Ein Studierender wird in dem mobilen Labor des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT im Technologiehof Münster gleich einige Proben abgeben. Sie dienen der Auffrischung des nationalen Schadstoffgedächtnisses im Rahmen einer Langzeitstudie des Umweltbundesamts. - Foto: Technologieförderung Münster GmbH/Martin Rühle

Mega-Labor auf Rädern lenkt Fokus auch auf starke Forschung im T-Hof-Umfeld

Münster, 9. Februar 2022. 18 Meter lang ist er, 37 Tonnen schwer und im Inneren befindet sich ein komplett ausgestattetes bioanalytisches Labor: Auch in diesem Jahr hat das mobile Labor des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT im Technologiehof Münster Station gemacht, und zwar zur Auffrischung des nationalen Schadstoffgedächtnisses. Drei Tage lang gaben sich zirka 140 Studierende die Klinken des High-Tech-Vehikels in die Hand und hinterließen Blut-, Plasma- und Urinproben für die Umweltprobenbank des Bundes. Ebenso fließen Auskünfte zu den Lebensumständen in die Langzeitstudie ein. Pandemiebedingt erfolgte die Probennahme nach dem 2G-Plus-Konzept, bei dem vor Ort im kleinen „Fraunhofer-Corona-Mobil“ alle Mitarbeitende und Teilnehmende mittels einem hochwertigen Rapid-RT-PCR-Test auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 getestet wurden. Matthias Günnewig, Leiter der Technologieförderung Münster, war beeindruckt von der Kulisse und der Leistung aller Akteure.

„Dieses Mega-Labor auf Rädern zeigt uns, was Wissenschaft für unsere Gesellschaft zu leisten im Stande ist. Zudem lenkt der Truck die Aufmerksamkeit auf das gesamte hochspezialisierte, innovative Umfeld“, sagt Günnewig. Die Forscher, die tagtäglich in den Büro-, Labor- und Untersuchungsräumen des Wissenschaftsparks eine exzellente Arbeit leisten, hätten an sich eine größere öffentliche Wahrnehmung verdient. „Der Truck mit ausfahrbarem Auflieger schlägt hierzu die Brücke.“

Die Langzeitstudie, die das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT im Auftrag des Umweltbundesamts durchführt, untersucht den Einfluss der Umwelt auf den Menschen. Das Setting auf dem Parkplatz am Technologiehof ist von Jahr zu Jahr identisch und auch das Teilnehmenendenkollektiv setzt sich jährlich aus jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren zusammen, um eine Vergleichbarkeit der Proben und Daten zu gewährleisten. Die Uni und FH liegen nebenan, das ist von Vorteil für das Mitwirken der Studierenden. „Mit der ersten Probenahme im Jahr im Januar in Münster beginnt die Erweiterung des Schadstoffgedächtnisses für Deutschland, das seit den frühen 1980er Jahren kontinuierlich wächst“, sagt Dominik Lermen, Leiter der Arbeitsgruppe „Biomonitoring und Biobanken“ am Fraunhofer IBMT. Darüber hinaus werden Proben und Daten in Halle/Saale, Greifswald und Ulm gesammelt. „Der Truck beinhaltet ein ausgeklügeltes Qualitätsmanagement-System, das unter standardisierten Prozessbedingungen für vergleichbare Ergebnisse sorgt. Im Abgleich mit früheren Ergebnissen kann die Belastung des Menschen durch Umweltschadstoffe über Jahre hin untersucht werden. Dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) dienen die aus diesen Untersuchungen resultierenden Ergebnisse als wichtige wissenschaftliche Grundlage, um Maßnahmen im Umwelt- und Naturschutz ergreifen zu können.

Das IBMT, ein Fraunhofer-Institut mit Sitz im saarländischen Sulzbach, hat im Frühjahr 2012 mit Unterstützung der Technologieförderung Münster GmbH eine Außenstelle im Technologiehof eröffnet, „von dessen Infrastruktur wir seitdem profitieren“, betont Lermen. Dass der Truck genau vor der Tür platziert werden kann, sei eine ideale Kombination. „Dieses mobile High-Tech-Labor verdeutlicht das innovative Potenzial des Fraunhofer IBMT, einem wichtigen Standortpartner zur Entwicklung von Technologieprojekten. Von dessen Integration in eine funktionierende Forschungslandschaft versprechen wir uns nach wie vor viel“, betont Günnewig den Wert von Kooperationen des Fraunhofer IBMT in verschiedene Richtungen. „Die unmittelbare Nähe zu wissenschaftlichen Einrichtungen und Firmen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund hat Potenzial“, bestätigt Lermen. „Der Transfer wissenschaftlicher Leistungen in die Wirtschaft ist für uns von großer Bedeutung.“

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