nur leicht. Und der Wert liegt gegenüber dem Vorjahresmonat fast 16 Prozent höher. Die unterliegende, schwächere konjunkturelle Dynamik vermag am Arbeitsmarkt in Bielefeld momentan offenbar wenig zu bewegen. In ganz Ostwestfalen-Lippe sehen wir das. Im SGB-II-Bereich gibt es beim Bestand der Arbeitslosen weiter einen Zuwachs, wobei hier negative Auswirkungen des schlechten Wetters etwa auf den Bau, die Landwirtschaft und den Gartenbau hineingespielt haben dürften.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Stadt Bielefeld im Februar 2020 gestiegen. Insgesamt waren 13.946 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind das 18 Personen oder 0,1 Prozent mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.323 Personen bzw. 10,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Februar 2020 7,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 7,1 Prozent (plus 0,7 Prozentpunkte).                                                               

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.488 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 41 Personen bzw. 0,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Erhöhung um 602 Personen oder 15,5 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 59 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 721 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 0,6 Prozent zum Vormonat bzw. plus 8,3 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 9.458 Personen und damit 67,8 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen. 

Jugendarbeitslosigkeit

1.355 Arbeitslose sind im Berichtsmonat in der Stadt Bielefeld unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren noch 58 weniger und im Vorjahresmonat 147 weniger junge Menschen arbeitslos. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 4,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 12,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken, und zwar um 18 Personen oder um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 343 Arbeitslose mehr (8,9 Prozent). Insgesamt sind 4.187 Menschen ab 50 Jahre in der Stadt Bielefeld betroffen. 

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in der Stadt Bielefeld im Berichtsmonat gesunken. 5.553 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 93,2 Prozent (5.173 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates gibt es 1 Langzeitarbeitslosen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl der über lange Zeit Arbeitslosen damit um 344 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Stadt haben in diesem Monat 632 Stellen gemeldet (plus 147 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.400 offene Stellen, 156 mehr als im Vormonat und 389 weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe leicht gesunken. So sank die Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Region im Vergleich zum Januar 2020 um 0,3 Prozent auf 62.461 Personen. Das sind insgesamt 165 Arbeitslose weniger. Im Februar 2019 waren noch 5,1 Prozent oder 3.025 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft alle Personengruppen, mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen. Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag auch im Februar auf einem sinkenden Niveau. Der Bestand lag mit 18.830 freien Stellen um 1.851 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.337 Stellen. Die günstigste Arbeitslosenquote in Ostwestfalen-Lippe findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,9 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,3 Prozent), Bielefeld (5,9 Prozent) und Detmold (6,0 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent.

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