Dr. Oetker eröffnet neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bielefeld

Bielefeld. Das Familienunternehmen Dr. Oetker hat auf dem Firmengelände in Bielefeld ein neues Gebäude für den Unternehmensbereich Forschung und Entwicklung (F+E) eröffnet. Für den Neubau wurden rund 30 Millionen Euro in die Erweiterung des Standortes investiert. Heute feiert das Unternehmen die offizielle Einweihung des neuen Entwicklungszentrums.

„Neben der Innovationsforschung im Rahmen der Produktentwicklung steht bei Dr. Oetker die Qualitätssicherung gemäß unserem Leitspruch ‚Qualität ist das beste Rezept‘ im Fokus der F+E-Arbeit. Dies sichert unsere Zukunftsfähigkeit und trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Wir freuen uns, dass unsere Innovationsschmiede ab sofort ein neues modernes Zuhause hat“, so Rainer Lührs, Geschäftsführer Marketing und F+E der Dr. Oetker GmbH. Nach dem ersten Spatenstich im Februar 2015 wurde das neue Dr. Oetker Forschungs- und Entwicklungszentrum auf dem Firmengelände an der Friedrich-List-Straße in Bielefeld errichtet. Knapp zwei Jahre nach der erfolgreichen Bauphase sind im Dezember 2016 die ersten Mitarbeiter in das neue Gebäude eingezogen.

Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten präsentierte die Dr. Oetker Geschäftsführung im Beisein aller F+E-Mitarbeiter am 19. Januar 2017 den geladenen Gästen erstmals das neue Zentrum: „Wir sind sehr stolz, heute hier mit Ihnen unser neues Forschungs- und Entwicklungszentrum einweihen zu können. In den beiden vergangenen Jahren haben alle Beteiligten hervorragende Arbeit geleistet und für eine termingerechte Fertigstellung gesorgt. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen der gesamten Geschäftsführung recht herzlich bei allen Handwerkern, Architekten und den beteiligten Fachplanern für die erfolgreiche Umsetzung des Bauvorhabens. Mit dem Neubau bekennen wir uns einmal mehr zum Standort Bielefeld und sind in diesem Zuge auch dankbar für die Unterstützung der Stadt Bielefeld“, so Lührs weiter.

Forschung und Entwicklung in modernster Arbeitsatmosphäre

Das neue Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von 9.600 m2 und hält Arbeitsplätze für rund 150 Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Berufsfeldern vor: Von Chemielaboranten, Lebensmitteltechnologen über Ökotrophologen, Milchtechnologen und Informatikkaufleuten bis hin zu Lebensmittelchemikern bietet Dr. Oetker eine große berufliche Vielfalt im Bereich F+E. Um die bereichsübergreifende Kommunikation zu fördern, wurde der Neubau inspirierend, hell und zukunftsweisend konzipiert. Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum bietet zudem eine offene, einladende und qualitativ sehr hochwertige Arbeitsplatzatmosphäre und fördert durch Kommunikationsinseln, eine offene Laborstruktur und transparente Entwicklungsbereiche die Zusammenarbeit in den Teams.

„Das moderne und nachhaltige Gebäudekonzept überzeugt auf den ersten Blick. Für die F+E-Mitarbeiter wurde mit diesem Neubau ein ganz besonderer Arbeitsplatz geschaffen. Wir freuen uns auf viele interessante Produktinnovationen, die in diesen zukunftsweisenden Räumen entstehen werden“, erläutert Dr. Claus Günther, Hauptabteilungsleiter Forschung und Entwicklung bei Dr. Oetker.

Das nachhaltige Gebäudekonzept umfasst nicht nur energetische, sondern ebenso ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte. Es wird die hohen gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich unterschreiten. Zudem wird das Gebäude in das betriebseigene Energie-Monitoring-System (EMS) eingebunden. 50 Prozent der benötigten Energie wird aus Geothermie erzeugt, weitere 50 Prozent der Energie wird aus Fernwärme gewonnen. Die auf diesem Weg generierte Energie wird im Winter zur Beheizung und im Sommer zur Kühlung des Gebäudes eingesetzt. Der Einsatz sparsamer und umweltfreundlicher LED-Beleuchtungstechnik ist selbstverständlich und wird durch eine tageslichtabhängige Lichtsteuerung ergänzt. Hierzu zählt ebenso die Ausstattung mit sensorgesteuerten Arbeitsplatzleuchten inklusive Bewegungsmeldern und einer zentralen Lichtsteuerung.

