Gutachter empfiehlt elektrisches Hauptliniennetz

Osnabrück. Osnabrück hat sich als Stadt ambitionierte Ziele vorgenommen, um das Leben in der Hasestadt noch attraktiver zu gestalten. Die Masterpläne „Mobilität“ und „100 % Klimaschutz“ dokumentieren diese Ziele, die sich auch auf den Nahverkehr beziehen. Um die Zielerreichung zu gewährleisten, beauftragten die Stadt Osnabrück und die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) das Gutachterbüro Lindschulte & Kloppe (Düsseldorf), eine Empfehlung zur zukünftigen ÖPNV-Struktur in Osnabrück auszusprechen.

Zentrale Aussage des Gutachters: Das städtische ÖPNV-System soll zukünftig ein Hauptliniennetz mit schnellen Trassen und elektrischen Antrieben umfassen, also elektrisch angetriebene Busse, die ihre Batterien teilweise auf der Strecke, aber auch an den Endhaltestellen nachladen. „Für das weitere Liniennetz empfehlen wir auf Sicht ebenfalls elektrische Antriebe, im Rahmen der Umsetzung können hier jedoch auch zunächst kleinere Dieselbusse fahren“, sagt Dr. Uwe Kloppe. Dieses Gutachten wurde im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend (26.4.) vorgetragen.

Ergebnisse des ÖPNV-Gutachtens
„Wir haben ergebnisoffen alle zukunftsfähigen ÖPNV-Systeme geprüft und mussten aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der zu erwartenden Nachfrage den Verkehrsträger Straßenbahn ausschließen. In Osnabrück gibt es zahlreiche Einschränkungen wie Brücken, Bahnübergänge aber auch Steigungen, die ohne aufwändige Sonderkonstruktionen einen Straßenbahnbetrieb in der Stadt unmöglich machen. Diese senken den volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Faktor einer Straßenbahn auf unter 1 – und schließen damit eine öffentliche Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen definitiv aus“, so Dr. Uwe Kloppe zu einem der zentralen Erkenntnisse aus seinem Gutachten. Die hohen Kosten, eine nur eingeschränkte Flächenerschließung und nicht ausreichende Fahrgastpotenziale werden für eine Straßenbahn – so die Einschätzung des Gutachters – die Förderung zusätzlich verhindern. Die Vorteile eines Hauptliniennetzes mit elektrisch angetriebenen Bussen, die partiell ihre Energie auf der Strecke nachladen, seien hingegen für eine Stadt wie Osnabrück vielfältig ausgeprägt.

Zum einen ermögliche der innovative Ansatz eines solchen Systems eine öffentliche Förderung, zum anderen könne mit dem Umbau zeitnah und dann in Schritten begonnen werden. „Wir gehen davon aus, dass mit diesem neuartigen Bussystem und einer spürbaren Bevorrechtigung auf schnellen Trassen die Attraktivität des ÖPNV sich enorm steigert und die anspruchsvollen Ziele an Zuwachsraten bei den Fahrgästen sowie Emissionsminderung erreicht werden“, führte Kloppe weiter aus.

Weitere Studie bestätigt technische Umsetzbarkeit
„Aufgrund der Aussagen des Gutachters hat das Kompetenzzentrum Energie an der Hochschule Osnabrück anhand einer fiktiven Referenzlinie die technische Umsetzbarkeit eines solchen neuartigen, elektrischen Bussystems weiter im Detail geprüft und positiv beschieden“, ergänzte Martin Meyer-Luu, PlaNOS-Geschäftsführer. Entscheidend für eine Kostensenkung seien nach Prüfung des Kompetenzzentrums die technischen Möglichkeiten, auf der Strecke nur partiell nachladen zu müssen und ansonsten die Speicher im Bus zu nutzen. Bei einer positiven Bewertung Seitens der Politik will die PlaNOS der Empfehlung des Gutachtes folgend schnell die nächsten Planungsschritte zur Einreichung von Förderanträgen einleiten.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.