IT-Konzerne machen das Internet geräuschlos fit für die Zukunft

IT-Konzerne machen das Internet geräuschlos fit für die ZukunftBerlin (dapd). Gänzlich unbemerkt von den Nutzern haben IT-Konzerne das Internet am Mittwoch auf eine neue Grundlage gestellt. „Heute starten wir das Internet des 21. Jahrhunderts: Sie sehen noch nichts“, notierte Google-Manager Vint Cerf bereits in der Nacht in einem Firmenblog.

Zuvor hatte die Suchmaschine als einer der ersten den neuen Standard für sogenannte IP-Adressen, IPv6, für seine Systeme dauerhaft aktiviert. „So wie einem Telefonnetz die Rufnummern ausgehen, so gehen dem Internet derzeit die IP-Adressen aus“, erklärte Cerf weiter, der als „Chief Internet Evangelist“ quasi der Chef-Visionär des US-Konzerns ist. IPv6 bietet 340 Sextillionen jener Zahlencodes, die alle Geräte brauchen, um sich untereinander auszutauschen. IPv4, der bisherige Standard, geht wiederum längst zur Neige: Ins Netz kommen heute nur noch alle, weil nicht jedes Gerät ständig „online“ ist und sich die Geräte daher bei der Einwahl gerader freier Adressen bedienen können. Das zuständige Fraunhofer Fokus-Institut in Berlin registrierte am späten Mittwochnachmittag bereits einen „deutlichen“ Anstieg des Datenverkehrs über IPv6. Projektleiter Uwe Holzmann-Kaiser sagte der Nachrichtenagentur dapd zudem, er habe „noch keine Beschwerden gehört, dass irgendetwas nicht funktionieren würde“. Grundsätzlich müssen die Nutzer überhaupt nicht bangen: IPv6, das schon vor etwa 15 Jahren entwickelt wurde, wird parallel zum bisherigen Standard eingeführt. Außerdem „verstehen“ viele Systeme schon seit Jahren von Hause aus auch die neue Welt der IP-Adressen. Mit IPv6 soll jedes Gerät lebenslang über einen festen Zahlencode ansprechbar sein: Computer und Handys, aber auch Fernseher und Strom sparende Waschmaschinen, die mit dem Energieunternehmen des Nutzers kommunizieren und günstige Zeitfenster ermitteln. Mit diesem „Internet der Dinge“ müssen künftig deutlich mehr Geräte ans Netz als bisher. Daher drängte zuletzt die Zeit: Das letzte Paket an Adressen nach dem Standard IPv4 wurde bereits 2011 verteilt. Im Gegensatz zum aktuellen Modell setzen sich die neuen und deutlich längeren Adressen aus zwei festen Teilen zusammen: einer Kennung des Providers und der sogenannten MAC-Adresse des einwählenden Gerätes. Datenschützer fürchten daher um die Privatsphäre der Internetnutzer. „Die nach IPv6 vergebenen Internetadressen haben das Potenzial, zu Autokennzeichen für jeden Internetnutzer zu werden und zwar unabhängig davon, wie viele Geräte der Einzelne im Internet verwendet“, mahnte etwa Anfang dieser Woche der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar. Er forderte die Industrie auf, IPv6 nur mit der „notwendigen Sorgfalt“ an den Kunden zu bringen. Allerdings bringt IPv6 mit einer „Privacy Extensions“ genannten Funktion von Hause aus auch einen Sicherheitsstandard mit: Neben der lebenslangen IP-Adresse, die für die gezielte Ansprache etwa im „intelligenten“ Haus nötig sein kann, können Geräte auch mit täglich anonymisierten Zahlencodes, den dynamischen IP-Adressen, arbeiten. Provider wollen diese Technik für Privatnutzer durchgehend einsetzen. (Eintrag im Google-Firmenblog: http://url.dapd.de/hvp9UI ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

FG_AUTHORS: dapd News

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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