Die deutschen Regionen mit den größten Wirtschaftsproblemen

Das Schließen einiger Filialen der Deutschen Bank im Münsterland sind nur ein Indiz für die wirtschaftliche Situation in der Region. Dabei geht es dem Münsterland im Vergleich zu anderen Regionen noch recht gut.

Foto: pixabay.com | falco

Beispiel Münsterland

Das Münsterland ist eine Region in Nordrhein-Westfalen um die Stadt Münster herum. Die Region ist ländlich und wirtschaftlich durch die Landwirtschaft, die Textilindustrie und dem Bergbau geprägt. Alle drei Wirtschaftsbereiche sind seit Jahren rückläufig und führten in vielen Regionen zu einer Strukturkrise, von denen sich viele Gebiete bis heute nicht erholt haben. Wenn man jedoch etwas genauer hinschaut, stellt sich die Situation im Münsterland nicht ganz so schlecht dar. Der Mittelstand mit Unternehmen wie der Sparkasse Münsterland und der WN Münster zeigt sich solide, das Auslandsgeschäft boomt und der Tourismus wird öffentlich gefördert. Der Strukturwandel scheint also im Münsterland gelungen und das Schließen von Filialen der Deutschen Bank Münsterland wohl eher dem allgemeinen Filialsterben zuzuschreiben ist.

Die Wirtschaft boomt aber nicht alle profitieren

Deutschland geht es so gut wie nie. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt und die Deutschen geben ihr Geld mit vollen Händen aus, was den Binnenmarkt stärkt. Jedoch kommt dieser Segen nicht in allen Gebieten Deutschlands an. Noch immer gibt es ein klar erkennbares Gefälle zwischen Ost und West und Nord und Süd. Während Bayern und Baden-Württemberg weiterhin die wirtschaftlichen Epizentren Deutschlands darstellen, bilden Regionen, wie Erfurt, Halle und Cottbus die traurigen Schlusslichter. Dies liegt zum einen daran, dass sich die kaputtgewirtschafteten Regionen der ehemaligen DDR trotz immenser Konjunkturprogramme noch immer nicht erholt haben und die insbesondere durch Landwirtschaft und Bergbau geprägten Regionen den Strukturwandel noch nicht erfolgreich vollzogen haben.

Foto: pixabay.com | geralt

Querdenken statt Gießkanne

Doch warum schaffen einige Regionen den Wandel und andere nicht? Warum scheitern viele Konjunkturprogramme und verbrennen Millionen Steuergelder? Die Antwort ist sicherlich nicht einfach zu finden und es lässt sich nicht alles über einen Kamm scheren aber klar ist, dass das Prinzip Gießkanne nicht zum Erfolg führen kann. Die Subventionierung der Landwirtschaft und des Bergbaus sind Paradebeispiele hierfür.

Die jahrzehntelange Förderung dieser Wirtschaftszweige hat zu einer Zementierung des Status Quo geführt und damit Innovation und Umdenken behindert. Damit sind diese Maßnahmen durchaus vergleichbar mit lebenserhaltenden Maßnahmen eines todkranken, die das Leben zwar verlängern aber unweigerlich zum Tode führen. Konzepte, die Steuergelder stattdessen in Konjunkturprogramme investieren, die gezielt den Auf- und Ausbau boomender Branchen, wie IT, Dienstleistung und Tourismus fördern, sind wesentlich Erfolg versprechender. Ein gutes Beispiel ist hier die boomende Glücksspielindustrie, die mit Angeboten, wie Book of Ra kostenlos spielen, erfolgreich Kunden wirbt.

Foto: pixabay.com | stvepb

Investition in die Zukunft

Ein weiteres Indiz wirtschaftsschwacher Regionen ist die Anzahl der Schulabbrecher und Hauptschulabgänger. Aber: Viele Unternehmen suchen verzweifelt nach qualifizierten Mitarbeitern und finden keine. Und viele Unternehmen sind gewillt, neue Standorte in Regionen mit qualifizierten Mitarbeitern aufzubauen. Damit werden qualifizierte Mitarbeiter zu einem wertvollen Gut, dass durch ein gutes Schulsystem produziert werden kann und damit implizit die Wirtschaft ankurbelt. Der vormals negative Teufelskreislauf kann sich so in einen Wirtschaftskatalysator wandeln.

Foto: pixabay.com | kulinetto

Fazit

Deutschland ist eine wirtschaftliche Erfolgsstory, in der vieles richtig gemacht wurde. Auf regionaler Ebene müssen jedoch noch Hausaufgaben gemacht werden, die nicht durch Geld allein gelöst werden können. Hierbei bedarf es weniger innovativer Konzepte, sondern eher der Adaption von „Best Practises“ anderer Regionen, die den Strukturwandel bereits erfolgreich vollzogen haben. Also weniger Konservatismus und mehr Offenheit, Vernetzung und Kommunikation auf regionalpolitischer und behördlicher Ebene.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.