Risikostruktur des Mittelstands im Münsterland, im Jahr 2012

Münster. Das Münsterland als Wirtschaftsraum weist ein geringes Ausfallrisiko für Unternehmen aus, oder anders: Gläubiger gehen bei Geschäften mit Betrieben aus unserer Region ein vergleichsweise geringes Risiko ein, auf ihren Forderungen aufgrund von Unternehmensausfällen sitzen zu bleiben.

Bei der Kreditvergabe im Münsterland hat man statistisch gesehen am Wenigsten zu befürchten, wenn die gewerblichen Schuldner im Kreis Borken oder in der kreisfreien Stadt Münster ansässig sind.

Das Risikobarometer Mittelstand wurde von Creditreform Münster in Zusammenarbeit mit der Creditreform Rating AG erstellt. Datengrundlage für die Analyse sind die auf der Creditreform Wirtschaftsdatenbank zum Stichtag 31.12.2012 registrierten Unternehmensinsolvenzverfahren, Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen, sonstige Insolvenzverfahren, Haftanordnungen zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung sowie die Abgaben der eidesstattlichen Versicherungen. Durch stichtagsbezogene Selektionen zum 31.12. wird die Gesamtheit aller Unternehmen je Region zu den ausgefallenen Unternehmen je Region ins Verhältnis gesetzt.

Grundlage und Orientierungsgröße des Analyseverfahrens ist der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in %), der die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Region misst.

Auf Basis der über den Creditreform-Risiko-Indikator ermittelten Ausfallquoten erfolgt eine Einteilung nach sechs Risikoklassen. Je höher der Creditreform-Risiko-Indikator, desto höher ist die Insolvenzgefahr (von roter Ampelschaltung = sehr hohes Ausfallrisiko bis grüner Ampelschaltung = sehr geringes Ausfallrisiko).

Mit einem Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 1,88 Prozent wird den Unternehmen im Wirtschaftsraum Münsterland eine deutlich positivere Bestandsfähigkeit attestiert, als den Betrieben im gesamten Bundesland (CRI-Wert: 2,06 Prozent) oder in ganz NRW (CRI-Wert: 2,35 Prozent).

Besonders erfreulich hat sich die Pleiteanfälligkeit im Kreis Borken entwickelt. Mit einem CRI-Wert von 1,74 Prozent erklärten in 2012 0,28 Prozent weniger Betriebe als ein Jahr zuvor ihren finanziellen Exitus. Das ist zum einen der größte Rückgang in unserer Region und zugleich die geringste Ausfallquote.

Prozentual deutlich mehr Ausfälle wurden in den Kreisen Coesfeld (CRI-Wert: 2,10 Prozent) und Steinfurt (CRI-Wert: 2,04) registriert. Diesen Kommunen wird für 2012 ein mittleres Ausfallrisiko bescheinigt.

Das Gastgewerbe war auch in 2012 wieder am meisten von Unternehmensausfällen betroffen. Der CRI-Wert von 4,18 Prozent entspricht einem sehr hohen Ausfallrisiko. Auch NRW- und bundesweit ist diese Branche weniger kreditwürdig als andere Wirtschaftssegmente.

Bei den Rechtsformen weisen sich unverändert die kleinen Gewerbebetriebe als die Verlierer aus. Im vergangenen Jahr erklärten 3,35 Prozent der Gewerbetreibenden ihr unternehmerisches Aus. Hinzu kommt, dass hier auch oft relativ kleine Jahresumsätze produziert werden, denn gerade bei kleinen Umsätzen ist das Ausfallrisiko auch ganz allgemein höher.

Die Unternehmer im Münsterland haben die Bedeutung einer guten Eigenfinanzierung für den Fortbestand ihres Betriebes erkannt und rüsten seit Jahren ihre Eigenkapitalquote auf. Die enge Korrelation von Finanzierung und Unternehmenspleite zeigt der stetige Rückgang der Ausfallquote seit 2009. So ist auch für 2013 ein weiterer geringfügiger Rückgang bei den Unternehmensausfällen zu erwarten. Unsicherheitsfaktor ist hierbei allerdings die weitere finanzielle und wirtschaftliche Entwicklung in Europa.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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