Kipping und Riexinger sollen Linke-Zoff beenden

Kipping und Riexinger sollen Linke-Zoff beenden Göttingen (dapd). Die Machtfrage bei den Linken ist entschieden. Nach monatelangem erbittertem Streit wurden die bisherige Vize-Vorsitzende Katja Kipping und der dem Lafontaine-Lager zugerechnete baden-württembergische Landessprecher Bernd Riexinger von den mehr als 550 Delegierten am Samstagabend auf dem Parteitag in Göttingen als Vorsitzende ge Kipping und Riexinger sollen Linke-Zoff beenden Göttingen (dapd). Die Machtfrage bei den Linken ist entschieden. Nach monatelangem erbittertem Streit wurden die bisherige Vize-Vorsitzende Katja Kipping und der dem Lafontaine-Lager zugerechnete baden-württembergische Landessprecher Bernd Riexinger von den mehr als 550 Delegierten am Samstagabend auf dem Parteitag in Göttingen als Vorsitzende gewählt. Sie haben die schwierige Aufgabe vor sich, die Flügelkämpfe zwischen ost- und westdeutschen Landesverbänden sowie Radikalen und Reformern zu beenden. Kipping und Riexinger folgen Klaus Ernst und Gesine Lötzsch nach. Lötzsch war schon vor einigen Wochen aus privaten Gründen zurückgetreten. Ernst trat nicht wieder an. Kipping sagte in ihrer Bewerbungsrede: „Bitte lasst uns diese verdammte Ost-West-Verteilung auflösen.“ Sie wolle die Vision einer erneuerten Linken einbringen. Den Wettbewerb um Lautstärke und Rhetorik könne sie nicht gewinnen, sagte sie in Anspielung auf die vorangegangenen Reden der Parteigranden Oskar Lafontaine und Gregor Gysi. „Vielleicht kann ich einen Wechsel in der Tonlage einbringen.“ Sie wolle bei allem Streit einen menschlichen Umgang, betonte die 34-Jährige. Erster Gratulant war Fraktionschef Gysi. Auch Riexinger erklärte, er wolle alles daran setzen, „die Polarisierung der letzten Monate zu überwinden“. Nötig sei eine Rückbesinnung auf die politischen Aufgaben der Linken. Die Partei werde nur als „gesamtdeutsche und pluralistische Bewegung“ Erfolg haben. Nach der Wahl sagte er: „Ich bin froh, dass es so gekommen ist.“ Er wolle als erstes auf diejenigen zugehen, die ihn nicht gewählt hätten – die Anhänger des stellvertretendem Fraktionschefs Dietmar Bartsch. Bartsch wird dem Reformer-Flügel zugeordnet und hatte am Abend ungewohnt kämpferisch für sich geworben. Riexinger wird dem Radikalen-Flügel um Ex-Parteichef Lafontaine zugerechnet. Kipping setzte sich auf dem dramatischen Parteitag im ersten Wahlgang mit 67,1 Prozent der Stimmen gegen die Hamburger Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn durch. Riexinger (53,1 Prozent) gewann im zweiten Wahlgang gegen Bartsch (45,23 Prozent) und drei kaum bekannte Kandidaten. Im ersten Wahlgang durften ausschließlich Frauen antreten. Der zweite Wahlgang für die andere Hälfte der vorgeschriebenen Doppelspitze stand Männern und Frauen offen. Wagenknecht will nicht Vor der Wahl war noch über eine spontane Kandidatur von der stellvertretenden Vorsitzenden und Lafontaine-Freundin Sahra Wagenknecht spekuliert worden. Sie lehnte jedoch ab und sagte zur Begründung, sie wolle den Konflikt zwischen den Parteiflügeln und zwischen Ost und West nicht auf die Spitze treiben. Es solle eine neue Führung jenseits der Konfliktlinien geben, sagte Wagenknecht. Sie wurde später in ihrem Amt als Vizevorsitzende bestätigt. Auch die bisherige Bundesgeschäftsführerin Caren Lay wurde zur stellvertretenden Parteichefin gewählt. Zwei weiter Stellvertreterposten sollten am Sonntagvormittag vergeben werden. „Dabei kann man zermalmt werden“ Die Frage der neuen Führung hatte in den letzten Wochen für erbitterten Streit in der Linken gesorgt. Am Samstag appellierten deshalb prominente Redner an die Partei, zur Geschlossenheit zu finden. „Es gibt keinen Grund, das Wort Spaltung in den Mund zu nehme“, rief der Mitbegründer und frühere Vorsitzende Oskar Lafontaine und erhielt dafür Szenenapplaus der Delegierten. Gysi dagegen sprach offen von einer Spaltung. Entweder müsse eine Parteiführung gewählt werden, die integriere und die Politik wieder sichtbar mache. „Dann würde ich das begrüßen.“ Oder man sei dazu nicht in der Lage. Dann wäre es besser, sich fair zu trennen. Derzeit herrsche in der Fraktion Hass und dieser sei nicht zu einen. Seit Jahren habe er versucht, die unterschiedlichen Teile zusammenzuführen. „Dabei kann man zermalmt werden.“ Das sei er leid. Zuvor hatte bereits der bisherige Parteivorsitzende Klaus Ernst vehement vor einem Auseinanderbrechen der Linken als Folge der internen Machtkämpfen gewarnt. „Wenn wir scheitern, müssten wir uns schämen“, sagte Ernst. Eine Spaltung sei Wahlbetrug: „Den dürfen wir uns keinesfalls leisten.“ Man habe den Wählern versprochen, zusammenzubleiben. dapd (Politik/Politik)

Authors: dapd News

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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