Mehr Liquidität durch aktives Forderungsmanagement

Der deutsche Mittelstand benötigt bis 2013 rund 50 Milliarden Euro an Kapital, um weiter wachsen zu können.

Das zeigt die Studie Cash for Growth von Roland Berger Strategy Consultants und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Eine weiterhin restriktive Kreditvergabe der Finanzinstitute sorgt jedoch für ein beschränktes Liquiditätsangebot.

Eine Lösung für dieses Problem ist – zumindest teilweise – in den Unternehmen selbst zu finden. Die Zauberformel lautet Working Capital Management, also das Management von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten. Es ist eine der Stellschrauben, an der Unternehmer derzeit drehen können, um gebundene Liquidität für die Innenfinanzierung freizusetzen. Laut der genannten Studie haben die deutschen Mittelständler beim Thema Liquiditätsmanagement zwar schon deutlich aufgeholt, doch das ungenutzte Potenzial ist immer noch enorm. Über alle Branchen hinweg bleiben demnach rund 115 Milliarden Euro an Liquiditätsreserven ungenutzt. Das größte Potenzial zur Verbesserung liegt dabei in der Reduzierung von Vorräten, gefolgt von einer Optimierung des Forderungsmanagements.

Da die eigene Zahlungsfähigkeit nicht zuletzt durch das Zahlungsverhalten der Kunden beeinflusst wird, werden sich die mittelständischen Unternehmen in Zukunft noch intensiver mit dem Forderungsmanagement und dem Umgang mit eigenen Verbindlichkeiten befassen. Im Kern geht es darum, eigene Außenstände möglichst schnell zu realisieren und für eigene Verbindlichkeiten angemessene Skonti bei rascher Begleichung oder lange Zahlungsziele zu guten Konditionen zu vereinbaren. Bei einer systematischen Durchleuchtung des Betriebes kann eine Firma hier beachtliche liquide Mittel freisetzen.

Forderungsmanagement als Teil eines systematischen Credit Managements
Ein systematisches Credit Management trägt dazu bei, dass das Forderungsausfallrisiko sinkt. Gleichzeitig steigt die Qualität der offenen Forderungen – und damit die Realisierungsaussichten – durch die dem Geschäftsabschluss vorgeschalteten Prüfmechanismen. Bleiben Rechnungen trotz aller internen Bemühungen im Forderungsmanagement unbezahlt, sollte zügig ein externer Inkasso-Dienstleister wie Creditreform eingeschaltet werden. Die Realisierungsaussichten werden mit fortschreitendem Forderungsalter kontinuierlich geringer. Und parallel dazu steigen die Kosten des Forderungseinzuges. So zeigen Auswertungen, dass Gläubiger ab der dritten selbstversandten Mahnung kaum noch Erfolge verzeichnen. Daher sollte der richtige Zeitpunkt für die Übergabe der Forderung an das Creditreform Inkasso nicht verpasst werden. Den Unternehmen kommt dabei der sogenannte Eskalationseffekt zu Gute. Denn der Einsatz eines externen Dritten führt auf Seiten des Schuldners regelmäßig zu einer erhöhten Zahlungsbereitschaft, die Außenstandsdauer sinkt. Dies gilt insbesondere für den Forderungseinzug über Creditreform, da der Schuldner weiß, dass sich eine unbezahlte Rechnung unmittelbar auf die Bonitätsbeurteilung in seiner Wirtschaftsauskunft auswirken kann.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien. Sie erreichen Peer-Michael Preß unter: m.press@press-medien.de www.press-medien.de

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