Eignungsdiagnostik im praktischen Einsatz

Fachkräfte finden und binden – Mit den eigenen Stärken punkten: Der Wettbewerb um die besten Fachkräfte hat begonnen. Können kleine Unternehmen aus der „Provinz“ gegen Konzerne in Großstädten bestehen? Wichtig ist es, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen! Was Großunternehmen häufig nicht bieten können sind Übersichtlichkeit, Vertrautheit und persönliche Nähe.

Es gibt Fachkräfte, die ein überschaubares Unternehmen einem Konzern vorziehen. Doch was zeichnet sie aus? Fach- Spezialisten, die weder rechts noch links schauen, sind in Kleinunternehmen wenig hilfreich. Gefragt sind Mitarbeiter, die anpacken, mitdenken, sich nicht zu schade sind, einmal etwas zu tun, was unterhalb ihrer Qualifikation liegt.

Solche Fachkräfte sind nicht darauf angewiesen, für alles und jedes eine Vorgabe zu bekommen. Dafür haben sie selbst ausreichend Vorstellungskraft. Oft handelt es sich um Menschen mit ausgeprägtem «Wir»-Gefühl, die für ihre Firma eine Stütze sein wollen. Sie brauchen eine verantwortungsvolle und für die Firma wichtige Aufgabe. Natürlich wollen sie auch leben und erwarten ein vernünftiges Gehalt. Die Bedeutung der Bezahlung tritt jedoch zurück, wenn die Fachkräfte, passend zu ihrer Persönlichkeit Freiräume bekommen, menschliche Wertschätzung erhalten, Sinn in ihrer Arbeit finden.

Ein Aufwand mit viel Nutzen
Die Kunst liegt darin, die besonderen Fähigkeiten und persönlichen Stärken einer Fachkraft zu erkennen, um sie richtig einzusetzen. Dies ist nicht einfach, denn direkt nach den eigenen Stärken befragt, versucht jeder, sich in einem möglichst guten Licht darzustellen. Hilfreich sind Persönlichkeitsanalysen. Ihr Einsatz ist in kleinen Unternehmen aber eher unüblich. Jedoch der Nutzen neuer, auf wissenschaftlicher Basis entwickelter Tools übertrifft die Erwartungen.

Im Flow-Zustand bleiben
Hat eine Fachkraft den richtigen Platz gefunden, sind gute Voraussetzungen für einen Flow gegeben. Von einem Flow spricht man, wenn die Fachkraft in ihrer Arbeit derart aufgeht, dass sie die Zeit vergisst. Dazu muss die Fachkraft wissen, was man von ihr erwartet. Die Aufgaben sollten den persönlichen Fähigkeiten sowie den inneren Zielen und Wünschen entsprechen.

Unser Arbeitsgedächtnis verfügt über eine geringe Speicherkapazität. Es kann nur sieben, plus/minus zwei Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten. In einem Flow-Zustand wird die Speicherkapazität für eine Aufgabe genutzt. Es gibt keine Ablenkung durch Konflikte, Unsicherheit.

In einem Flow-Zustand sind Menschen außerordentlich produktiv – und glücklich! Die Arbeit ist eine befriedigende Aufgabe.

Den tieferen Sinn
der Arbeit verdeutlichen

Um Fachkräfte zu binden, müssen sie den Sinn ihrer Arbeit erkennen. Diesen zu vermitteln, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Führungskraft. Fachkräfte wollen wissen, wofür sie arbeiten und weshalb sie stolz auf ihr Unternehmen sein dürfen.
Die besondere Herausforderung besteht also darin, sich den wandelnden Anforderungen des Marktes anzupassen und dabei den Kern des Unternehmens zu bewahren. Es geht um die Fähigkeit, Wandel und Fortschritt mit Tradition in Einklang zu bringen.

Die Antworten auf drei zentrale Fragen helfen dabei:

1.    Grundwerte des Unternehmens: Für welche Werte steht das Unternehmen?
2.    Unternehmens-Strategie: Was sind die langfristigen Ziele, die zu erreichen sind?
3.    Unternehmens-Zweck: Wie und womit sollen die Ziele erreicht werden?

Diese Fragen kennzeichnen die unternehmerische Vision. Sie helfen den Fachkräften, sich mit ihrem Arbeitgeber zu identifizieren.

Ein gutes Betriebsklima
Für ein gutes Betriebsklima kommt es vor allem auf den direkten Vorgesetzten an. Die Fachkräfte schauen sehr stark darauf, ob sie leben, was sie sagen und wie sie sich in schwierigen Situationen verhalten.
Die Vorbildfunktion der Führungskräfte kann man kaum überschätzen: Sie ist eines der stärksten Instrumente, um das Verhalten von Fachkräften zu beeinflussen.

Im Berufsleben sind es die Führungskräfte, von denen die Mitarbeiter am effektivsten lernen – und zwar positiv wie negativ. Wenn es also darum geht, Verhalten bei Fachkräften zu ändern, die Bereitschaft zu entwickeln, neue Wege zu gehen, dann ist die Vorbildfunktion eine unbedingte Voraussetzung.

Mit Geld hat all das nicht viel zu tun. Eine menschenfreundliche Umgebung gibt es dennoch nicht umsonst. Sie kostet Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, die nötigen Dinge zu tun. Als Belohnung winkt ein schlagkräftiges Fachkräfte Team und eine Umgebung, in der Menschen gerne sein wollen. Das ist wichtig, denn Fachkräfte sprechen insbesondere dann positiv von ihrem Arbeitsplatz, wenn sie sich dort wohlfühlen.

Damit schließt sich der Kreis: Gelingt es, die persönlichen Einstellungen und Wünsche der Fachkraft mit den Strukturen und Zielen des Unternehmens in Einklang zu bringen, steht einer langfristigen engagierten Zusammenarbeit nichts mehr im Weg.

www.dr-pries.com

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
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