Wie sicher sind Cloud-Lösungen?

WIR Wirtschaft Regional sprach exklusiv im Interview mit Dirk Backofen, Leiter Marketing Geschäftskunden der Telekom Deutschland, über professionelle Cloud-Lösungen für den Mittelstand.

Was genau sind Cloud-Lösungen?
Statt Software oder Server lokal im Unternehmen zu installieren, stellt ein professioneller Dienstleister wie die Telekom den Firmen die Services über das Internet bereit. Die Daten und Anwendungen speichert er in seinen Rechenzentren. Um auf die gebuchten Anwendungen zuzugreifen, brauchen die Nutzer keine Festplatte oder Software, sondern nur noch ein beliebiges Endgerät mit möglichst schnellem Internetanschluss. Im privaten Umfeld ist die Cloud übrigens schon längst angekommen: zum Beispiel wenn wir E-Mails über eine Webseite abrufen, Fotos im Netz speichern oder Musik streamen.

Für welche Bereiche gibt es Cloud-Applikationen?
Firmen können heute fast ihr gesamtes Büro virtualisieren. Angefangen von Office-Anwendungen wie zum Beispiel E-Mail-Software, über Anwendungen für Projektmanagement, Finanzen oder Warenwirtschaft, bis hin zur ganzen Telefonanlage. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel auch Online-Besprechungsräume. Wer sich in der Cloud statt vor Ort trifft, spart Zeit und Geld für Bahn, Flug und Co.

Welche Vorteile haben Cloud-Lösungen für den Mittelstand?
Zum einen müssen sich Firmen nicht mehr selbst um IT-Fragen kümmern. Sie haben keinen Installationsaufwand und keine Verwaltungs- und Wartungskosten. Die IT kommt sozusagen als gemieteter Service, denn der Dienstleister kümmert sich um diese Aufgaben. Das verschafft Firmen mehr Zeit für ihr eigentliches Kerngeschäft. Und da Server, Software und Co. gemietet sind, entfallen auch hohe Investitionskosten. Weiteres Plus: Beim Cloud Computing können Unternehmen ihre IT-Kapazitäten an den Geschäftsverlauf anpassen. Wer zum Beispiel im Weihnachtsgeschäft mehr Rechenkapazität benötigt, kann die Ressourcen mit wenigen Klicks bestellen und später auch wieder reduzieren. Bezahlt wird nur nach tatsächlichem Verbrauch – fast wie beim Strom aus der Steckdose. Da alle Programme einfach über das Browserfenster laufen und die Daten zentral gespeichert werden, können Mitarbeiter von überall darauf zugreifen, in der Firma genauso wie im Home Office, beim Kunden oder unterwegs. Die Cloud macht das Büro mobil.

Wie sehen Sie als Experte die Sicherheitsmaßnahmen der IT in mittelständischen Unternehmen mit lokalen Lösungen?
Viele Mittelständler verfügen weder über die notwendige Infrastruktur, noch haben sie das entsprechende Know-how, um ihre IT ausreichend zu schützen. Das brauchen sie ja auch gar nicht, denn es gehört nicht zu ihren Kernkompetenzen. Im Rechenzentrum eines professionellen Dienstleisters sind Server und Daten deshalb immer besser aufgehoben als im eigenen Unternehmen. Denn hier kümmern sich Experten rund um die Uhr darum und sorgen dafür, dass die Systeme optimal geschützt sind. Das kann ein Mittelständler selbst gar nicht leisten.

Welche Bereiche würden Sie in die Cloud bringen und welche sollten lokal verbleiben?
Das hängt von den Anwendungen ab, die eine Firma in die Cloud verlagern will. Zunächst einmal sollten sie ihren Einstieg im Vorfeld genau planen und einige Dinge dabei beachten. Es gibt zum Beispiel Systeme, die in der Cloud relativ viel Bandbreite benötigen, um vernünftig zu laufen. Also muss der Kunde bedenken, dass er gegebenenfalls seine Internetanbindung parallel aufstocken muss. Ein typisches Beispiel hierfür sind CAD-Anwendungen, die mit Datenbanken verknüpft sind und permanent große Datenmengen austauschen und synchronisieren. Neben der Bandbreite ist noch ein weiterer Aspekt entscheidend. Es gibt größere Mittelständler, die bis zu 100 Anwendungen einsetzen, die miteinander verbunden sind und sich auseinanderreißen lassen. Sollen sie in die Cloud wandern, kann die Migration aufwändig sein und muss gut vorbereitet werden, in dem man sämtliche Firmen-Prozesse betrachtet.

