Mittelstand: Innovation als Zukunftsstrategie

Überlingen/Wien – Innovationen sind der Motor des Fortschritts und führen zu gesellschaftlichem Wohlstand. Mehr noch: Vor allem für viele Mittelständler sind sie der Motor des wirtschaftlichen Erfolgs. Nur: Wie werden Unternehmen innovativ? Die neue „Top 100“-Studie liefert Antworten.

Erfolgreich sind sie, die mittelständischen Unternehmen, die 2012 mit dem Gütesiegel „Top 100“ für ihr Innovationsmanagement ausgezeichnet werden. Deutlich erfolgreicher sogar als der Durchschnitt der kleinen und mittleren Betriebe in Deutschland. Das hat die aktuelle „Top 100“-Studie ergeben. Darin untersuchte Dr. Nikolaus Franke, Professor für Entrepreneurship und Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien, das Innovationsmanagement und den Innovationserfolg von insgesamt 281 mittelständischen Betrieben in Deutschland.

In den vergangenen drei Jahren erzielten die 116 „Top 100“-Unternehmen ein Umsatzwachstum von 13 Prozent pro Jahr. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs im gleichen Zeitraum um jährlich 8 Prozent. Diesen Erfolg verdanken die ausgezeichneten Betriebe ihrer Innovationskraft: Der Anteil der Innovationen und innovativen Verbesserungen aus den vergangenen drei Jahren am Gesamtumsatz liegt bei den Top-Innovatoren bei über 40 Prozent. Der Durchschnitt der deutschen Mittelständler kommt gerade einmal auf knapp 10 Prozent. Außerdem gelang es den Trägern des Innovationsgütesiegels, durch Prozessinnovationen 8,1 Prozent Kosten einzusparen. Auch hier liegt der Durchschnitt der mittelständischen Betriebe mit 2,4 Prozent deutlich darunter. Wenig überraschend: Es finden sich 51 nationale und 20 Weltmarktführer in der Riege der „Top 100“.

Die untersuchten Mittelständler kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und sind in den unterschiedlichsten Märkten aktiv. Eines aber eint sie alle: „Mit ihrer klaren Innovationsorientierung sind sie äußerst erfolgreich“, weiß Franke. „Wie innovativ ein Unternehmen ist, ist keine Frage der Branche, der Region oder der individuellen Situation, in der sich ein Unternehmen befindet. Es hängt von der Entscheidung jedes einzelnen Unternehmens ab.“

Genauso, erklärt der Wiener Innovationsexperte, müsse auch jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden und sich ein auf das Umfeld abgestimmtes Innovationsmanagement-Profil erarbeiten. „Es gibt kein einfaches Kochrezept für Innovativität“, bringt Franke es auf den Punkt. Einige Zutaten kann er aber nennen: Das Top-Management hat gerade in mittelständischen Un-ternehmen eine Schlüsselfunktion inne. Die Top-Manager der ausgezeichneten „Top 100“ seien sich dieser Rolle durchaus bewusst. Das zeige sich etwa an den hohen finanziellen Investitionen für Innovationen in Höhe von fast 10 Prozent des Umsatzes. Der Durchschnitt aller Mittelständler liegt gerade mal bei 1,4 Prozent. Auch zeigt die Analyse, dass es sich auszahlt, Mitarbeiter zu Mit-Unternehmern zu machen: Durch das Realisieren von Mitarbeiterideen, oftmals gewonnen durch institutionalisierte Ideenmanagementsysteme, konnten die Top-Innovatoren ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent verringern. Und einen letzten Erfolgsfaktor nennt Franke noch: „Die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten zählt bei Innovationsprojekten mittlerweile zum Standard erfolgreicher Unternehmen.“

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.