Wie Unternehmen Basel III in den Griff bekommen

Zum grundsätzlichen Ziel des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht gibt es eine breite Zustimmung: Unternehmen sollen auf eine zuverlässige Kapitalversorgung vertrauen können. Dem dienen auch die als Basel III bekannten Beschlüsse, die bis Ende 2018 umgesetzt werden müssen. Deren Eigenkapitalrichtlinien bei der Kreditvergabe wurden verschärft – was bei manchem Unternehmen allerdings zu Verunsicherungen führt: Werden Kredite dadurch teurer oder sind vielleicht sogar schwerer zu bekommen?

Zunächst einmal ist die vom individuellen Rating des Kreditnehmers abhängige Eigenkapital-Hinterlegung seit Basel II nichts Neues. Auch die unterschiedliche Bewertung des Eigenkapitals der Banken in verschiedenen Klassen – beispielsweise das „Core Tier 1“ als „wertvollstes“ Eigenkapital – gehört zu den bereits praktizierten Vorgaben. Unter Basel III werden aber die Anforderungen  an diese Klassen erhöht und weitere Puffer geschaffen. Damit sind zwangsläufig zusätzliche Kosten für die höhere Eigenkapitalunterlegung verbunden, die sich proportional auf die risikogewichteten Aktiva verteilen. Schlechte Ratings und ungesicherte Kredite sowie längere Laufzeiten sind stärker betroffen. Eine verbindliche Aussage über die Höhe der Mehrbelastung kann derzeit niemand machen. Experten gehen aber davon aus, dass Basel III die Finanzierungskosten weniger beeinflussen wird als die üblichen Schwankungen des allgemeinen Zinsniveaus oder der Konjunktur. Auch eine Einschränkung der Kreditversorgung dürfte es kaum geben, selbst wenn sich manch ausländisches Kreditinstitut schon zurückgezogen hat.

Hans-Jürgen Stricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Commerzbank Westfalen-Lippe-Ems und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft in der Region Bielefeld: „Auch unter Basel III werden in der Mittelstandsbank ausreichend Kapital und Liquidität zur Verfügung stehen, um den Finanzierungsbedarf der Unternehmen zu decken und das Wirtschaftswachstum zu fördern.“

Dabei haben es Unternehmen selbst in der Hand, bankübergreifend steigenden Finanzierungskosten entgegenzuwirken – nicht nur durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung ihres Ratings. Auch mit höheren Sicherheiten können sie dazu beitragen, dass Banken günstigere Konditionen anbieten.

Generell sollte bei Finanzierungen nicht immer nur an den klassischen Kredit gedacht werden. Finanzierungsalternativen wie Schuldscheindarlehn, Anleihen, Förderdarlehen, Leasing und Factoring gewinnen durch Basel III zusätzliche Attraktivität. Allerdings erfordert der optimale Umgang insbesondere unter Einbeziehung des Kapitalmarkts langjährige Expertise.

Hans-Jürgen Stricker sieht darin aber eine große Chance für Unternehmen: „Unsere Firmenkundenbetreuer besitzen die nötige Erfahrung, um ihre Kunden bei der Wahl der passenden Struktur zu unterstützen. Die Diversifikation schafft zusätzliche Unabhängigkeit und Planungssicherheit und ermöglicht langfristige Finanzierungen zu marktüblichen Konditionen.“

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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