Für eine gute Betreuung der Azubis braucht es Zeit und qualifiziertes Ausbildungspersonal. - Foto: ThisisEngineering RAEng on Unsplash
Für eine gute Betreuung der Azubis braucht es Zeit und qualifiziertes Ausbildungspersonal. - Foto: ThisisEngineering RAEng on Unsplash

Duale Ausbildung: Betriebe tun zu wenig für ihr Ausbildungspersonal

Auch die besten Ausbildungsbetriebe haben Verbesserungsbedarf. So wünschen sich viele ausbildende Fachkräfte mehr Unterstützung bei der Azubi-Betreuung. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Qualitätsreport Ausbildung 2020“ von AUBI-plus. Grundlage des Reports sind Auswertungen von Befragungen für das Ausbildungssiegel „Best Place to Learn“. Berücksichtigt wurden die Bewertungen von 5.621 Auszubildenden und 4.060 Ausbildern aus 91 Unternehmen.

Zu wenig Zeit und Unterstützung für die Ausbilderaufgaben

Von den nebenamtlichen Ausbildern, die eine große Verantwortung innerhalb der betrieblichen Ausbildung tragen, bemängeln 19 Prozent, dass sie generell zu wenig Zeit für die Azubi-Betreuung haben; 15 Prozent hätten punktuell gerne einen intensiveren Umgang mit ihren Azubis. Jeder fünfte Ausbilder (21 %) wünscht sich einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit den Kollegen, weitere 11 Prozent gelegentlich. Nachholbedarf gibt es auch bei der Weiterbildung: Rund 20 Prozent der Befragten halten es für dringend erforderlich, besser und kontinuierlich für die Ausbildertätigkeit qualifiziert zu werden; 11 Prozent sehen hier zumindest deutlichen Verbesserungsbedarf.

Feedback an Azubis kommt zu kurz

Der Spagat aus Azubi-Betreuung und der eigentlichen beruflichen Tätigkeit bleibt nicht ohne Folgen für die Auszubildenden: 21 Prozent der befragten Azubis bemängeln, dass nach der selbstständigen Bearbeitung von komplexen Arbeitsaufgaben kein detailliertes Gespräch mit dem Ausbilder zu den gemachten Lernerfahrungen stattfindet; weitere 13 Prozent sind nur teilweise mit den Reflexionsgesprächen zufrieden. Fast jeder vierte Azubi (23 %) bekommt von seinen Ausbildern gar kein oder nur ein sporadisches Feedback. Das gilt auch für die Probezeit (26 %). 

Erfolgsfaktoren einer Top-Berufsausbildung

Neben der Qualifizierung des Ausbildungspersonals sowie der Feedbackkultur im Unternehmen stellt der Qualitätsreport Ausbildung 2020 noch eine Vielzahl weiterer Faktoren vor, die die Ausbildungsqualität beeinflussen. Diese reichen vom Pre- und Onboarding der Auszubildenden über die Gestaltung des beruflichen Lernens bis zur Entwicklung der beruflichen Handlungskompetenz als Ergebnis der Ausbildung. Abgerundet wird der Report durch Fachbeiträge und Interviews mit namhaften Experten wie zum Beispiel dem Bremer Bildungsforscher Felix Rauner, dem Personalmarketingfachmann Christoph Beck von der Hochschule Koblenz und dem Spezialisten für Kompetenzentwicklung Werner Sauter. Interessierte können den Report über die Webseite www.bestplacetolearn.de/qualitaetsreport-ausbildung/ kostenfrei bestellen.

Datengrundlage und Methodik

Datengrundlage des Qualitätsreports Ausbildung sind die Bewertungen von 5.621 Auszubildenden und 4.060 Ausbildern aus 91 Unternehmen, die im Zeitraum von Mitte 2016 bis Herbst 2019 am Zertifizierungsverfahren für das Ausbildungsgütesiegel BEST PLACE TO LEARN teilgenommen haben. Erstmals wurden die in den Zertifizierungsverfahren gewonnenen Daten jetzt zusammengefasst, ausgewertet und die Ergebnisse im Qualitätsreport Ausbildung dokumentiert.

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