Praktiker muss weiter auf neuen Chef warten

Praktiker muss weiter auf neuen Chef warten Kirkel/Hamburg (dapd). Die schwer angeschlagene Baumarktkette Praktiker bekommt vorläufig keinen neuen, dauerhaften Vorstandsvorsitzenden. Statt dessen verlängerte der Aufsichtsrat am Montagabend den Vertrag von Interimschef Kay Hafner um weitere drei Monate, wie das Unternehmen mitteilte. Hafners bisheriger Vertrag war am Montag ausgelaufen, eine Entscheidung über den Posten war daher zwingend. Mit der Verlängerung sei gewährleistet, dass die „Weichenstellungen des Restrukturierungsprogramms in der derzeitigen Zusammensetzung des Vorstands vorangetrieben werden können“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Kersten von Schenck. Es herrsche Einigkeit mit Hafner, „dass über eine langfristige Besetzung der Position des Vorstandsvorsitzenden erst mit dem erfolgreichen Abschluss der laufenden Finanzierungsverhandlungen“ entschieden werde. Genau um diese Verhandlungen tobt unter den Anteilseignern aber ein erbitterter Streit. Kern der Auseinandersetzung ist ein Sanierungsdarlehen, das Hafner derzeit mit dem US-Investor Anchorage verhandelt. Damit soll Praktiker 85 Millionen Euro zu einem Zinssatz von rund 17 Prozent bekommen. Als Pfand sollen die Amerikaner die profitable Praktiker-Tochter Max Bahr erhalten. Heftiger Kampf der Anteilseigner Dagegen hatte sich die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny am Wochenende öffentlich gewehrt. „Der Kredit wird unter Knebelbedingungen gewährt“, sagte de Krassny, die für die österreichische Privatbank Semper Constantia und den zyprischen Fonds Maseltov insgesamt 15 Prozent der Praktiker-Anteile repräsentiert, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Damit versperrt sich Praktiker ohne Not den Zugang zu anderen Investoren.“ Bereits zuvor hatte de Krassny mit dem Investor Clemens Vedder ein alternatives Konzept vorgelegt, war damit aber am Widerstand Hafners gescheitert. Zudem hatte sie sich am Wochenende für den ehemaligen Obi-Manager Andreas Sandmann als Nachfolger Hafners ausgesprochen. „Er hat Obi seinerzeit in nur einem Jahr saniert, und das traue ich ihm auch bei Praktiker zu“, hatte sie Sandmann gelobt. Die Börse reagierte am Dienstag kaum auf die Vertragsverlängerung. Nachdem die im SDAX notierte Praktiker-Aktie leicht im Plus eröffnet hatte, rutschte sie am Vormittag etwas unter den Vortagsschluss von 1,15 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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