Rückbau der Mittelspannungsfreileitung, die von Tintrup nach Hillentrup führt (Foto: Prünte & Kollegen)
Rückbau der Mittelspannungsfreileitung, die von Tintrup nach Hillentrup führt (Foto: Prünte & Kollegen)

Freileitung wird bis Ende des Jahres abgebaut – Versorgungssicherheit verbessert

Gesamtprojekt dauerte 20 Jahre

Blomberg. Anfang August verschwinden die letzten Komponenten der Mittelspannungsfreileitung, die von Tintrup nach Hillentrup führt. Die Blomberger Versorgungsbetriebe haben für die überirdische Stromleitung (30 000 Volt) seit 2016 Schritt für Schritt unterirdische Ersatzleitungen verlegt, nach und nach zusammengeschaltet und damit die Freileitung immer weiter ersetzt. Die Rückbauarbeiten der Leitungen und der Abriss der noch verbliebenden Strommasten sollen bis Ende des Jahres fertig sein. Der Abbruch des letzten Teilstückes der Freileitung ist mit einer Länge von 10 Kilometern der größte Abschnitt des Projektes.

Grund für den Rückbau waren Wirtschaftlichkeitsüberlegungen: Da Masten und Leitungen von Anfang der 1950er Jahre stammen, stand eine kostenintensive Generalüberholung (Wartung, Reparaturen, Farbanstriche) an. Als kostengünstiger erwies sich jedoch der Totalrückbau und die unterirdische Kabelverlegung. Dirk Middendorf, Geschäftsführer der Blomberger Versorgungsbetriebe: „Wir haben gemeinsam mit unserem Partner Westfalen Weser Netz an dem Projekt seit 2016 gearbeitet. Das Ergebnis ist eine höhere Versorgungssicherheit, ein verbessertes Landschaftsbild und für die Landwirte ein einfacheres Arbeiten auf den Feld- und Weideflächen.“ Das Gesamtprojekt zwischen dem Umspannwerk Blomberg und dem jetzigen Endpunkt in Hillentrup umfasst 30 Kilometer Kabel.

Der Abbruch der Mittelspannungsfreileitung L10 wird laut Planung Ende November 2022 beendet sein. Es werden die letzten 60 Masten demontiert. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf ca. 350.000.- Euro. Die mit dem Abriss beauftragte Spezialfirma konzentriert sich auf die verbliebene Haupttrasse der Leitung in Nord-Süd-Richtung. In den zurückliegenden Jahren waren bereits die nach rechts und links führenden Seitenarme der Leitung zurückgebaut und durch Erdkabel ersetzt worden. Gearbeitet wird allerdings nicht von vorne nach hinten, sondern es wird in Absprache mit den Landwirten aus der Region so gearbeitet, dass der Abbruch nach den Erntearbeiten im Spätsommer erfolgt.

Die Blomberger Versorgungsbetriebe begannen im Jahr 2016 mit dem Teilstück zwischen den Ortsteilen Tintrup – Maspe. Es folgten bis zum Jahr 2022 acht weitere Teilstücke. Das letzte unterirdische Teilstück wurde im Februar 2022 in Dörentrup am Bredenweg in Betrieb genommen. Es wurden im Zuge des Projektes 12 km Mittelspannungskabel unterirdisch verlegt und 7 Trafostationen ersetzt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 2.500.000.- Euro. Größere Stromunterbrechungen für Privatkunden und Gewerbebetriebe gab es nicht. Verbessert wurde die Versorgungssicherheit für alle Stromabnehmer, da unterirdische Kabel bedeutend witterungsbeständiger sind als Freileitungen. Während der Abrissarbeiten kippte auf einem Feld zwischen Cappel und Büntrup ein Baum auf ein Stück der abgeschalteten Freileitung. Ein Mast wurde dabei mit umgerissen. Die Leitung war zu dem Zeitpunkt bereits stromlos.

50 Prozent der neu verlegten unterirdischen Kabel führen über private Grundstücke. Im Vorfeld waren daher etliche Verhandlungen mit Landwirten und anderen Grundeigentümern erforderlich, um die Zutrittserlaubnis für die Arbeiten auf Wiesen, Äckern und Privatgrundstücken zu erlangen. Mittelspannungsleitungen werden mittlerweile in Deutschland durchweg nur noch unterirdisch verlegt. Bei Überland-Transportleitungen mit 110 000 und mehr Volt Spannung werden aus Kostengründen nach wie vor Freileitungen gebaut.

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