WindWest Windpark Hollich. - Foto: Windwest/EWG
WindWest Windpark Hollich. - Foto: Windwest/EWG

WindWest unterstützt Offenen Brief der Windenergiebranche an Laschet

Das Erreichen von Klimazielen ist eine der herausforderndsten Aufgaben, die in den nächsten Jahren und Generationen zu bewältigen ist. Deutschland war seit den 90er Jahren Marktführer in der Entwicklung von Windenergieanlagen. Auch in und um Rheine arbeiten mehrere Tausend Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in dieser wichtigen Zukunftsbranche. Sowohl die Einführung der Ausschreibung, deren Kriterien immer wieder in die richtige Richtung angepasst wurden, als auch die nicht immer objektive Diskussion über Abstandsregelungen bei Windkraftanlagen führen dazu, dass die Windenergiebranche in Deutschland an Akzeptanz verliert und die Unternehmen in der Region weniger Windenergiekomponenten bauen. Diese Situation erinnert stark an die Solarbranche: Deutschland als ehemaliger Weltmarktführer in Forschung, Entwicklung und Produktion von Solarmodulen hat diesen Status seit Jahren – auch durch falsche Anreize der Bundesregierung – verloren und ist auf dem Weltmarkt weit abgeschlagen hinter China.

Damit diese Entwicklung nicht auch die Windenergiebranche betrifft, haben 75 Unternehmen einen offenen Brief an den NRW-Ministerpräsidenten und neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet geschickt. In diesem Brief mahnen die Unterzeichnenden an, dass die geplanten Abstandsreglungen der Landesregierung zu einem völligen Erliegen der Branche in NRW führen könnte.

Um die Lage einschätzen zu können, ist ein Blick auf die errichteten Windenergieanlagen in NRW unabdingbar. In NRW wurden im Jahr 2020 95 Anlagen neu erbaut und ist damit bundesweit vorne (vgl. WN vom 2.2.21 mit dem Titel: Mehr Windräder in NRW installiert: 2020 bundesweit vorn). Im Vergleich zu 2019, in dem nur 40 Anlagen errichtet wurden, scheint dies eine gute Bilanz zu sein. Beachtet man, dass 2020 auch 33 Anlagen aufgrund des Alters abgebaut wurden, wird diese vermeintliche Leistung von 95 errichteten Windkraftanlagen jedoch relativiert. Zieht man jetzt die Jahre davor zusätzlich in Betracht, wird deutlich, dass der Windenergieausbau in NRW schon zum Erliegen gekommen ist bzw. kurz davorsteht. 2017 wurden 307 Anlagen errichtet. 2018 nur 110. „Der Trend zeigt in Deutschland eindeutig nach unten“, bestätigt CPC Germania Geschäftsführer Markus Tacke.

Yassine Mokdad – Netzwerkmanager des Netzwerks WindWest ergänzt: „Die Unternehmen erhoffen sich durch den offenen Brief an die Landesregierung, dass die wichtige Zukunftsbranche – die in Deutschland mehr als 100.000 Mitarbeitern eine Anstellung ermöglicht – nicht kaputtreguliert wird“. Es gibt geltende Regelungen wie z.B. die TA-Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm), die bei einem Windkraftanlagenbau berücksichtigt werden muss. Im Gegensatz zu pauschalen Abstandsregelungen geht die TA-Lärm auf die immer unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort ein und ist nach Meinung der Windenergieexperten des technischen Büros Kötter Consulting aus Rheine die bessere Alternative.

Neben CPC Germania und Kötter Consulting gibt es in Rheine und der Region eine Vielzahl von Unternehmen, die in der Windenergiebranche tätig sind. Da diese Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette (von der ersten Idee bis zur Umsetzung und der anschließenden Wartung) abdecken, haben sich 2011 mehr als 20 Unternehmen aus Rheine, dem Münsterland und dem Emsland zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

Das Netzwerk WindWest zielt auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Windenergiebranche vor Ort ab. In den letzten drei Jahren war das Netzwerk WindWest als Verein organisiert. Um flexibler auf die sich immer schneller ändernden Bedingungen reagieren zu können, hat man auf der Mitgliederversammlung Ende 2020 beschlossen, den Verein wieder als schlagkräftiges Netzwerk zu führen (ca. 50% aller Netzwerke sind lose Netzwerke ohne Vereinsstatus).

Für 2021 hat man sich eine Menge vorgenommen. Um die Branche in der Region zu vernetzen, plant das Netzwerk WindWest eine Große Netzwerkveranstaltung (die letzte zählte mehr als 120 Teilnehmer), die Akzeptanz im Münsterland und südliches Emsland für Windenergieanlagen zu erhöhen und Fachkräfte für die Branche zu gewinnen sind weitere wichtige Ziele des Netzwerks. Die Durchführung der geplanten Aktivitäten ist abhängig von der Infektionslage, auch aus diesem Grund hoffen alle Netzwerkmitglieder auf ein schnelles Ende der Corona-Pandemie.

Das Netzwerk WindWest unterstützt den offenen Brief der Unternehmen an den NRW-Ministerpräsidenten und hofft, dass sich an der Windbranche nicht die Geschichte der Solarbranche in Deutschland wiederholt.

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