WIRtuell

Die haben’s aber nötig. Wie oft haben Sie schon beim Messerundgang mit Blick auf die Konkurrenz die Stirn gerunzelt? Über Schnickschnack-Messekonzepte Ihrer werten Ausstellerkollegen. Um sich dann selbst in den Massagesessel am Nachbarstand zu lümmeln, das x-te Schlüsselband dieses Messetages für die Lieben daheim abzugreifen und ein gelbes Quietsche-Entchen am Glücksrad gegenüber zu gewinnen. Obwohl sie doch seit Jahren ausschließlich duschen.

„Denkt daran: Wir setzen aufs Produkt“, hatten Sie Ihren Vertriebs- und Marketingverantwortlichen immer wieder vor dieser Messe eingebläut  − und die haben jetzt auch tatsächlich genügend Zeit, um ausgiebig darüber nachzudenken. So ganz allein an ihrem Messestand.

Eine Messe hat ihre eigenen Gesetze. Eines davon: Kein Mensch fährt dorthin, um zu arbeiten. Zumindest nicht ernsthaft. Zum Trost: Diese Erkenntnis ist alles andere als eine neue. Schon im Mittelalter gab es in vielen Städten einen einmal im Jahr abgehaltenen Waren- beziehungsweise Geldmarkt. Der war dann nichts anderes als ein Jahrmarkt und unterschied sich nur durch die überregionale Bedeutung. Kuriose Mitmachaktionen, sonderbare Vorführungen und allerlei Abwegiges: Die haben sich bis heute gehalten.

Neu ist lediglich, dass es nicht mehr die kleinen Werbegeschenke sind, die die Freundschaft erhalten. Sollten Sie bei Ihrer Messeplanung dafür kein Verständnis aufbringen wollen, dann denken Sie an Ihre eigene Enttäuschung, wenn die Tüte nach dem Messerundgang nicht voll geworden ist. Schließlich fühlen Sie sich dann als Messebesucher nicht wert geschätzt. Und überhaupt: Wie stehen Sie anschließend zuhause da? Mit nahezu leeren Händen. Und nicht einmal abgekämpft. Ihr Ehepartner wird unangenehme Fragen stellen, ob Sie, wie von Ihnen behauptet, die letzten drei Tage tatsächlich bei einer Messe waren. Statt der Messe werden Ihnen die Leviten gelesen.

„Denkt dran: Nächstes Jahr gibt’s Cocktails am Messestand, Tapas, Kugelschreiber, Blöcke und Hostessen mit kurzen Röcken. Und ein Gewinnspiel.“ Nicht, dass Sie’s nötig hätten…

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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