Das geht zu weit! – Empörung über Schufa-Pläne

Das geht zu weit! - Empörung über Schufa-PläneBerlin (dapd). Die Pläne der Auskunftei Schufa zur Durchleuchtung von Facebook-Nutzern im Internet stoßen in der Politik auf breite Ablehnung. Das geht zu weit! - Empörung über Schufa-Pläne Berlin (dapd). Die Pläne der Auskunftei Schufa zur Durchleuchtung von Facebook-Nutzern im Internet stoßen in der Politik auf breite Ablehnung. Unter Daten- und Verbraucherschützern löste das Bekanntwerden eines entsprechenden Forschungsvorhabens am Donnerstag einen Sturm der Entrüstung aus. „Die Schufa muss die Karten auf den Tisch legen“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) dem „Münchner Merkur“ (Freitagausgabe). Die Auskunftei, die über die Kreditwürdigkeit von Millionen Deutschen entscheidet, dürfe nicht „zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, forderte die Ministerin. „Ich erwarte vollständige Aufklärung über die Hintergründe und Ziele dieses Forschungsauftrags“, fügte Aigner hinzu. Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stellte sich entschieden gegen die Pläne: Facebook-Freunde dürften nicht entscheiden, ob man einen Handyvertrag bekommt, teilte die FDP-Politikerin per Twitter mit. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ulrich Kelber sprach in diesem Zusammenhang von einem „Horrorszenario“. Überraschend deutlich kritisierte auch Dieter Kempf, Präsident des Internet-Branchenverbands Bitkom, die Pläne: „Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte in die Praxis umgesetzt werden“, mahnte Kempf. „Das Durchforsten von sozialen Netzwerken nach Informationen, die Rückschlüsse auf die finanzielle Leistungsfähigkeit erlauben“, würde viele Internetnutzer „zu Recht verunsichern“. Als einen „Angriff auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, wertete der Vorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer. die Schufa-Inititiative in der Zeitung „Die Welt“ (Freitagausgabe). Ähnlich deutliche Worte fand Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen. Es könne nicht sein, „dass der Freundeskreis, Musikgeschmack, Twitter-Konversationen oder soziales Verhalten mit in die Bewertung der Kreditwürdigkeit einfließen und beispielsweise die Chancen auf einen Mietvertrag verschlechtern“. Das sprenge „klar die Grenzen des Ertragbaren“. Daten- und Verbraucherschützer reagierten fassungslos auf die Schufa-Pläne. „Sollte die Schufa die gewonnenen Daten tatsächlich einsetzen, wäre das eine völlig neue Dimension“, warnte Schleswig-Holsteins Landesdatenschutzbeauftragter Thilo Weichert im NDR. Dass sich Unternehmen bevorzugt Datenquellen im Netz bedienen, sei allerdings „nichts Neues“ gab Carola Elbrecht, Referentin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, zu bedenken. Allen Internet-Nutzern rät die Verbraucherschützerin, den Zugriff auf die Daten durch entsprechende Änderungen der Einstellungen einzuschränken. Die Schufa selbst betonte auf dapd-Anfrage, es gebe noch keine konkreten Pläne zur Nutzung von Daten aus dem Internet zur Bonitätseinstufung. Vielmehr handele es sich lediglich um „Grundlagenforschung“. Der Leiter des von ihr beauftragten Hasso-Plattner-Institutes in Potsdam, Christoph Meinel, teilte mit, das Vorhaben sei in Angriff genommen worden, „um gesellschaftlich und wirtschaftlich spannende Entwicklungen im Internet zu untersuchen.“ Der Netzwerkbetreiber Facebook äußerte sich bis Donnerstagnachmittag nicht auf eine dapd-Anfrage. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

FG_AUTHORS: dapd News

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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