CNC-Drehteile Markt am Scheideweg. Laserhub vergrößert Online-Angebot

Wenige Wochen nach dem Abschluss der ersten großen Finanzierungsrunde und der Aufnahme von CNC-Drehen in das Portfolio seiner Online-Plattform, erweitert das Startup Laserhub sein Angebot in diesem Bearbeitungsverfahren erneut. Zukünftig sind CNC-Drehteile sowie Dreh-Frästeile mit einem Durchmesser von bis zu 230 mm verfügbar. Gegenwärtig verfügt keine Online-Plattform über ein vergleichbares Angebot. Getrieben wurde diese Erweiterung von der aktuellen Marktlage, die es schwierig macht, geeignete Anbieter für derartige Bedarfe zu finden.

„Der Markt für Drehteile kam wie so viele andere Bereiche durch Corona gewaltig in Bewegung. Hersteller und Abnehmer haben erkannt, dass die konventionellen Prozesse und Abläufe deutlich verbessert werden müssen, um zukunftssicher zu sein. Digitalisierung ist hier das Stichwort der Stunde“, erklärt Christoph Rößner, Geschäftsführer bei Laserhub. „Genau dies haben wir bei Laserhub schon vor drei Jahren mit unserer Plattform für die Laser-Blechbearbeitung erkannt und weiten nun unser Angebot mehr und mehr auch in Richtung spanende Bearbeitung aus. Der Plattform-Ansatz hat sich bewährt und wir sind sicher, dass hier sowohl für Anbieter als auch Einkäufer noch große Potentiale stecken.“

Prof. Dr. Christian Braun, Experte für Industriegütermarketing an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft bestätigt, dass die Bündelung vieler Lieferanten auf einer Plattform Vorteile für Unternehmen mit Teilebedarf haben könnte. Einen Grund liefere etwa die generelle Zuliefererstruktur: „Insbesondere im Markt für Präzisionsteile fokussieren sich viele Lohnfertiger auf spezifische Anwendungsbereiche. Das begründet sich stark in den aufzubauenden technischen Kompetenzen aber auch im Marktzugang – wer sich einmal ein Netzwerk und positive Referenzen in einer Industrie aufgebaut hat, wird in diesem Bereich einfacher Kunden gewinnen und größere Margen realisieren. Durch große Ausdifferenzierung in der Präzisionstechnik ergeben sich hier oft sehr klare Profile.”

Plattformen wie Laserhub gäben Einkäufern die Möglichkeit, unterschiedliche Bedarfe – simplere Standardteile sowie Spezialbauteile – aus einer Hand zu beziehen und somit ihre Einkaufsprozesse zu verschlanken. „Aus meiner Sicht entscheidet dabei die Zusammensetzung und Qualität der eingebundenen Fertiger, ob eine solche Plattform ihre Stärken wirklich ausspielen kann.”

Markus Ekert, technischer Leiter für das CNC-Drehen bei Laserhub, ist sich sicher, dass das Produktionsnetzwerk von Laserhub gut auf die aktuellen Herausforderungen eingestellt ist: „Alle unserer Zulieferer sind handverlesen – wir schauen etwa sehr genau auf Kennzahlen wie Reklamationsquote oder termingerechte Lieferungen. Zudem achten wir in der Zusammenstellung darauf, dass sich die einzelnen Betriebe in ihren Kompetenzen ergänzen. Spätestens durch die jüngste Erweiterung sind wir dazu in der Lage, alle typischen Bedarfe der deutschen Industrie zu marktgerechten Preisen zu decken.” Passende Unternehmen fürs Netzwerk zu finden sei dabei das kleinste Problem. Viele Lohnfertiger seien froh, über Laserhub einen weiteren Vertriebskanal hinzuzugewinnen.

Ekert berichtet: „Zwar gibt es Bereiche wie die Medizintechnik, die sich gut behaupten, aber gerade Automotive hat es hart getroffen. Wir kennen Unternehmen mit Einbrüchen von bis zu 70 Prozent. Diese Verwerfungen am Markt und die damit verbundene Dynamik habe spürbare Folgen für Lohnfertiger. „Wir merken gerade, dass die Kurzarbeit vielerorts nachlässt. Viele Lohnfertiger wollen jetzt wieder voll einsteigen, es fehlen allerdings oft die Aufträge. Daher verzichten auch viele Inhaber auf Urlaub und arbeiten jetzt aktiv daran, die Auftragsbücher vollzubekommen.”

Um hier auch Brot-und-Butter-Aufträge im Bereich großer Serienbedarfe zu ergattern, ist es für Prof. Braun entscheidend, wie sehr Beschaffungsplattformen prozessual den Einkäufern großer KMUs oder auch Konzernen entgegenkommen: „Für mich stellt sich die Frage, wie die Beschaffung wiederkehrender Teile abläuft. Wenn ein Einkäufer über mehrere Jahre hinweg immer wieder denselben Auftrag über 10.000 Stück neu hochladen und konfigurieren muss, hat die Plattform wenig wert. Einkäufer wünschen sich selbstverständlich, solche Kontingente zu gleichbleibenden Konditionen immer wieder auslösen zu können.”

Eine Fragestellung, die bei Laserhub ebenfalls erkannt und mit den aktuellen Erweiterungen adressiert wurde, wie Gründer Christoph Rößner entgegnet: „Wir bieten wie zuvor im Blech nun auch im Bereich CNC-Drehen Rahmenverträge an. Das geht schon bei kleineren Bestellvolumen los. Einmal abgeschlossen lösen unsere Kunden über den definierten Zeitraum einzelne Abrufe immer dann aus, wenn der Bedarf auch wirklich besteht. Die Konditionen bleiben dabei immer dieselben. Dadurch profitieren Unternehmen gleichzeitig von der Flexibilität der Plattform und einer größeren finanziellen Planbarkeit.”

Die Laserhub GmbH ist ein B2B-Start-up aus Stuttgart, das eine vertikal integrierte, herstellerübergreifende Beschaffungsplattform für individuelle Metallteile entwickelt hat. Die Laserhub-Plattform deckt dabei Aufträge für die Bereiche Laserschneiden, Biegen, Rohrlaserschneiden und CNC-Drehen ab. Ein Algorithmus verknüpft für den Auftrag die individuellen Wünsche der Kunden mit den Ressourcen der Produzenten aus dem Laserhub-Netzwerk. Laserhub beliefert Kunden aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Zu den Kunden gehören sowohl klassische Handwerksbetriebe als auch zahlreiche Mittelständler (KMUs) und etablierte DAX30-Konzerne. https://laserhub.com

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