Gastgewerbe – Bitte schön fair

Die Fußball-WM ist gerade um und verlief für unsere Nationalmannschaft äußerst erfolgreich. Jogis Jungs haben nicht nur Ergebnis-technisch einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, sondern auch im Auftreten auf dem Platz. Sie gehörten zu den fairsten Teams dieses Wettbewerbs.

Fairness spielt auch in der Wirtschaft immer eine Rolle und zwar zwischen unterschiedlichen, aber auch innerhalb einer Branche. Einen „fairen“ Wettbewerb zu ermöglichen, ist bei uns in Deutschland im Wesentlichen Aufgabe des Staates. Ordnungspolitisch hat er Sorge dafür zu tragen, dass die Balance von Steuern, Freiheiten und andere Rahmenbedingungen passen. Da sehen wir noch Handlungsbedarf, auch wenn es momentan auf den ersten Blick in Gastronomie und Hotellerie ganz gut aussieht. Der Tourismus mit dem Gastgewerbe als wichtigstem Leistungsträger ist dabei, sich als ernstgenommene „Industrie“ in Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT NRW) in den ersten Monaten des Jahres lassen darauf schließen, dass 2014 wieder ein Übernachtungsrekord zwischen Rhein und Weser aufgestellt wird, selbst in der Gastronomie sieht es nach einer Belebung mit einem kleinen realen Wachstum aus. Immerhin.

Diese Fakten dürfen allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass wir zum Beispiel innerhalb der Branche und im Vergleich zu anderen „Lebensmittelverarbeitern“ immer noch mit einer unterschiedlichen Mehrwertbesteuerung zu kämpfen haben, die nicht nur mehr bürokratischen Aufwand, sondern auch deutliche wirtschaftliche Benachteiligung, gerade für die Gastronomie, bedeutet. Bei uns im Restaurant werden 19 Prozent fällig, in Bäckereien, Metzgereien oder dem Lebensmitteleinzelhandel sind es gerade mal sieben. Mitnehmen sieben, hinsetzen 19. Fair (und nachvollziehbar) ist anders. Das gilt auch für die staatliche Regulierungs- und Bevormundungslust, die sich in der Gastronomie schon jetzt auswirkt und das in Zukunft noch vermehrt tun wird, wenn die „Freiheiten“ in Kneipen, Bars und Gaststätten im Vergleich zur eigenen Wohnung weiter eingeschränkt werden sollten. Denn nur eine weitestgehend bevormundungsfreie Gastronomie bleibt auf Sicht bei der Freizeitgestaltung der Gäste attraktiv. 

Im Gastgewerbe schlummert noch ein gehöriges Wachstumspotenzial. Wer es heben sowie mehr Steuereinnahmen und Arbeitsplätze haben möchte, der sollte für einen fairen Wettbewerb sorgen.

www.dehoga-nrw.de

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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