In Deutschland ist das jährliche Wachstum der weiblichen Auszubildenden in allen Bundesländern negativ (2010-2018) Hier das Diagramm für NRW. - Grafik: Jungheinrich PROFISHOP
In Deutschland ist das jährliche Wachstum der weiblichen Auszubildenden in allen Bundesländern negativ (2010-2018) Hier das Diagramm für NRW. - Grafik: Jungheinrich PROFISHOP

Handwerks-Beschäftigungsindex 2020

Eine neue datengestützte Studie zeigt gefährdete Handarbeit in DACH-Volkswirtschaften auf und unterstreicht die Notwendigkeit institutioneller Unterstützung und Sensibilisierung unter Covid-19.

Mit Ausnahme von Wien, Österreich, weisen alle Staaten und Kantone eine negative Wachstumsrate bei Metallbauern auf. Insgesamt liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei den Lehrlingen für Metallbearbeitung bei -6,09%. In Deutschland ist das jährliche Wachstum der weiblichen Auszubildenden in allen Bundesländern negativ (2010-2018). Im Durchschnitt liegt das jährliche Wachstum der weiblichen Auszubildenden bei -4,87%.

Die Beschäftigung im Handwerk ermöglicht jedoch eine größere Arbeitsplatzstabilität als in der Softwareentwicklung. In Wien, Österreich, verdienen Zimmerer, Metallbauer und Elektroniker das konkurrenzfähigste Gehalt im Vergleich zu Software-Entwicklern, die erst mit vierzig Jahren den Gesamtverdienst eines Handwerkers übertreffen.

Der Onlineshop-Betreiber für Flurförderzeuge, Lager und Betrieb Jungheinrich PROFISHOP hat einen Index veröffentlicht, welcher einen zentralen Aspekt der Gesamtwirtschaft im DACH-Raum beleuchtet: das Handwerk. Jungheinrich PROFISHOP unterstützt Kunden dabei, gut funktionierende Systeme zu implementieren, und weiß deshalb, welch große Bedeutung das Handwerk beispielsweise für die Branchen Transport, Logistik und Fertigung hat. Obwohl in vielen Kampagnen für die Vorteile der hochqualifizierten und wichtigen Handwerksberufe geworben wird, geht die Zahl an Berufsausbildungen weiter zurück. Die generell schwierige Lage des Handwerks hat sich angesichts der SARS-CoV-2-Pandemie zusätzlich verschärft: Beschäftigte im Handwerk können schließlich nicht auf die Strategie der Fernarbeit zurückgreifen. Daran zeigt sich umso deutlicher, wie unerlässlich die Arbeitsleistung ist, die Handwerker in Gesellschaft und Industrie erbringen. Jungheinrich PROFISHOP hat nun in 21 Regionen des DACH-Raums ermittelt, wie es um diese Berufe bestellt ist – der Handwerks-Beschäftigungsindex bewertet ihre Attraktivität und den Grad der Beschäftigungssicherheit innerhalb der verschiedenen Handwerksberufe.

„Der Ausbruch des Coronavirus hat viele Industrien zum Stillstand gebracht und gleichzeitig die Notwendigkeit anderer Industrien deutlich gemacht. Trotz des breiten Spektrums des Handwerkers ist eines klar: Home-Office ist kein Luxus, von dem sie profitieren können“, so Jan Mackowiak, Category Manager bei Jungheinrich PROFISHOP. „Wir haben im vergangenen Jahr mit unseren Untersuchungen in diesen Branchen begonnen, um der Notwendigkeit einer stärkeren Wertschätzung dieser Berufe Rechnung zu tragen, und der Ausbruch von Covid-19 macht dies nur noch notwendiger. So haben sich beispielsweise Elektroniker und Beschäftigte in der Lieferkette in Krisenzeiten als unverzichtbar erwiesen. Der Rückgang der Lehrlinge in diesen Branchen hat langfristige Auswirkungen auf unsere Gesellschaften, und wir hoffen, dass unsere Forschung die Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt hat“. 

Wie die Studie durchgeführt wurde

Zunächst wurde eine Reihe von Berufen, die unter das Handwerk fallen, zur Bewertung ausgewählt. Aufgrund der Verfügbarkeit vergleichbarer und zuverlässiger Daten wurden die Berufe Fachkraft für Lagerlogistik, Zimmerer, Metallbauer, Maurer und Elektroniker ausgewählt. 

Die Aussichten für Handwerker in den einzelnen Bundesländern wurden dann anhand der Zahl der angehenden Lehrlinge und der zu erwartenden Verdienste bewertet. Daten über die Zuwachsrate bei den Lehrstellen und den Frauenanteil in den einzelnen Berufen wurden zur Ermittlung der Zahl der Lehrstellen verwendet. Jungheinrich PROFISHOP verglich dann den Durchschnittsverdienst in den einzelnen Ausbildungsabschnitten des Berufes, vom Lehrling bis zum Meister. 

Um die finanzielle Stabilität dieser Geschäfte hervorzuheben, wurden die kumulierten Verdienste von Einzelpersonen in Zehnjahreszeiträumen gemessen. Um schließlich die finanzielle Attraktivität jedes Gewerbes zu bestimmen, wurde ein Vergleich der Verdienste von Handwerkern und Software-Entwicklern vorgenommen, wobei das Alter angegeben wurde, in dem das Gehalt der Entwickler das der Handwerker übertreffen würde. Die jährliche Gesamtwachstumsrate und die jährliche Wachstumsrate der weiblichen Auszubildenden in allen Berufen zwischen 2010 und 2018 sind in der abschließenden Tabelle zu finden.

Das Ergebnis ist ein Index von 11 Indikatoren, die den voraussichtlichen Lebensunterhalt der Handwerker in 21 Bundesstaaten und Kantonen der DACH-Region bestimmen, wobei diejenigen berücksichtigt werden, deren Regierungen die Stabilität dieses Handwerks angesichts der strukturellen Veränderungen in der Arbeitnehmerschaft unterstützen.

Die vollständige Methodik und den vollständigen Datensatz finden Sie auf der Ergebnisseite:  https://www.jh-profishop.de/handwerks-beschaeftigungsindex/

Weitere Informationen unter www.jh-profishop.de

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