Krise der Autobranche perlt an VW ab

Krise der Autobranche perlt an VW ab Wolfsburg (dapd). Die tiefe Krise der europäischen Autoindustrie perlt am Marktführer VW ab wie Regentropfen von einer neuen Golf-Motorhaube: Volkswagen steigerte im ersten Halbjahr den Nettogewinn um 36 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Der Umsatz lag mit 95 Milliarden Euro fast ein Viertel höher als im Vorjahreszeitraum. Während Konkurrenten wie Peugeot, Ford und Daimler diese Woche zum Teil deutlich schwächere Zahlen vorgelegt hatten, äußerte sich der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn siegessicher: „Unsere starke Stellung auf den Weltmärkten wird uns trotz des fordernden Umfelds helfen, die Entwicklung des Gesamtmarktes zu übertreffen.“ Zu dem kräftig verbesserten Ergebnis trug die anhaltend hohe Nachfrage nach den Modellen des Mehrmarkenkonzerns bei, aber auch die Übernahme des Lastwagenbauers MAN, die sich nun bei Umsatz und Gewinn positiv bemerkbar macht. Für das Gesamtjahr rechnet der VW-Vorstand weiter mit Umsätzen und Gewinnen über den Rekordständen des Vorjahres. Die Ergebnisse zeigen, wie sehr sich VW inzwischen vom Heimatkontinent Europa gelöst hat: Von den 4,6 Millionen weltweit ausgelieferten Autos gingen noch 2,2 Millionen nach Europa. In Westeuropa konnte sich der Konzern nicht ganz gegen den Markteinbruch von sieben Prozent stemmen, kam aber mit einem Minus von zwei Prozent deutlich besser weg als die Konkurrenz. Die Musik spielt für den Konzern mit Marken wie Audi, Seat oder MAN aber in Übersee: Die chinesischen Beteiligungsunternehmen überwiesen 1,8 Milliarden Euro als Gewinnbeitrag nach Wolfsburg, 600 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Am Donnerstag eröffnete VW im ostchinesischen Yizheng eine 300.000-Fahrzeuge-Fabrik. Im ersten Halbjahr lieferte VW in China 1,3 Millionen Autos aus, 17 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. In den USA stieg der Absatz nach der Einführung eines extra für den Markt dort geplanten Autos um ein Drittel. Neuer Schub von Porsche erwartet Auch die Ende 2011 endgültig übernommene Tochter MAN in München trieb das VW-Ergebnis in die Höhe: Der operative Gewinn lag bei rund 350 Millionen Euro. Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Vorstand in Wolfsburg mit noch mehr Schub aus einer weiteren Übernahme: Zum 1. August soll die enorm profitable Porsche-Sportwagenproduktion völlig im Wolfsburger Konzern aufgehen. Auch die Luxus-Strategie von VW zahlt sich weiter aus: Mit 2,7 Milliarden Euro lieferte Audi den dicksten Batzen zum operativen Gesamtgewinn von 6,5 Milliarden Euro. Die Hauptmarke VW kam auf 2,2 Milliarden Euro. An dritter Stelle steht die schwedische Lkw-Tochter Scania mit 480 Millionen Euro, die aber wegen der Krise auf dem Nutzfahrzeugmarkt mehr als 200 Millionen Euro Gewinn einbüßte. Sorgenkind Nummer eins bleibt die spanische Tochter Seat, die ihren Verlust auf 42 Millionen Euro verdoppelte. VW will bis 2018 der größte Autohersteller der Welt werden und zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen. 2011 waren es 8,4 Millionen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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