Der Neubau ist eingebettet in die Grünanlagen am Standort Bielefeld. Ehemals versiegelte Flächen und Straßen wurden zurückgebaut und konsequent renaturiert. Zudem wird zukünftig das Regenwasser in einer Regenwasserzisterne aufgefangen und zur Bewässerung der umliegenden Grünanlagen eingesetzt.

„Qualität ist das beste Rezept“ und das seit über 125 Jahren

Der Bereich F+E verantwortet über die Produktentwicklung hinaus auch die Qualitätssicherung, Rohstoffanalyse, sensorische Tests sowie die lebensmittelrechtliche Prüfung von Rezepturen und Verpackungen. Er ist in der heutigen Zeit im Grunde die moderne Version des früheren „Laboratoriums“, in dem der Firmengründer und Apotheker Dr. August Oetker 1891 sein erstes Produkt zur Marktreife brachte: das gelingsichere Backpulver „Backin“, das frei von jeglichem Beigeschmack und genau für die Menge von 500 Gramm Mehl portioniert war. Was damals auf einer Fläche von vier Quadratmetern begann, findet heute in dem neuen modernen Zentrum statt, das fast mehr als 2.500-mal so groß ist.

Produktentwicklung in vier Phasen

Die Entwicklung eines Produktes einschließlich seiner Herstellungsverfahren ist die Hauptaufgabe der F+E. Etwa 40 Mitarbeiter kreieren in enger Abstimmung mit den Bereichen Marketing und Marktforschung neue Produkte unter Einbeziehung neuer Technologien.

Häufig erfolgt dies in enger Zusammenarbeit mit Kollegen der internationalen Dr. Oetker Standorte sowie mit zahlreichen externen Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Am Ende des Prozesses steht ein Produkt, das allen gestellten Anforderungen optimal entspricht:

Grafik „Produktentwicklung in vier Phasen“, Quelle: Dr. Oetker Broschüre „Forschung und Entwicklung“. (Quelle: Dr. Oetker)

Strenge Kontrollen – Das Dr. Oetker Qualitätssystem

Bei der F+E-Arbeit tragen drei wesentliche Elemente zum Gelingen der Produkte und der exzellenten Produktqualität bei: die Qualitätssicherung, die Qualitätskontrolle und das Qualitätsmanagement.

In der Qualitätssicherung werden Standards festgelegt: angefangen bei der Rohwarenbeschaffung für das Produkt bis hin zu dessen Verzehr beim Verbraucher. Hierfür werden sämtliche Qualitätsparameter definiert wie zum Beispiel die Eignung der Lieferanten und Spezifikationen für Rohwaren und Fertigprodukte. Aber auch Standards für systematische Prüfungen beim Wareneingang, während der Produktion und vor dem Versand werden festgelegt. Risikoanalysen im Rahmen des HACCP-Konzepts (HACCP = Hazard Analysis and Critical Control Points) dienen der Produktion sicherer Produkte. Zudem unterstützt die Auswertung der Verbraucherzuschriften die ständige Verbesserung der Prozesse und Produkte.

Die Qualitätskontrolle stellt bei der Produktion vor Ort die Einhaltung dieser Standards durch intensive Kontrollen im Betrieb und im Labor sicher. Die systematische Dokumentation der Ergebnisse ermöglicht zu jeder Zeit eine vollständige Rückverfolgung der Produkte. Zum Aufgabengebiet der Qualitätskontrolle gehört ebenso die regelmäßige Schulung aller Mitarbeiter bezüglich Sicherheit, Sauberkeit und Hygiene. Auch die Umsetzung der Ergebnisse der Risikoanalyse gemäß dem HACCP-Konzept sowie der international anerkannten Norm zur Lebensmittelsicherheit (ISO 22000) bilden weitere Schwerpunkte der Qualitätskontrolle.

Das Qualitätsmanagement ist der strategische Teil des Qualitätssystems in dessen Rahmen eine Zertifizierung der einzelnen Dr. Oetker Standorte nach den weltweit gültigen Standards für Qualitätsmanagement (ISO 9001) und Lebensmittelsicherheit (ISO 22000) erfolgt. Regelmäßig werden dazu unabhängige externe Prüfer beauftragt, die die Wirksamkeit dieses Systems prüfen.

Internationale Managementsysteme

Die F+E-Abteilung Internationale Managementsysteme koordiniert die jeweils gültigen Standards. Dazu lässt sie die angewendeten Managementsysteme regelmäßig durch unabhängige externe Zertifizierer auf ihre Wirksamkeit prüfen und unterstützt die internationalen Dr. Oetker Standorte bei der Implementierung der Standards. Des Weiteren gehören die Weiterentwicklung der Standards und die Unterstützung bei der Prozessoptimierung zum Aufgabenfeld dieses Bereiches.

