Start-ups: Chance oder Risiko?

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Seit den 2010er Jahren, in denen der Arbeitsmarkt den Sprung ins digitale Zeitalter von E-Commerce und Online-Marketing vollzogen hat, scheinen zahlreiche neue Start-up-Unternehmen eine Art „Gründertrend“ vorzuleben. Laut KfW-Gründungsmonitor gab es in Deutschland 2015 allein im digitalen Bereich ca. 160.000 Neugründungen. Insbesondere in Metropolen wie Berlin oder München sind in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Gründer mit neuen Firmenideen auf den Markt gegangen. Doch hält die vermeintliche Start-up-Euphorie auch wirklich, was sie verspricht?

Finanzielles Risiko der Firmengründung

Für Start-up-Unternehmer gibt es eine Menge wirtschaftlicher Fallstricke, denn neben Unerfahrenheit bei den Themen Projekt- und Finanzplanung, Buchhaltung, Wirtschaftsrecht oder Steuer, ist die Investition von Firmenkapital ein leicht zu unterschätzendes Risiko. Allein die Gesellschaftsform einer Start-up-Firma ist dabei von entscheidender Bedeutung: Bei einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) zum Beispiel ist die Mindesteinlage mit 25.000 Euro relativ hoch. Wenn die Firma scheitert, haftet der Unternehmer mit seinem vollen Stammkapital. Im schlimmsten Fall können bei einer Insolvenz sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen. Für eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) ist zwar kein Mindestkapital nötig, jedoch darf diese auch nur maximal 25.000 Euro Gewinn im Jahr machen. Hier muss man also eine Abwägung zwischen Gewinnbestreben und Sicherheit treffen. Auch wird manchmal übersehen, dass neugegründete Unternehmen im ersten Jahr oft noch keinen Gewinn verzeichnen und von Firmengründern viel Einsatz, Disziplin und Überstunden fordern. Nicht selten scheitern hier Gründer, die zu Anfang noch Feuer und Flamme für ihre Firmenidee waren. In jedem Fall sind gerade zu Anfang hohe Investitionen nötig, die sich meist nur durch einen passenden Firmenkredit stemmen lassen. Welche Firmenkreditrate sich für das eigene Projekt lohnt, kann man relativ einfach online ermitteln.

Mit Mut, Vernunft und Disziplin zum Erfolg

Neben den finanziellen und bürokratischen Formalien einer Firmengründung steht natürlich die eigene Projektidee im Vordergrund. Start-up-Unternehmer müssen sich von Anfang an ehrlich fragen, ob das Konzept ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung auf Dauer wirklich profitabel ist. Nicht alle Ideen funktionieren in der Praxis so gut, wie sie sich in der Theorie anhören. Eventuell gibt es zu viele (erfolgreiche) Wettbewerber mit ähnlicher Idee, die Nachfrage ist zu gering oder ein gutes Konzept lässt sich nicht sinnvoll umsetzen. Dies kann schnell zur Entmutigung führen: Laut Statistik sind selbst in der Gründerhauptstadt Berlin die Zahlen der Firmen-Neugründungen seit 2015 wieder rückläufig. Doch das heißt nicht, dass man mit der richtigen Portion Kreativität, Ehrgeiz und Leidenschaft nicht erfolgreich sein kann. Nach wie vor gibt es innovative, mutige Gründer, die sich mit ihrer persönlichen Idee, harter Arbeit und Durchhaltevermögen innerhalb weniger Jahre erfolgreich auf dem deutschen Start-up-Markt etabliert haben. Sicher, die wenigsten können sich aus ihrem Start-up ein regelrechtes Imperium aufbauen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Doch persönlicher Erfolg ist auch immer subjektiv und lässt sich nicht bloß in Zahlen messen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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