Sind Cloud-Lösungen individualisierbar oder kommen diese von der Stange?
Sowohl als auch. Mittelständler sollten aber auf standardisierte Lösungen und Produkte zurückgreifen. Denn diese sind in der Regel kompatibel mit der vorhandenen Infrastruktur und können sofort genutzt werden. Das heißt aber nicht, dass standardisierte Anwendungen über weniger Funktionen verfügen als individuelle Produkte. Ganz im Gegenteil: Standardisierte Cloud-Services decken alle gängigen Geschäftsprozesse ab – von der einfachen E-Mail-Lösung bis hin zum ERP-System für Maschinenbauer. Individuelle Cloud-Lösungen sind eher bei großen Konzernen im Einsatz. Diese Firmen haben zumeist eine viel umfangreiche IT-Landschaft, an die sich Standard-Produkte gar nicht andocken lassen.

Wie sehen Cloud-Lösungen der Telekom für den Mittelstand aus?
Wir bieten Mittelständlern Cloud-Services für alle Anforderungen – von Office-Programmen, über Telefonanlagen bis hin zu ganzen Rechenzentren. Dabei profitieren die Firmen von unserer langjährigen Erfahrung. Mit unseren dynamischen Cloud-Services für Großkunden beispielsweise sind wir schon seit 2005 am Markt. Und wir bringen die technischen Voraussetzungen mit und stellen die Leistung aus der Wolke über unsere hochperformanten Netze aus einer Hand bereit. Das unterscheidet uns von den anderen Anbietern im Markt. Die Telekom übernimmt die Ende-zu-Ende-Verantwortung für die Cloud-Services. Der Kunde erhält ein Rund-um-sorglos-Paket inklusive Bereitstellung, Betrieb und verschlüsseltem Datentransport. Dabei haben der Schutz und die Sicherheit der Daten oberste Priorität. Die meisten Cloud-Services erbringt die Telekom aus eigenen Cloud-Rechenzentren in Deutschland. Sie alle erfüllen höchste Anforderungen an die Sicherheit. Das Hosting und der Betrieb der Applikationen in Deutschland garantieren den Nutzern der Cloud-Services, dass ihre Daten der strengen Datenschutzgesetzgebung in Deutschland entsprechen.

Was sollte bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters beachtet werden?
Zum einen ist es wichtig, dass der Kunde einen Anbieter auswählt, der über ausreichend Erfahrung im Bereich Cloud Computing verfügt und passende Produkte empfiehlt. Nicht jeder Prozess lässt sich in der Cloud vernünftig abbilden. Gleichzeitig sollte die Beratungsleistung stimmen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, ob die Daten in die Public Cloud oder in die Private Cloud wandern. In der Public Cloud zum Beispiel teilen sich mehrere Unternehmen dieselbe Plattform. Das ist günstiger, aber sie müssen mit weniger Funktionen auskommen. Außerdem haben sie in der Public Cloud weniger Flexibilität. Die Private Cloud bietet mehr Freiheiten und ein größeres Maß an Individualisierung. Der Server oder die Anwendung werden exklusiv für einen Kunden im Rechenzentrum betrieben. Das hat aber auch seinen Preis. Die Verlagerung des E-Mail-Servers in die Private Cloud zum Beispiel lohnt sich nur dann, wenn die Firma auch den ganzen Server nutzt. Wandern nur wenige Postfächer in die Wolke, sind die Kosten zu hoch und man sollte überlegen, auf das Public Cloud-Modell umzuschwenken. Im Vorfeld sollten sich Unternehmen außerdem die AGB bzw. Service Level Agreements des Anbieters anschauen. Wichtig ist zum Beispiel, wie lange es maximal dauern darf, bis die gebuchte Anwendung bei einer Störung wieder läuft. Entscheidend ist außerdem der Standort der Rechenzentren. Kommt der Anbieter beispielswiese aus Deutschland und auch seine Rechenzentren stehen hier, greift das Bundesdatenschutzgesetz und damit die strengsten Gesetze weltweit.

www.telekomcloud.de

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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