Folgen der Digitalisierung: Einzelhandel schwächelt, Mobile Commerce auf dem Vormarsch

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Der Einzelhandel hat gegen E-Commerce-Riesen wie Amazon und Zalando kaum noch eine Chance. Denn die Digitalisierung verändert auch den Handel nachhaltig. Nutzer bestellen zunehmend via Smartphone und Tablet – vor allem Onlineshops aus der Textilbranche machen sich die zunehmende Beliebtheit des Mobile Commerce zunutze. Höchste Zeit für Einzelhändler, langfristig umzudenken.

Die Marktdominanz von Amazon und Co. wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf das Angebot der Plattformen wirft. So versucht der weltweit größte Onlinehändler Amazon sein Monopol weiter auszubauen, indem die Betreiber immer neue Segmente besetzen. Zuletzt machte der US-Gigant mit Amazon Fresh Lebensmittelhändlern mit einem Lieferservice Konkurrenz – die Ketten Real und REWE kündigten als Reaktion auf diese Kampfansage Milliarden-Investitionen in die Ausweitung der belieferten Ortschaften sowie die weitere Digitalisierung ihrer Logistik an.

Nicht nur im Lebensmittelbereich muss der stationäre Einzelhandel zukünftig umdenken, um den brancheninternen Entwicklungen und den Bedürfnissen der Verbraucher noch gerecht zu werden. Dem Commerzbank-Sektorbericht zufolge führt die Digitalisierung im Einzelhandel beispielsweise zu neuen Liefersystemen und Service-Angeboten. Nicht nur Konsumenten, sondern auch Händler sollen es in Zukunft so einfach wie möglich haben: So setzen immer mehr Unternehmen Logistik-Systeme ein, über die etwa automatisch Produkte nachgeordert und Regale befüllt werden. Viele traditionelle Unternehmen stellen derartige Innovationen jedoch vor gravierende Herausforderungen, da schon die Basis brüchig ist.

Mobile Commerce auf dem Vormarsch

Der stationäre Modehandel beispielsweise kämpfte im letzten Jahr mit Umsatzeinbußen und muss sich darüber hinaus mit dem Thema Mobile Commerce auseinandersetzen. Der durchschnittliche Bestellwert von Einkäufen über das Smartphone stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent und näherte sich damit weiter dem Desktop-Niveau an; bei Tablets liegt der Wert bereits leicht über den Bestellungen via PC und Notebook. Im Bereich Mode werden immer mehr Einkäufe via Smartphone und Tablet getätigt – insgesamt entfielen 40 Prozent der Bestellungen über mobile Endgeräte auf die Segmente Luxusgüter und Mode. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 25 Prozent. Im Jahr 2016 konnten dadurch die Otto Group, Zalando sowie der Onlinehändler Walbusch ein Umsatzplus verzeichnen. Damit profitierten im letzten Geschäftsjahr nicht nur die neben Amazon umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland vom Mobile Commerce, sondern auch ein Familienunternehmen aus Solingen mit über 40 Filialen vor Ort sowie eigenem Online-Shop und -Magazin. Seinen Erfolg verdankt Walbusch auch einem Strategiewechsel: Laut eigenen Angaben habe man das Sortiment behutsam modernisiert und den ehemaligen Katalogversender zu einem E-Commerce- und Filial-Unternehmen transformiert.

E-Commerce-Tag in Regensburg: Chancen und Risiken des digitalen Handels

Dieser Erfolg sollte Gründern und stationären Einzelhändlern Hoffnung und Anlass dazu geben, sich dem Thema Digitalisierung stärker zu widmen. Am 26. Oktober haben sie im Rahmen des Regensburger E-Commerce-Tages Gelegenheit dazu. Online-Händler, Hersteller, Dienstleister und alle Interessierten können sich dort umfangreiches Wissen zu allen Themen aneignen, die die Digitalisierung betreffen. Auch der Erfahrungsaustausch kommt nicht zu kurz: Erfolgreiche Händler und E-Commerce-Experten treffen auf Gründer und Händler, die noch Nachholbedarf in puncto Digitalstrategien haben. Sie diskutieren mit ihnen Chancen und Risiken einer Digitalisierung des Handels und geben ihnen Tipps etwa zu Shop-Systemen, Warenwirtschaft und Logistik, Suchmaschinenmarketing, Risikomanagement, Zahlungs- und Versandabwicklung und Forderungsmanagement. Für Händler, Gründer und Hersteller findet am Vortag des E-Commerce-Tages ein Intensivseminar zum Einstieg in den E-Commerce statt. Hier geht es zur Anmeldung.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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