MINT-Mentoring-Plus-Programm bereichert Nachwuchskräfte-Förderung

Minden. Absolventinnen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge den Einstieg ins Berufsleben erleichtern – mit dieser Maßgabe startete im Februar 2013 bereits zum dritten Mal das MINT-Mentoring-Plus-Programm. Die Organisatoren des Projekts, das Netzwerk OWL-Maschinenbau, die Initiative für Beschäftigung OWL sowie das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, und die beteiligten Partnerunternehmen haben jetzt bei der Abschlussveranstaltung in den Räumen des Mindener High-Tech-Unternehmens WAGO ein durchweg positives Fazit gezogen.

„Nur mit gut ausgebildeten Nachwuchskräften werden wir und auch die anderen Technologie-Unternehmen in Ostwestfalen im globalen Wettbewerb bestehen können. Deshalb ist es wichtig, das Potenzial qualifizierter Frauen zu erkennen und zu fördern. Dieses Mentoring-Programm hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet“, resümierte WAGO-Personalentwicklerin Kathrin Wege.

Insgesamt 40 junge Frauen aus der Region, darunter vier weibliche WAGONachwuchskräfte, haben als sogenannte Mentees an dem Programm teilgenommen. Ihnen standen berufs- und führungserfahrene Mentorinnen aus jeweils anderen Unternehmen als Ratgeberinnen zur Seite. Qualifizierungsworkshops, beispielsweise zum Thema Zeitmanagement, rundeten das Projektangebot ab. Die Mentorinnen engagierten sich ehrenamtlich. Im Rahmen des Projekts sollten die Berufseinsteigerinnen lernen, sich eigene berufliche Ziele zu setzen und in der nach wie vor von Männern dominierten „Technikwelt“ zu behaupten.

Die 25-jährige Jennifer Gruschwitz, bei WAGO Entwicklungsingenieurin im Bereich Automatisierungstechnik, hat wie alle anderen Teilnehmerinnen die Unterstützung durch die Mentorinnen rasch schätzen gelernt: „Da sie sich am Anfang ihrer Berufslaufbahn oft in ähnlichen Situationen befunden haben, kann man von ihren Erfahrungen profitieren. Aber auch der Austausch mit den anderen Mentees, die eine vergleichbare Ausgangsbasis hatten, hat mir viel gebracht. Am Anfang war ich ein wenig unsicher, ob ein solches Mentoring für mich sinnvoll ist. Jetzt würde ich es in jedem Fall immer wieder machen.“ Mentorin Astrid Burschel, die bei WAGO den Bereich Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit leitet, lobt den „sehr guten Austausch mit anderen Unternehmen“. Es habe sich im Rahmen dieses Mentoring-Angebots deutlich gezeigt, „dass es für junge Frauen in technischen Berufen einfach zu wenig Vorbilder gibt. Das muss sich ändern“.

Weil die Förderung aus Mitteln der Bundesregierung und der EU ausläuft, wird das MINTMentoring-Plus-Programm nach drei Durchgängen nun beendet. Aufgrund der positiven Resonanz gibt es aber bereits in heimischen Betrieben Bestrebungen, eine ähnliche Maßnahme mit eigenen Mitteln zu finanzieren. „WAGO würde eine Fortführung sehr begrüßen und wäre in jedem Fall wieder vertreten“, bekräftigt Personalentwicklerin Kathrin Wege. Vorstellbar sei zudem, ein solches Mentoring-Projekt geschlechterübergreifend auszurichten und darüber hinaus nicht nur Berufsanfängern anzubieten. Auch Astrid Burschel hofft, „dass Unternehmen in Ostwestfalen solche Programme auch ohne finanzielle Förderung von außen weiterführen“.

Für WAGO ist das Mentoring-Konzept ein Baustein innerhalb einer umfangreichen Personalentwicklungsstrategie. Der international agierende Anbieter von elektrischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik setzt seit jeher auf eine praxisnahe, individuelle Mitarbeiterförderung. Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels hat das Unternehmen umfassende Schulungskonzepte entwickelt. Dazu zählt das „Junior Leadership Program“ (JLP), eine maßgeschneiderte Entwicklungsmaßnahme, um ausgewählte Nachwuchskräfte auf mögliche Führungsaufgaben vorzubereiten. Die ersten zehn Absolventen haben das 18-monatige Programm im November 2013 erfolgreich durchlaufen; ein neuer Durchgang startet in diesem Jahr. Darüber hinaus bietet WAGO 2014 mit dem Junior Project Management Programm (JPP) Nachwuchskräften eine neue Qualifizierungsmaßnahme für eine Projektleiter-Laufbahn an.

Um junge Menschen und explizit auch Frauen für eine technische Karriere zu gewinnen, hat das Unternehmen mit dem Programm „WAGO Family“ zahlreiche Maßnahmen zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie realisiert. Dazu gehören flexible Arbeitszeitregelungen und ein monatlicher Betreuungskostenzuschuss für nicht schulpflichtige Kinder. Darüber hinaus unterstützt der Deutsche Kinderschutzbund e.V., Ortsverband Minden-Bad Oeynhausen, als Kooperationspartner die Mitarbeiter bei der Suche nach einem Kindergartenplatz, vermittelt Tagesmütter und qualifizierte Babysitter.

www.wago.com

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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