Förderung für Münsteraner Biotechnologie-Unternehmen Carpegen

Erfolgsmeldung aus der Biotechnologie-Szene in Münster: Die Carpegen GmbH ist Partner in einem neuen Forschungsprojekt, das im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand des Bundes (ZIM) gefördert wird.

Weitere Partner in dem auf drei Jahre angelegten Projekt, das am 1. Dezember 2020 starten soll, sind das Diagnostikunternehmen Curetis GmbH, Holzgerlingen, und die Medizinische Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Fördervolumen beträgt mehr als 500.000 EUR.

In dem Projekt soll ein innovatives Diagnosesystem entwickelt werden, mit dem Tierärzte erstmals in der eigenen Praxis häufige Infektionserkrankungen von Hunden und Katzen mit dem molekularbiologischen Verfahren der Polymerasekettenreaktion (PCR) nachweisen können.

Ziel der Diagnostik sind auf der einen Seite die sogenannten Reisekrankheiten bei Haustieren. Dabei handelt es sich um durch Zecken oder Mücken übertragene Infektionen, die vor allem bei aus Süd-Ost-Europa stammenden Tieren vorkommen oder von Reisen mit Haustieren in die betreffenden Gebiete mitgebracht werden. Darüber hinaus sollen mit dem neuen Diagnosesystem die gefährlichen und hochinfektiösen Durchfallerkrankungen erkannt werden, die bei Hunden und Katzen durch verschiedene virale Erreger und Parasiten ausgelöst werden.

„Bei den Zielerregern in diesem Projekt handelt es sich zum Teil auch um sogenannte zoonotische Erreger, die auf den Menschen übertragen werden können“, erklärt Dr. Antje Rötger, Geschäftsführerin der Carpegen GmbH. „Die Diagnostik in der Veterinärmedizin hat somit auch einen direkten Bezug zu humanen Infektionskrankheiten und kann zukünftig helfen, diese zu vermeiden. Prominentestes Beispiel einer Zoonose, die allerdings mutmaßlich von einem noch unbekannten Wildtier auf den Menschen übergesprungen ist, ist die globale Pandemie COVID-19.“

Bisher gibt es für Tierärzte und ihr Personal keine Möglichkeit, die PCR- Diagnostik direkt in der Praxis anzuwenden. Die betreffenden Erreger werden durch spezialisierte Laboratorien nachgewiesen, so dass es beim Einsatz dieser Verfahren zu einem Zeitverlust durch den notwendigen Probentransport kommt. Angesichts der Bedeutung der notwendigen Isolierung von kranken Tieren, der Dekontamination von Tierställen, sowie der Vermeidung einer Übertragung auf den Menschen herrscht ein großer Bedarf hinsichtlich der Verkürzung der Analysenzeiten. Darüber hinaus trägt eine hochpräzise Diagnostik in der Kleintierpraxis zu einem deutlich verbesserten Kundenservice bei, zur Vereinfachung von Abläufen, sowie nicht zuletzt zu einer unmittelbaren Therapieentscheidung.

Die zugrundeliegende Technologie des geplanten Diagnosesystems wurde von Carpegen mit Partnern entwickelt und im Jahr 2016 an die Curetis veräußert. Im geförderten Projekt werden sich Carpegen und Curetis auf die besonderen Herausforderungen bei der Probenanalytik konzentrieren, um einen automatischen Ablauf des komplexen Diagnoseverfahrens zu ermöglichen. Die Medizinische Kleintierklinik wird ihre Expertise zu den Anforderungen an das System beisteuern, Kontrollstämme und Proben aus der Praxis zur Verfügung stellen und den fertigen Prototypen abschließend validieren.

„Wir freuen uns sehr, an diesem spannenden Projekt teilzuhaben, bei dem es sich um das erste Projekt von Carpegen handelt, das auf den veterinärmedizinischen Markt abzielt“, sagt Rötger. „Zusätzlich ist es für uns eine ganz besondere Freude, dass wir so die Gelegenheit haben, an der weiteren Entwicklung der Curetis-Plattform teilzuhaben, die ihren Ursprung in Carpegens Labor in Münster hat!“

www.carpegen.de

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