Chinesischer Partner kopiert VW-Motor

Chinesischer Partner kopiert VW-Motor Hamburg/Berlin (dapd). Volkswagen ist in China offenbar Opfer einer dreisten Kopie geworden. Der chinesische Partner FAW hat wohl einen erfolgreichen VW-Motor abgekupfert und will das Aggregat zum Antrieb eines eigenen Autos einsetzen, das dann den VW-Modellen in China Konkurrenz macht. Ein VW-Sprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des „Handelsblatts“. „Wir prüfen den Sachverhalt selbstverständlich“, sagte er auf dapd-Anfrage. Laut Bericht hat VW außerdem den begründeten Verdacht, dass das Staatsunternehmen FAW das VW-Getriebe MQ 200 nachbauen will, ohne dafür eine Erlaubnis oder eine Lizenz zu besitzen. Der Sprecher verwies vor diesem Hintergrund auf die „langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit FAW. Doch genau diese könnte jetzt für VW zum handfesten Problem werden: Dem Bericht zufolge könnte das VW-Getriebe schon bald im FAW-Kleinwagen Besturn B 50 zum Einsatz kommen, das in Kürze auch nach Russland exportiert werden soll. Dort will aber auch VW vor allem mit seiner Tochter Skoda weiter wachsen. Auf diese Weise könnte sich der Konzern somit ungewollt selber Konkurrenz machen. Für den Autoexperten Willi Diez ist das kein VW-spezifisches Problem. „Technologietransfer an der Grenze des Patentschutzes“ sei im Geschäft mit chinesischen Partnern nicht neu, sagte der Leiter des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft (ifa) auf dapd-Anfrage. Andererseits sei China ein so großer Autoabsatzmarkt, dass es sich kein Hersteller leisten könne, zu sagen: „Wir bleiben abseits stehen.“ Wer als europäischer Hersteller aus Furcht vor unerwünschtem Techniktransfer mit seinem China-Engagement zu lange gezögert habe, „findet heute auf dem chinesischen Markt fast nicht statt“, sagte Diez. Anders VW: Für die Wolfsburger ist die Volksrepublik der wichtigste Absatzmarkt der Welt. Im ersten Halbjahr 2012 hat Volkswagen dort 1,3 Millionen Autos verkauft. Rund jedes dritte Auto aus dem VW-Konzern wird mittlerweile an chinesische Kunden ausgeliefert. Wie alle anderen ausländischen Autobauer darf VW dort aber nur zusammen mit einheimischen Partnern Fahrzeuge bauen. Das sind bei den Wolfsburgern die Staatsbetriebe FAW und SAIC. Seit Beginn der Zusammenarbeit 1988 hat VW gemeinsam mit FAW nach Unternehmensangaben über fünf Millionen Autos produziert. Die chinesische Regierung will eine eigenständige Autoindustrie aufbauen und setzt auf Techniktransfer innerhalb der Joint Ventures. VW will mit seiner milden Reaktion offenbar Streit vermeiden. Erst im Frühjahr hatte VW klargemacht, wie viel Respekt der Konzern vor der chinesischen Regierung hat: Der Konzern baut ein Werk in der Provinz Xinjiang, wo angesiedelte Chinesen die ursprünglichen Bewohner, das muslimisch geprägte Turkvolk der Uiguren, immer weiter zurückdrängen, auch mit Gewalt. „Es ist der Wunsch der chinesischen Regierung, in den Westen zu gehen“, sagte der damalige China-Chef von VW, Karl-Thomas Neumann, im April zur Standortauswahl. „Wir können uns nicht dagegen stellen“, fügte er hinzu. VW baut als erster Autokonzern dort ein Werk. Mit der Industrialisierung will die Zentralregierung ihre Macht in der abgelegenen Provinz festigen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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