Internationales Lebensmittelrecht

Die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorschriften hat bei Dr. Oetker auf nationaler und internationaler Ebene einen hohen Stellenwert. Verantwortet wird dies von der F+E-Abteilung Internationales Lebensmittelrecht. Sie gewährleistet die Erstellung und Prüfung deutscher und europäischer Verpackungsdeklarationen und -gestaltungen. Zudem prüft sie Marketingkonzepte, Werbematerialien und Produktinformationen.

Außerdem setzt sich die Abteilung mit unterschiedlichsten Verbraucherthemen auseinander und stellt eine Vielzahl von Informationen zu lebensmittelrechtlichen und ernährungsphysiologischen Fragestellungen sowie allergen- und nährwertbezogene Angaben zur Verfügung. Verbraucherfragen zu komplexen wissenschaftlichen oder gesundheitsbezogenen Themen werden hier ebenfalls beantwortet.

Umfassende Analysen und Untersuchungen – die Zentrale Analytik

Die Zentrale Analytik im Bereich F+E prüft unter anderem die einzusetzenden Rohwaren auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Schimmelpilztoxine, verbotene Farbstoffe und andere Stoffe, die in kleinsten Spuren vorkommen können. Aus den Produktionsstandorten werden eingehende Rohstoffe mit den modernsten chromatografischen Techniken auf rund 300 Pestizide analysiert. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Untersuchungen werden die Rohstoffe zur weiteren Verarbeitung in der Produktion freigegeben. Die Mitarbeiter der Zentralen Analytik sind zudem als Gutachter bei der Bewertung nationaler Forschungsvorhaben tätig.

Zentrale Dienste – Sensorik, EDV und Services

Die Zentralen Dienste leisten wertvolle Unterstützung für eine effiziente Produktentwicklung und Qualitätssicherung. Einer der in der Öffentlichkeit bekanntesten Bereiche ist die Sensorik. Um die Wünsche der Konsumenten gezielt zu erfüllen, bindet Dr. Oetker die Verbraucher in die Produktentwicklung ein. Dazu führen die Sensorikmitarbeiter sowohl mit Verbrauchern als auch mit speziell geschulten Experten sensorische Tests durch und prüfen, wie die Produkte mit den menschlichen Sinnen wahrgenommen werden. Es geht darum zu erfahren, ob den Verbrauchern die Produkte schmecken, ob sie appetitlich aussehen, gut riechen und vieles mehr. Die Testergebnisse geben wertvolle Hinweise, ob ein neues Produkt eine Chance im Markt hat und spielen für die Verbesserung bestehender Produkte eine wichtige Rolle. Auch helfen die gewonnenen Erkenntnisse den Produktentwicklern bei der Auswahl der optimalen Rohstoffe und Rezepturen und liefern zusätzliche Daten im Rahmen der Zubereitungs- und Haltbarkeitstests. Das Verbraucherpanel der Sensorik umfasst aktuell rund 4.500 Verbraucher.

Neben der Sensorik werden weitere Schwerpunkte von anderen Arbeitsgruppen der Abteilung Zentrale Dienste betreut. Der Bereich Systemtechnik und EDV-Support betreut spezielle Software-Anwendungen, die den gesamten Produktlebenszyklus erfassen. Das Informationsmanagement-Team führt Recherchen zu unterschiedlichen Themen durch und stellt die aufbereiteten Ergebnisse in der unternehmenseigenen Bibliothek digital zur Verfügung. Für das Gebäudemanagement, die Beschaffung von Inventar, Technik und Materialien sowie die Umsetzung von Sicherheits- und Umweltmaßnahmen sind die Mitarbeiter des Technischen Service zuständig.

Um weltweit die hohen Qualitätsansprüche des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten die Mitarbeiter des Bereichs F+E Service International länderübergreifend zusammen. In den Teams werden die Standards für die Produktentwicklung, Qualitätssicherung und Produktionshygiene erarbeitet und regelmäßig verifiziert. Auf diese Weise werden die Lieferanten des Unternehmens an allen Standorten nach denselben Kriterien beurteilt, alle Rohwaren und Verpackungen mit denselben Methoden geprüft und neue Produkte nach denselben Prozessabläufen entwickelt. Die Abteilung unterstützt zudem den Aufbau neuer Dr. Oetker Standorte, begleitet die Integration in die bestehende Unternehmensorganisation und ist Ansprechpartner vieler weiterer Projekte.

www.oetker.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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