Über 70 Besucher verfolgten die Eröffnung des digitalen Transfertags von it’s OWL in einer digitalen Konferenz. - Foto: it's OWL
Über 70 Besucher verfolgten die Eröffnung des digitalen Transfertags von it’s OWL in einer digitalen Konferenz. - Foto: it's OWL

Industrie 4.0: it’s OWL vergibt über 1 Million Euro Fördermittel

Maschinenausfällen vorbeugen, Produktion steigern oder Prozesse einfach optimieren: Die Digitalisierung der Arbeitswelt bietet für Unternehmen große Chancen. Doch wer hilft den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auf dem Weg dorthin? Im Spitzencluster it‘s OWL bekommen KMU aus OstWestfalenLippe eine besondere Fördermöglichkeit. Gemeinsam mit einer Forschungseinrichtung stellen sich die Unternehmen konkreten Herausforderungen der digitalen Transformation und arbeiten an Lösungen. Das Konzept kommt im Mittelstand sehr gut an. Denn innerhalb von knapp zwei Jahren sind auf diesem Weg schon über 1 Million Euro Fördermittel an KMU aus der Region vergeben worden. Auf dem it‘s OWL Transfertag am 25. September stellten Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Ergebnisse und Wirkungen von Transferprojekten vor. 

Die Bandbreite der Inhalte im it’s OWL Technologietransfer ist groß. So geht es Unternehmen beispielsweise um die Entwicklung eines innovativen Logistikkonzepts, die Optimierung von Produktionsanlagen oder die Konzeption eines digitalen Assistenzsystems „Wir haben uns als Ziel gesetzt, neue Technologien und die dazugehörigen Kompetenzen in den Mittelstand zu bringen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it’s OWL Clustermanagement GmbH. 

Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it’s OWL Clustermanagement GmbH, hält einen Vortrag auf dem digitalen Transfertag 2020 von it’s OWL. - Foto: it's OWL
Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it’s OWL Clustermanagement GmbH, hält einen Vortrag auf dem digitalen Transfertag 2020 von it’s OWL. – Foto: it’s OWL

So funktioniert der Transfer

Bisher sind über 50 Unternehmen in einem Transferprojekt konkrete Herausforderungen der digitalen Transformation ihres Unternehmens angegangen. Dabei arbeiten sie mit einer Forschungseinrichtung zusammen, beispielsweise der FH Bielefeld, der Universität Paderborn, der Universität Bielefeld, dem Fraunhofer IEM aus Paderborn oder dem Fraunhofer IOSB-INA aus Lemgo. Für das Projekt können sie Transfergutscheine nutzen, mit denen sie bis zu 80 Prozent der Kosten durch das Land Nordrhein-Westfalen erstattet bekommen. Die Vorteile: Die Projekte sind unkompliziert zu beantragen und schnell umsetzbar. Zudem wird in den Unternehmen schnell sichtbar, welche Vorteile die Digitalisierung von Prozessen, Produkten und Services hat. So können gerade mittelständische Unternehmen wichtige Schritte auf dem Weg zur Industrie 4.0 gehen. 

Unternehmen loben die Unterstützung

Warum gerade KMU auf die Forschungseinrichtungen angewiesen sind, erklärt Markus Becker, Prozessmanager und Abteilungsleiter Thermoformung bei der AGOFORM GmbH in Löhne. „Der it´s OWL Transfergutschein hat uns ermöglicht, gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld ein Projekt mit einer neuen Simulationssoftware durchzuführen, wozu in unserem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen vorhanden waren. Durch die Kooperation konnten wir auf das Know-how und die Ausstattung der Hochschule zurückgreifen und eng mit unserer Produktion verzahnen, so dass Theorie und Praxis zu gleichen Teilen berücksichtigt werden konnten.“ Mit dem Ergebnis des Projekts ist Becker sehr zufrieden. „Es hat uns Schwachstellen in der Produktion, aber auch Potenziale aufgezeigt, die nun im weiteren Verlauf optimiert werden können. Die Förderung hat bisher reibungslos funktioniert, so dass wir bereits ein Anschlussprojekt in Auftrag gegeben haben.“

Dabei profitieren nicht nur die Unternehmen vom Technologietransfer. „Als Universität lernen wir selbst sehr viel von dem Transfer in die Unternehmen, indem wir sehen, wo derzeit interessante Forschungsfelder liegen, in denen wir uns weiterentwickeln können“, sagt Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident der Universität Paderborn. Vor allem kleinere Unternehmen nutzen die Möglichkeiten, die der it’s OWL Transfergutschein bietet.

Wer übernimmt die Kosten?

Das Gutscheinmodell sieht vor, dass die KMU zuerst in Vorleistung treten und anschließend ihre Kosten anteilig erstattet bekommen. Bei kleinen Unternehmen bis 50 Mitarbeiter erfolgt die Erstattung immerhin mit bis zu 80 Prozent. Bei mittleren Unternehmen bis 249 Mitarbeiter ist eine Förderung von bis zu 60 Prozent möglich.

Für Unternehmen mit über 249 bis 2000 Beschäftigten, die nicht mehr als KMU gelten, bietet it’s OWL seit diesem Jahr erstmals Transferpiloten an. Wie bei den Transfergutscheinen werden im Rahmen der Transferpiloten Kooperationsprojekte mit Hochschulen oder Forschungsinstituten der Region OstWestfalenLippe passgenau umgesetzt.

Vorteil des Technologie-Netzwerks

Doch warum braucht es für all das ein Spitzencluster? „Wir vereinfachen die Suche der Unternehmen nach einem passenden Partner und können den Technologietransfer darüber hinaus beschleunigen“, sagt Geschäftsführer Roman Dumitrescu.

Davon möchte auch Gregor Giataganas profitieren. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Bertelmann GmbH aus Bünde und hat einen Transfergutschein beantragt. „Wir wollen an der Förderung teilnehmen, weil wir damit einen Hebel bekommen, noch mehr in die Zukunft unseres Unternehmens zu investieren. Wir wollen schlicht unsere Basis der Wertschöpfung digital breiter aufstellen.“

Wolfgang Marquardt, Leiter PR und Marketing, hält einen Vortrag auf dem digitalen Transfertag 2020 von it’s OWL. - Foto: it's OWL
Wolfgang Marquardt, Leiter PR und Marketing, hält einen Vortrag auf dem digitalen Transfertag 2020 von it’s OWL. – Foto: it’s OWL

www.its-owl.de

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