Unternehmensnachfolge im Mittelstand, Herbst 2015

Creditreform und KfW präsentieren die Ergebnisse einer Befragung: Der durchschnittliche mittelständische Unternehmer in Deutschland hat die 50 bereits überschritten (Durchschnittsalter: 53 Jahre). Viele Betriebe stehen daher in den kommenden Jahren vor der Übergabe an die nächste Generation. Eine breit angelegte Befragung, an der sich 1.200 Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen beteiligten, zeigt zunächst nun, dass Übergaben im deutschen Mittelstand Tradition haben. In 38,6 Prozent der befragten Unternehmen hat der jetzige Inhaber den Betrieb vom Vorgänger übernommen.

Übergaben frühzeitig einleiten

Entsprechend der Altersstruktur der Firmeninhaber haben viele Befragte den eigenen Rückzug aus dem Unternehmen bereits jetzt im Blick (43,3 Prozent). In jedem vierten dieser Unternehmen (24,6 Prozent) laufen bereits konkrete Übergabeplanungen und bei fast ebenso vielen Unternehmen (23,7 Prozent) ist der Übergabeprozess schon eingeleitet worden.

Meist langfristige Planung – Fortführung in der Familie wird bevorzugt

Auch wenn sich bereits viele mittelständische Unternehmer mit dem Rückzug aus der Firma beschäftigen, steht erst in jedem zehnten Unternehmen (10,1 Prozent) die Übergabe in naher Zukunft tatsächlich an (in weniger als drei Jahren). Eine Übergabe in drei bis zehn Jahren ist bei 40,9 Prozent der Befragten vorgesehen. Bei knapp der Hälfte wird die Nachfolge erst in mehr als zehn Jahren ein Thema sein (45,7 Prozent).

Das bevorzugte Übergabemodell im Mittelstand ist dabei die Fortführung innerhalb der Familie (51,7 Prozent der Befragten). Der Verkauf an Externe ist für 44,9 Prozent ein Thema. Auch die Weiterführung durch Mitarbeiter bzw. Miteigner ist für viele mittelständische Unternehmer eine denkbare Form der Betriebsübergabe (40,3 Prozent). Für kleinere Unternehmen (bis fünf Mitarbeiter) kommt überdurchschnittlich oft die Stilllegung in Betracht (12,3 Prozent).

Eine Betriebsübergabe ist ein komplexer Prozess. Um die zunehmende Zahl an Betriebsübergaben im Mittelstand in den nächsten Jahren erfolgreich zu bewältigen, ist auch eine Verringerung des bürokratischen Aufwands für die Betroffenen nötig. Entsprechend häufig äußerten die Befragten den Wunsch nach mehr Beratung (20,3 Prozent).

www.creditreform.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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