Haben sich mehr erwartet: Thomas Sprehe (l.), Vorsitzender des Wirtschaftsclubs, und Kevin Taron, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter fehlt nach wie vor ein Plan der Politik für die Folgen der Coronapandemie. Das Foto entstand beim Jahresempfang 2020 vor Ausbruch der Coronakrise. - Foto: Wirtschaftsjunioren
Haben sich mehr erwartet: Thomas Sprehe (l.), Vorsitzender des Wirtschaftsclubs, und Kevin Taron, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter fehlt nach wie vor ein Plan der Politik für die Folgen der Coronapandemie. Das Foto entstand beim Jahresempfang 2020 vor Ausbruch der Coronakrise. - Foto: Wirtschaftsjunioren

Wirtschaftsjunioren: Die Spirale dreht sich immer schneller nach unten


Die aktuellen Beschlüsse zur Verlängerung des Corona-Lockdowns mindestens bis zum 14. Februar haben auch bei der heimischen Wirtschaft für Enttäuschung gesorgt. Die Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter und der Wirtschaftsclub warten weiterhin auf einen nachhaltigen Plan zur Bewältigung der Pandemie und der Folgen.

„Das am Anfang einer Pandemie viele Fragen nicht beantwortet werden können, ist verständlich. Nun, fast ein Jahr später, ist es das nicht mehr. Zumal schon im Oktober absehbar war, dass ein Plan für den Winter dringend notwendig ist, um die Unsicherheit in den Unternehmen nicht noch weiter zu vergrößern.“, sagt Kevin Taron, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter.

Genau diese Unsicherheit, gepaart mit großen Existenz- und Zukunftsängsten herrsche aber weiterhin vor, weil die Politik immer noch nur auf Sicht fahre. Einen Plan, wie die Öffnung nach dem Lockdown aussehen soll, gibt es bislang nicht. „Es gibt keine verbindlichen Aussagen seitens der Politik und keine Richtlinien, auf die sich Unternehmen verlassen können. Wo bleibt der schnelle Ausbau der wichtigen digitalen Infrastruktur? Wenn sich Gastronomie und Einzelhandel auch mit dem Einsatz von viel Geld coronakonform aufstellen und auf die Maskenpflicht achten, dann müssen sie die Sicherheit haben, dass es so für sie weitergehen kann. Stattdessen floriert der Onlinehandel und die Innenstädte bluten aus. Die Politik lässt den lokalen Handel im Stich“, sagt Taron. Die Wirtschaft stehe in nahezu allen Bereichen am Scheideweg. „Das spüren mittlerweile auch Unternehmen, die bislang noch nicht so stark von der Krise betroffen waren. Die Spirale dreht sich immer schneller nach unten“, betont Thomas Sprehe, Vorsitzender des Wirtschaftsclubs. Die heimische Wirtschaft sieht auch die aktuellen Ankündigungen von Arbeitsminister Hubertus Heil zum Thema Homeoffice kritisch: „Das Vertrauen in die Unternehmerinnen und Unternehmer könnte seitens der Politik größer sein. Die Politik sollte ihre Energie in wichtigere Themen stecken, denn die Wirtschaft bemüht sich schon sehr lange um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die angedachten Regelungen führen nur zu mehr Bürokratie.“

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