Europas Solarfirmen erwarten Erfolg bei Klage gegen China-Konkurrenz

Europas Solarfirmen erwarten Erfolg bei Klage gegen China-Konkurrenz Bonn/Berlin (dapd). Die gebeutelte europäische Solarindustrie rechnet fest mit einem Erfolg ihrer Antidumping-Klage bei der EU-Kommission gegen die Billigkonkurrenz aus China. „Wenn diese Klage nicht eröffnet wird, braucht man sich um andere nicht zu kümmern“, sagte der Sprecher des Bonner Solarworld-Konzerns, Milan Nitzschke, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Das Anliegen der Solarbranche sei „ein sehr starker Fall“. Ein Bündnis von 25 Solarfirmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern unter dem Namen EU ProSun habe die Klage in Brüssel nun eingereicht, um sich gegen die ihrer Ansicht nach unfairen Methoden der chinesischen Wettbewerber zu wehren, sagte Nitzschke. Er bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatts“. Die Klage ist allerdings umstritten. Unternehmen wie etwa der Münchener Chemiekonzern Wacker, der ebenfalls unter dem Preisverfall in der Solarwirtschaft leidet, lehnen das Vorgehen ab. Sie befürchten einen Handelskrieg mit China. Auch Firmen, die Investoren aus China locken wollen, beteiligen sich nicht. Der Bundesverband Solarwirtschaft, der 800 Firmen vertritt, verhält sich neutral, „da sich unter seinen Mitgliedern Befürworter und Gegner eines Antidumping-Verfahrens befinden“. Nach Angaben von Solarworld-Sprecher Nitzschke steht aber die Mehrheit der heimischen Solarindustrie hinter der Klage. Der deutsche Branchenführer und die anderen Firmen werfen China vor, mit staatlichen Subventionen die Preise auf dem Weltmarkt zu drücken. Chinas Solarfirmen würden mit Milliardenkrediten versorgt und böten ihre Produkte trotz Verlusten unter Herstellungskosten an. Neben der Kürzung von Fördermitteln macht die Branche hierzulande vor allem die chinesische Konkurrenz für ihre Krise verantwortlich. Viele Unternehmen, darunter Solar Millennium, Solon und Q-Cells, haben bereits Insolvenz angemeldet, andere kämpfen um ihr Überleben. In den USA hat Solarworld schon erfolgreich geklagt. Das US-Handelsministerium verhängte im Mai drastische Strafzölle bis zu 250 Prozent auf Solarimporte aus China. In Brüssel habe die EU-Kommission nun 45 Tage Zeit zu befinden, ob die Klage eröffnet wird, sagte Nitzschke. Die Entscheidung werde dann „relativ aufregungslos“ verkündet. Fachleute sehen Klage skeptisch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, eine Klage der Solarbranche unterstützen zu wollen, wenn die Firmen sie einreichten. Solarexperten zweifeln allerdings an deren Nutzen. „Strafzölle machen aus unserer Sicht keinen Sinn“, sagte der Leiter des Zentrums für Solarmarktforschung, Wolfgang Hummel. Zudem werde die gesamte Solarbranche weltweit mit unterschiedlichen Instrumenten öffentlich gefördert. „Auch in Deutschland sind die tatsächlichen Produktionskosten durch die Förderung verzerrt und spiegeln nicht die wahren Marktkosten wieder“, erklärte Hummel. Auch kämen Antidumping-Zölle zu spät, sagte Hummel. Die Mehrheit der deutschen Firmen sei von der Produktion auf den Handel umgestiegen und kaufe Solarzellen und andere Produkte ein. Nicht zuletzt profitiere die gesamte Branche auch von den kostengünstigen Solarmodulen aus China. Sie seien ein „wesentlicher Treiber der Nachfrage“, erklärte Hummel. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.