Neue Regeln für ausländische Fachkräfte

Vorteile und noch zu verbessernde Problemfelder: stwestfalen-Lippe wird seit jeher durch seinen stark ausgeprägten Mittelstand geprägt, ein Umstand, der in der aktuellen Geschäftsklimastudie OWL ausreichend Berücksichtigung findet. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, welches mir persönlich am Herzen liegt und das auch in Zukunft von gesellschaftlicher Relevanz sein wird – insbesondere auch für den Mittelstand:

„Wir brauchen dringend mehr gute Leute!“

Das höre ich bei jedem meiner Unternehmensbesuche im Wahlkreis 138, der Kreis Paderborn und Schloß Holte-Stukenbrock umfasst. Und es wird nicht besser: Wenn wir nicht gegensteuern, werden in den nächsten 15 Jahren bis zu 6,5 Millionen Menschen weniger für unseren Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Schon heute verzeichnen wir 250.000 offene Stellen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und nur etwa 70.000 arbeitslose MINT-Arbeitnehmer. Können wir die Lücken in der Zukunft nicht schließen, hat das Folgen für alle Beschäftigten. Denn: Ohne Ingenieure gibt es weder Arbeit für den technischen Zeichner, noch für die Sekretärin und die Reinigungskräfte.

Hier müssen wir dringend ran – und hier sind wir dran. Gerade beim Thema Fachkräftemangel spüre ich immer wieder, wie wenig die bereits beschlossenen Reformen in der Öffentlichkeit bekannt sind. Dabei beruhen die umgesetzten Änderungen auf Vorschlägen aus der Wirtschaft. Mit der Einführung der so genannten Blue Card beispielsweise, haben wir im Deutschen Bundestag einen weiteren wichtigen Aspekt aufgegriffen und vereinfachte Regeln für Fachkräfte festgelegt, die nicht aus der EU stammen. Im Klartext heißt das: Wenn ein Arbeitnehmer im Bereich MINT ca. 34.000 Euro im Jahr verdient, darf er von nun an bleiben (früher ca. 66.000 Euro). Auch die jetzt verlängerten Fristen bei der Jobsuche entsprechen den heutigen Lebenswirklichkeiten. So haben ausländische Fachkräfte nun sechs Monate Zeit, eine für sie passende Stelle zu suchen. Studenten, die ihren Abschluss in Deutschland erreicht haben, können 18 Monate in Deutschland bleiben, um sich um ihre berufliche Zukunft zu kümmern. Allein an der Universität Paderborn profitieren gegenwärtig 1300 junge und motivierte Menschen aus der ganzen Welt von dieser Regelung. Dadurch ergeben sich auch für die Wirtschaft in OWL interessante Perspektiven. Kurzum: Es ist nun an uns, diese Gesetze mit Leben zu füllen. Packen wir es an!

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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