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Vom westfälischen Unternehmer zum führenden Fußballfunktionär

Ohne Hans-Joachim Watzke stände der BVB heute nicht da, wo er derzeit steht. In den letzten fünfzehn Jahren hat es der Verein von der Fast-Insolvenz zu einem der besten Fußballvereine Europas gebracht. Auf sportlicher Ebene hängt dies natürlich eng mit dem Namen Jürgen Klopp zusammen. Der Erfolgscoach führte den BVB vom unbedeutenden Mittelmaßclub bis ins Champions League Finale. Die sportlichen Erfolge während seiner Amtszeit haben maßgeblich zu der Konsolidierung des Vereins beigetragen, allerdings wäre es ohne Aki Watzke nie dazu gekommen. Wir stellen den westfälischen Unternehmer genauer vor und beleuchten seinen Aufstieg zu einem der wichtigsten Fußballfunktionäre in Deutschland.

Erfolg mit Sicherheitskleidung

Aki Watzke ist Westfale durch und durch. Das lässt er in seiner flapsigen Art auch immer wieder durchblicken. Um einen lockeren Spruch ist er nie verlegen. Geboren in Marsberg, absolvierte er nach dem Abitur ein BWL-Studium. Danach gründete er im Jahr 1990 ein Unternehmen für Arbeitsschutz- und Sicherheit, die Watex Schutz-Bekleidungs GmbH. Mit knapp 45 Mitarbeitern gehört der Betrieb zum klassischen deutschen Mittelstand. Damit ist das Unternehmen zwar vergleichsweise klein, dafür aber hochspezialisiert. Bei der Personalsuche werden auch auf charakterliche Eigenschaften geachtet: „Wir haben viele ehemalige Fußballspieler dabei, von denen wir wussten, dass sie charakterlich top sind“, so der Firmengründer gegenüber dem Handelsblatt. Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrung ist er auch ein gern gesehener Gast bei Vorträgen und Business-Meetings.

Der Retter der Borussia

Das Geschäft läuft auf jeden Fall für die Watex GmbH. Denn auch wenn der größte Mitbewerber in der Branche ebenfalls aus der Region stammt, wächst das Unternehmen stetig weiter. Der Jahresumsatz beläuft sich, je nach Saison und Wetterlage, zwischen 15 und 20 Millionen Euro. Da bleibt natürlich auch Zeit für eine andere Herzensaufgabe – und diese ist der BVB. 2001, zu einer Phase als der BVB noch von den Erfolgen der 1990er Jahre zehrte, wurde Watzke zum Schatzmeister des BVB ernannt. Doch in den Folgejahren rutsche der Verein aufgrund von Misswirtschaft seitens der damaligen Führungspersonen Gerd Niebaum und Michael Meier immer tiefer in den finanziellen Abwärtssog. Als der BVB im Jahr 2005 kurz vor Insolvenz stand, übernahm er das Amt des Geschäftsführers und avanciere zusammen mit dem Präsidenten Reinhard Rauball sowie Finanz-Geschäftsführer Thomas Treß die Verantwortung beim BVB.

Finanzielle Konsolidierung und sportliche Erfolge

In der Folge standen natürlich erst einmal ein paar sparsame Jahre auf dem Programm. Mit Hilfe eines soliden Business-Plans, der unter anderem den Fokus auf junge Talente statt teurer Stars vorsah, gelang es dem Triumvirat, den BVB zurück in die Spur zu bringen. Der wohl größte Coup Watzkes dürfte die Verpflichtung von Jürgen Klopp im Jahr 2008 gewesen sein. Der Coach schaffte es von Beginn an eine neue Aufbruchsstimmung in Dortmund zu erzeugen und begeisterte die Fans mit seiner offensiven Fußballidee. Die endgültige Kehrtwende wurde dann durch die ebenso überraschende wie verdiente Meisterschaft 2011 vollzogen. In der folgenden Saison wurde dieser Erfolg mit den Double sogar noch getoppt und wiederum ein Jahr später ging es bis ins das Champions League Finale gegen die Bayern. Seitdem gehört der BVB zu den Topvereinen in Deutschland und Europa. Bei den William Hill Buchmachern beispielsweise gehören die Schwarzgelben im DFB-Pokal mit einer Quote von 4,50 in dieser Saison zu den Favoriten. Die oben genannten Meilensteine wie Double und CL-Finale führten dazu, dass der BVB seine Schulden schneller als ursprünglich geplant abbauen und Watzke im November 2014 verkünden konnte, dass der Verein nun schuldenfrei sei. Für seinen Einsatz beim BVB wurde er 2016 folgerichtig zum Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.

Mit dem Blick Richtung Zukunft

So erfolgreich Watzke auf seinem Gebiet auch ist, für immer will er nicht in der Führungsrolle sein. Aus diesem Grund übernimmt sein Sohn André schon jetzt wichtige Aufgaben bei Watex. Und auch bei der Borussia sollen Michael Zorc und Sebastian Kehl den Marsberger eines Tages beerben. Doch bis dahin wird von Aki Watzke noch einiges zu hören sein.

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