BWN-Geschäftsführer Jens Niendieck erläuterte Andrea Frosch vom WIGOS-UnternehmensService die Entwicklung des Betonwerks nach der Übernahme des Familienbetriebs. (Foto: Sandra Joachim-Meyer)
BWN-Geschäftsführer Jens Niendieck erläuterte Andrea Frosch vom WIGOS-UnternehmensService die Entwicklung des Betonwerks nach der Übernahme des Familienbetriebs. (Foto: Sandra Joachim-Meyer)

„Es ist interessanter, Unternehmen zu kaufen als neu zu gründen“

Das Betonwerk in Bad Laer fand 2019 erfolgreich einen Nachfolger / WIGOS unterstützte den Nachfolgeprozess

Als Jens Niendieck das 1911 gegründete Georg Otte Betonteilwerk übernahm, zählte der Familienbetrieb drei Mitarbeitende. Heute haben 28 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz bei der BWN GmbH in Bad Laer gefunden. Nicht nur mit der Anzahl der Mitarbeiter geht es stetig bergauf, auch bei der Unternehmensentwicklung stehen die Zeichen auf Wachstum: „Wir wollen weiter expandieren und schauen nach einem weiteren Werk bzw. Unternehmen zum Kauf“, verriet Geschäftsführer Jens Niendieck beim Besuch der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land, die den Nachfolgeprozess in den Anfängen begleitet hatte.

„Es ist beachtlich, wie sich der Betrieb durch die Übernahme binnen kürzester Zeit entwickelt hat. Das Beispiel zeigt, dass es nicht immer die Neugründung sein muss, sondern sich auch viele Chancen durch die Übernahme eines Betriebs ergeben, der eine Nachfolge sucht“, betonte Andrea Frosch vom WIGOS-UnternehmensService. Die WIGOS berate Unternehmen bei diesem Vorhaben, zum Beispiel an einem individuellen Nachfolgesprechtag. Zukünftig möchte Jens Niendieck die WIGOS bei diesen Veranstaltungen unterstützen.

Dass sich die Nachfolge zu einer richtigen Erfolgsstory entwickeln würde, konnte Jens Niendieck aus Hilter seinerzeit nicht ahnen. „Ich kannte das Werk vom Vorbeifahren, habe es aber nie als Fertigteilwerk wahrgenommen. Ein Unternehmen zu kaufen, war für mich aber damals schon eine Option.“ Als ehemaliger Vertriebsleiter einer Fertigteilgruppe sei er durch seine 10 Jahre dauernde Tätigkeit mit den Anforderungen der Branche vertraut. Zum 1. Januar 2020 ging das Betonwerk unter dem Namen BWN GmbH am ursprünglichen Standort in Bad Laer an den Start. Seitdem ist das Unternehmen ein wachstumsagierender Hersteller von seriell- und individuell produzierten Stahlbetonfertigteilen, vorrangig für den Tiefbau. Nachdem er zunächst die Flächen gepachtet hatte, erwarb Jens Niendieck im Sommer 2021 alle Grundstücke.

Nach einem klaren Schnitt richtete Jens Niendieck das Unternehmen und die Kundenstruktur neu aus. „Vorher wurden fast ausschließlich Straßenwaagen hergestellt. Wir haben unsere Produktpalette erweitert und auch die Anzahl der Kunden vergrößert“, berichtete der Geschäftsführer. BWN liefert seine Individualfertigungen an Bauunternehmen aus der Region von Hamburg bis Frankfurt, teilweise auch deutschlandweit. Fahrzeugwaagen werden europaweit verkauft. „Wir liefern inzwischen viele Betonteile für die Energiewirtschaft. Das ist ein großer Zukunftsmarkt. Auch darüber hinaus gibt es einen riesigen Bedarf an technischen Betonteilen.“

Der Grund für die Nachfrage ist der Fachkräftemangel bei den Kundenunternehmen. „Sie können die Teile oft nicht vor Ort fertigen, weil einfach Personal und Know-how fehlt.“ Durch die Zulieferung von Fertigteilen seien die Kunden flexibler. „Wir sind speziell in die Nischen gegangen und können Flexibilität und Kurzfristigkeit bieten. Wir versuchen gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen zu erarbeiten und viel möglich zu machen, was auf den ersten Blick unmöglich erscheint.“

Der Herausforderung der Fachkräftegewinnung und -bindung begegnet BWN mit dem Angebot von Arbeitsbedingungen, die den Wünschen der Mitarbeitenden entgegenkommen: „Unsere Mitarbeiter kommen aus dem Umkreis von 25 Kilometern und sind immer hier in Bad Laer vor Ort tätig. Die Arbeit findet in geschlossenen Hallen statt und ist durch die Individualfertigungen außerdem sehr abwechslungsreich“, erläuterte Jens Niendieck. Auch in puncto Weiterbildung unterstütze BWN die Fachkräfte, zum Beispiel bei der Meister-Ausbildung. Gesucht werden nach den Worten des Inhabers „Fachkräfte, die flexibel denken und technisches Verständnis haben“.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Übernahme eines bestehenden Unternehmens plant Jens Niendieck nun ein zweites Betonwerk oder ein weiteres Unternehmen zu erwerben. Festlegen will sich der Firmenchef jedoch noch nicht auf eine Branche. Vorstellen könne er sich später auch einen Unternehmensverbund. „Hinzu kommen könnte auch ein Bauunternehmen oder eine Tischlerei, die nicht unbedingt aus dieser Region kommen müssen. Schließlich ist es für mich interessanter, ein bestehendes Unternehmen zu kaufen als immer neu zu gründen.“ 

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WIR Redaktion

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