Deutscher Bank droht eine ungemütliche Hauptversammlung

Hamburg/Düsseldorf (dapd). Die Deutsche Bank bekommt wegen ihres verpatzten Führungswechsels einen deutlichen Denkzettel weiterer Investoren und steht vor einer hitzigen Hauptversammlung. Nach der Londoner Hermes haben nun auch die Investorenberater Glass Lewis sowie Ivox empfohlen, dem Aufsichtsrat der Bank die Entlastung zu verweigern, wie die „Financial Times Deutschland“ und das „Handelsblatt“ am Montag berichteten. Auch die Kölner Vereinigung Institutionelle Privatanleger (VIP) hat bereits einen entsprechenden Gegenantrag für die Hauptversammlung am 31. Mai eingereicht.

Aus Sicht der Berater von Glass Lewis und Ivox hat der Ruf der Bank unter der chaotischen Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann gelitten. Die Bank hatte sich nach Monaten auf eine Doppelspitze aus den Vorständen Anshu Jain und Jürgen Fitschen verständigt. Bei der Suche und der Neubesetzung anderer hoher Managerposten hatten sich auch Flügelkämpfe und Zerwürfnisse in der Bankführung offenbart.

„Vor allem die Nachfolgeplanung für den Vorstands- und den Aufsichtsratschef ist fehlgeschlagen und könnte die Reputation der Bank beschädigt haben“, zitierte die „FTD“ aus einem Papier von Glass Lewis. Der Aufsichtsrat habe die Interessen der Anleger nicht ausreichend berücksichtigt. „Es ist nötig, ein starkes Signal zu senden, dass dies zu geschehen hat“, zitierte das „Handelsblatt“ aus der Empfehlung.

Eine Nichtentlastung des Aufsichtsrats hätte keine konkreten Folgen wie die Ablösung des Kontrollgremiums. Der Schritt hätte aber als Denkzettel für den Aufsichtsrat unter dem Vorsitzenden Clemens Börsig einen hohen symbolischen Charakter.

Die Londoner Hermes hatte Ende April einen Gegenantrag für die Hauptversammlung angekündigt. Sie wirft der Bank ebenfalls „Missmanagement bei der Besetzung von Spitzenposten“ vor. Auch die Kölner VIP kritisierte, dass die Art und Weise der Nachfolgersuche „dem Ansehen der Bank keinen guten Dienst erwiesen“ habe.

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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